Die pflegeleichte Gartenanlage

Gartenbesitzer wünschen sich eine pflegeleichte Gartenanlage. Denn in der Freizeit möchte man den Garten genießen. Wir haben einen Profi gefragt.

Pflegeleicht durch Expertenwissen

Einen Garten, der ohne Pflege schön bleibt gibt es nicht. Ob der Garten pflegeleicht ist, hängt nicht nur von seiner Größe ab, sondern auch von seiner Gestaltung. "Wer schon bei der Planung einige Grundsätze beherzigt, kann den Arbeitsaufwand konsequent niedrig halten", verspricht Fredy Gastager, Gartenexperte der Wildwuchs Gastager GmbH.

Der Gartengestalter empfiehlt alle Bereiche des Gartens zu durchdenken. Das gilt für die Materialwahl für Wege und Terrassen ebenso wie für die Flächenaufteilung. Zudem müssen der Sichtschutz sowie die Pflanzenaufteilung geplant werden: "Für all das gibt es pflegeintensivere Varianten genauso wie pflegeärmere", so der erfahrene Planer, der mit seinem Betrieb zu den Gärtnern von Eden gehört. Er hat sich ganz auf Anlage und Pflege individueller privater Gärten spezialisiert.

Der Experte

Fredy Gastager ist Gartengestalter. Mit seinem Garten- und Landschaftsbaubetrieb Wildwuchs Gastager GmbH in Sprockhövel gehört er seit über zehn Jahren zu den Gärtnern von Eden.

In dieser Genossenschaft haben sich rund 50 herausragende Gartengestalter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengefunden, die sich auf die Planung, Anlage und Pflege individueller privater Gärten spezialisiert haben. Mehr Infos finden Sie auf www.gaertner-von-eden.com oder auf www.gartenbau-wildwuchs.de.

Bodenbeläge im Garten

Bodenbeläge mit glatten Oberflächen erleichtern das Saubermachen. Auf ihnen bilden sich nicht so schnell Grünbeläge. Falls doch, lassen sie sich leichter entfernen. "Auch die Formate von Bodenplatten sollte man überdenken", so Fredy Gastager. "Je größer die einzelne Platte, desto geringer der Fugenanteil", ist die einfache Formel des Gartenprofis. Das heißt, desto weniger Ritzen gibt es, in denen sich Unkraut ansiedelt.

Immer mehr Gartenbesitzer verwandeln heute ihre Vorgärten in Kiesflächen. Man sieht allenfalls noch ein paar Pflanzen stehen nach dem Motto: Wenig Pflanzen, wenig Arbeit. Doch der Gartenprofi ist nicht überzeugt: "Abgesehen von der ästhetisch wenig ansprechenden Wirkung ist es eine irrige Annahme, dass solche Flächen pflegeleicht sind. Selbst wenn unter dem Kies ein Wurzelvlies ist, können angeflogene Samen zwischen den Steinen keimen, und die Keimlinge müssen dann gejätet werden."

Pflegeleichte Begrünung

Statt den Boden großflächig zu versiegeln, empfiehlt sich eher eine durchdachte Bepflanzung. Beete sind, sofern sie richtig angelegt wurden, tatsächlich mit das Pflegeleichteste, was ein Garten zu bieten hat. Bei der Pflanzenauswahl sollte das Augenmerk stets auf den Bedürfnissen der einzelnen Sorten liegen. Kombinieren Sie am besten Pflanzen mit ähnlichen Standortansprüchen. Das spart Arbeit und Zeit.

Mehrjährige statt kurzlebige Gartenbewohner ersparen viel Arbeit. Auch immergrüne Pflanzen sind in der Regel pflegeleichter als laubabwerfende. Ästhetik hat dennoch immer Vorrang vor Pflegeleichtigkeit. Setzen Sie auf immergrüne Pflanzen, dann nicht nur Konifere und Kirschlorbeer wählen. Ein Garten verdient mehr Individualität.

Ohne Chemie im Garten

Immer mehr Hobbygärtner verzichten beim Pflanzenschutz auf Herbizide und Pestizide. Mit einem Pflanztunnel oder einer Pflanzglocke kann man Pflanzen bereits bei der Anzucht vor Schädlingen schützen. Vor allem Schnecken oder Mäuse sowie Kälte, Hagel, Regen und Wind haben keine Chance.

Die Pflanzhilfen werden einfach über Samen oder Setzlinge gesetzt und mit Bodenankern fixiert. Die lichtdurchlässigen Kunststoffelemente umschließen Jungpflanzen und schützen sie. Dadurch sind die Pflanzen bereits ab dem Frühjahr optimal abgesichert.

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  • Der Pflanztunnel von Garantia hält Schnecken und Mäuse ab. Foto: Garantia
  • Durch die Pflanzglocke kommt Licht, Regenwasser und Luft an die Pflanzen. Die Menge kann individuell angepasst werden. Foto: Garantia

Die Wahl der Pflanzen

Vor allem bei großflächiger Begrünung empfehlen sich langlebige und genügsame Gewächse. Besonders gut eignen sich (Wild-)Stauden, Gräser und Farne. "Wichtig ist auch eine standortgerechte Bepflanzung mit Arten, die von Natur aus in den jeweiligen Licht- und Bodenverhältnissen gedeihen und mit den zur Verfügung stehenden Wassermengen auskommen", rät der Experte.

Bei Gehölzen kann man auf solche setzen, die fast oder ganz ohne Rückschnitt auskommen. Gezielt gesetzte Bodendecker verhindern, dass Unkraut den Garten bevölkert. Und noch ein Tipp vom Fachmann: "Nicht bei der Anzahl der Pflanzen sparen. Je dichter sie gesetzt werden, desto schneller machen sie die Ansiedlung von Wildkräutern unmöglich."

In Sachen Sichtschutz fällt die Antwort nicht ganz eindeutig aus: "Hecken müssen zwar ein- bis zweimal im Jahr geschnitten werden, aber Holz- und Metallzäune brauchen einen regelmäßigen Pflegeanstrich."

Zeitintensives Grün

Häufig besteht der Irrtum, Rasen mache weniger Arbeit. "Im Gegenteil. Über das Jahr gerechnet, ist die Rasenpflege sicherlich die zeitintensivste Maßnahme in einem Garten", rechnet der Experte vor. Es liegt vor allem daran, dass man zumindest in den Sommermonaten wöchentlich mähen muss. Das summiert sich. Hinzu kommen seltenere Pflegeschritte wie Düngen, Vertikutieren und gegebenenfalls Nachsäen und Belüften.

Ganz auf Rasen verzichten würde Gastager zugunsten von Pflegeleichtigkeit nicht. Nur bei sehr kleinen Gärten ist dieser Schritt zu empfehlen, die Fläche aber immer kritisch zu hinterfragen. Wer seinen Rasen pflegeleichter machen möchte, für den hat der Profi ein paar Tipps parat: "Zum Ein- und Nachsäen eine Rasenmischung verwenden, die zu den Standortbedingungen und den eigenen Nutzungsgewohnheiten passt." Ein weiterer Ratschlag lautet: "Rasenkantensteine sorgen für eine saubere Abgrenzung zwischen Rasen und Beeten. Damit spart man sich das regelmäßige Abstechen der Kanten."

Pflegeleicht in Bezug auf den Garten heißt nicht nur, so wenig Zeit wie möglich in die Pflege investieren. Die anfallenden Arbeiten sollten möglichst bequem durchführbar sein. Dazu kann zum Beispiel die Anlage von Hochbeeten beitragen. Wer hier pflanzt, gräbt oder jätet, braucht sich nicht zu bücken.

  • Ruhezonen mit gemütlichen Sitzecken laden zum Entspannen ein. Foto: Gärtner von Eden
  • Natürlich wachsende Pflanzen versorgen sich größtenteils selbst. Foto: Gärtner von Eden
  • Langjährige und genügsame Gewächse wie Stauden, Gräser und Farne sind anspruchslos. Foto: Gärtner von Eden

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