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Das sollten Sie über ein Reihenhaus wissen

Ein Reihenhaus bietet in der Regel eine kostengünstigere Lösung an als ein frei stehendes Einfamilienhaus. Dafür wohnt man Wand an Wand mit mindestens einem Nachbarn.

Der Stadtsoziologe Hartmut Häußermann attestiert dem Begriff „Reihenhaus“ einen abwertenden Unterton, als hätte es das Stigma der zweiten Wahl, gerade noch erschwinglich für die, die sich ein frei stehendes Haus, ihre eigentliche erste Wahl, nicht leisten können. Völlig zu unrecht, wie ein Blick auf unsere europäischen Nachbarn zeigt, wo das Reihenhaus als die perfekte Kombination aus Eigentum und städtischem Wohnumfeld geschätzt wird.

In Deutschland erklärte man nach dem Ers­ten Weltkrieg die Wohnungsversorgung zu einer staatlichen Aufgabe. Im Zuge dieses sozialen Wohnungsbaus und Reformwohnungsbaus übernahm das Reihenhaus eine zentrale Rolle. Die Wohnflächen waren verhältnismäßig klein, um auch für die Arbeiterschicht erschwinglich zu sein. Dafür besaß jedes Haus seinen eigenen Garten und gerade mit diesem Außenbereich sollten auch soziale Funktionen erfüllt werden.

Ein solches Reihenhaus-Ensemble bildete eine soziale Gemeinschaft. Ab den 50er-Jahren verlagerte sich der soziale Wohnungsbau zunehmend auf Großsiedlungen mit Hochhäusern. „Was sich heute vielfach als Irrweg herausstellt“, betont Soziologie-Professor Häußermann. Das Reihenhaus blieb eine preiswerte Variante des Eigenheims für die Mittelschicht.

Das Reihenhaus und die Vorurteile

Gleich das erste Klischee: „Die sehen ja alle gleich aus“ gilt für die neu erbauten Reihenhäuser der letzten Jahre längst nicht mehr. Architektonisch anspruchsvoll und abwechs­lungsreich widersprechen viele Bauten den Kritikern.

Auch der Vorwurf, Reihenhäuser seien wie „Hasenställe“, lässt sich nicht aufrecht halten. Reihenhäuser erweisen sich als anpassungsfähig und flexibel. Zielgruppe ist längst nicht nur die Ein-Kind-Familie, sondern auch das ältere Paar, der junge Single, die Mehrgenerationen-Familie oder die Patchwork-Familie.

Das Reihenhaus und seine Vorteile

Der unbestrittene Vorteil des Reihenhauses liegt auf dem Kostenaspekt. Ein Reihenhaus ist gerade in vielen Ballungszentren die passende Antwort auf hohe Grundstückspreise. Auch die eigentlichen Bau- sowie Nebenkosten lassen sich durch die verdichtete Bauweise reduzieren.

Viele Reihenhaus­bewohner schwärmen zudem von dem Gefühl der Zusammengehörigkeit und der sozialen Netzwerke. Und als ökologisch korrekte Bauweise im verdichteten Wohnungsbau hat es inzwischen Modell­charakter erlangt.

Das Reihenhaus und die Eigentumsverhältnisse

Jeder Immobilienerwerb ist ein komplexes Verfahren. Beim Reihenhaus gibt es außerdem noch einige Besonderheiten zu beachten. Was Kaufverträge, Bau- und Leistungsbeschreibungen, Zahlungspläne, Notartermine, Abnahme und Gewährleistung betrifft, sollten Sie sich im Vorfeld umfassend informieren oder einen professionellen Berater mit hinzuziehen.

Achten Sie genau darauf, ob Sie vom Bauträger ein eigenes Grundstück nach Realteilung erwerben oder mit anderen zusammen nur Miteigentum an einem gemeinsamen Grundstück. Letzteres bedeutet, Sie besitzen dann Wohneigentum nach dem Wohneigentumsgesetz (WEG) und müssen beispielsweise Betriebskosten gemeinsam abrechnen oder einen Hausverwalter einsetzen. Möglicherweise gehört Ihnen dann auch kein eigener Garten, sondern Sie haben nur ein Sondernutzungsrecht an der Grünfläche.
 

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