Schornstein für Kaminofen nachträglich einbauen

Einen Kaminofen aufstellen? Das hört sich einfach an. Was aber, wenn erstens kein Schornstein vorhanden ist und zweitens es sich um ein Haus in Holzständerbauweise handelt und man gewisse Auflagen des Brandschutzes beachten muss?

Familie Schumacher war eigentlich mit den Heizkosten für ihr bestens gedämmtes Fertighaus sehr zufrieden und doch ließ sie der Gedanke an einen Kaminofen mit knisterndem Feuer und gemütlich lodernden Flammen nicht los. Doch da das Haus mit einer Wärmepumpe und Fußbodenheizung ausgestattet ist, wurde kein Schornstein eingebaut. Noch dazu machte der Brandschutz den Hausherren ein wenig Bauchschmerzen.

Nach einigen informativen Besuchen in Ofenausstellungen und nach Gesprächen mit dem örtlichen Schornsteinfeger hatte Familie Schumacher einen guten Weg für sich gefunden.

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Edelstahl Schornstein im Bausatz

Die Lösung bestand aus einem nachträglich, außen an der Fassade zu montierendem Edelstahl-Schornstein-System von Schiedel, dem „KeraStar“. Die Edelstahl-Abgasführung besteht aus drei Komponenten:

Aus einem Hochtemperatur beständigen, keramischen Profilinnenrohr, das kondensat- und korrosionsbeständig sowie ausbrennsicher (W3G-geprüft) ist und damit nicht nur für Scheitholz, sondern auch für Pellets und alle festen Brennstoffe geeignet ist.

Die zweite Schale bildet eine durchgehende Mineralfaserdämmschicht in einer Dicke von 60 mm, was die Temperatur der Außenflächen vermindert. Der Außenmantel besteht aus hochglanzpoliertem Edelstahl.

„KeraStar“ wird in Elementbauweise hergestellt. Es gibt Elemente in den Normlängen 16,5 cm, 33 cm und 66,5 cm. So kann der Schornstein in der benötigten Länge zusammengefügt werden. Je nach Bedarf bei Häusern mit größerem Dachvorsprung mit einer Dachdurchführung oder ohne.

Feuerfeste Wanddurchführung des Schornsteins

Blieb noch das Problem mit dem Feuerschutz. Die Feuerungsverordungen der Länder und die DIN V18160-1.2006.01 legen den Abstand zwischen dem Verbindungsstück zu Bauteilen aus oder mit brennbaren Baustoffen auf umlaufend 20 cm fest. Dieser Bereich muss ständig belüftet werden oder ist mit nicht brennbaren Baustoffen mit geringer Wärmeleitfähigkeit auszufüllen.

Auch hier wurde Familie Schumacher bei der Firma Schiedel fündig. „Ignis Protect“, von Schiedel entwickelt, ist eine allgemein bauaufsichtlich zugelassene  Wanddurchführung für Schornsteinsysteme. Das Element schützt brennbare Baustoffe und ist geeignet für ein- und doppelwandige Verbindungsrohre von Regelfeuerstätten. Die Anforderungen der Feuerungsverordnung an die maximale Oberflächentemperatur bei Betrieb und Rußbrand werden eingehalten.

Dabei ist dieses Element sehr montagefreundlich. Die Innenseite von „Ignis Protect“ besitzt eine Aluminiumkaschierung, so ist ein einfacher Anschluss an die Luftdichtheitsebene (Passivhaus) möglich. Die Innenverkleidung aus Gipskarton kann ohne zusätzliche bauliche Abgrenzung direkt an das Rohr herangeführt werden, zusätzliche Brandschutzplatten sind bei „Ignis Protect“ nicht erforderlich.

Die Außenseite ist als Tragschicht für den Außenputz ausgebildet und die Außenmaße des Elements passen exakt in das bei Fertighausherstellern übliche Rastermaß von 1250 mm bzw. 625 mm. Das erleichtert und beschleunigt den Einbau.

Reinigungsöffnungen und Luftzufuhr

Weil der geltende Bebauungsplan keine Einschränkungen bezüglich einer solchen Anlage vorsah, gab die Bauverwaltung grünes Licht. Über weitere Vorschriften wie Reinigungsöffnungen und Sicherheitsvorschriften informierte dann der zuständige Schornsteinfeger. Die Techniker von Schiedel und dem Fertighaushersteller planten im Vorfeld anhand von genauen Konstruktionszeichnungen der Hauswand die optimale Wanddurchführung, wobei wegen der Holzständerbauweise für die Befestigung der Konsole noch zusätzliche Holzriegel als Befestigungspunkte eingeplant werden mussten. Im unteren Bereich des Schornsteins wurde die Außenwand des Hauses relativ großflächig geöffnet. Dort wurde die benötigte Luftzufuhr für den raumluftunabhängigen Ofen (bei Häusern mit Lüftungsanlage erforderlich) durchgeführt. Im Bereich des Dachs wurde die Dachdurchführung vorbereitet.

Aufbau des Schornsteins

Zuerst wurde die Wandkonsole des Schornsteins an dem neu eingezogenen Holzriegel befestigt. Als nächstes Bauteil kam der Reinigungsanschluss, der für den Schornsteinfeger leicht von außen zugänglich sein muss. Etwas darüber folgte der Rauchrohranschluss, dessen Höhe sich auf Grund des Kaminofens im Wohnzimmer ergab. Von hier aus erfolgte der weitere Aufbau der einzelnen Schornsteinelemente zügig bis zur Dachdurchführung. Die keramischen Profilinnenrohre wurden durch bewährte Steckverbindungen und Fugenmasse stabil und dauerhaft zusammengefügt. Außen sorgen Klemmbänder mit Spannverschlüssen für sicheren Halt. Der Monteur richtet die Schornsteinelemente immer wieder lotrecht aus und befestigt sie in regelmäßigen Abständen mit weiteren Wandhalterungen. Das Element zur Dach­durchführung ist mit einer Bleischürze ausgestattet, gegen Regen schützt ein Regenkragen. Nun muss die Wanddurchführung außen wieder neu eingeputzt werden, bevor auch die Edelstahl-Rosette angebracht werden kann, die den Wanddurchgang des Rauchrohrs schützt.

Schließlich ist der Schornstein nicht nur ein Funktionselement. Durch seine elegante Edelstahloptik wertet er die Fassade auf und wird zum markanten Gestaltungsbestandteil des Hauses.

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