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Pelletofen als Einzelofen

Normalerweise steht die Heizung im Keller – oder zumindest im Technikraum. Das gilt auch für einen Pelletkessel. Nicht aber für den Pelletofen, denn der steht meistens im Wohnzimmer.

Pelletheizungen lassen sich nicht nur als Zentralheizung verbauen. Eine mögliche Variante ist zum einen die Einzelraumbefeuerung durch einen dezentral betriebenen Pelletofen

Hiermit lässt sich ein Raum, meistens ist es das Wohnzimmer, zusätzlich durch einen Kaminofen dezentral beheizen. Das ist an kalten Tagen im Herbst und im Frühjahr eine gute Möglichkeit, die Zentralheizung ruhen zu lassen, und gleichzeitig eine behagliche Atmosphäre zu schaffen.

Wasserführender Pelletofen zur Unterstützung der Zentralheizung

Interessanter ist eine andere Methode, die Wärmeleistung des Ofens in der gesamten Wohnung zur Verfügung zu stellen: der wasserführende Pelletofen. Solch ein Ofen ist mit einem Wärmetauscher ausgestattet, der wiederum über eine Rohrleitung mit der Heizanlage des Hauses verbunden ist. Man spricht hier auch von Öfen mit „Wassertasche“.

Bei dieser Konstellation wird ein Teil der Wärme in den Raum abgestrahlt, ein Teil fließt in die Heizung. Man kann auf diese Weise bei einer konventionellen Zentralheizung fossile Brennstoffe sparen, ohne gleich auf eine Anlage umzurüsten, die wie z.B. eine Wärmepumpe oder eine Solaranlage vollständig auf erneuerbare Energieformen setzt. Die Kopplung darf allerdings nicht direkt erfolgen – der konventionelle Heizkreislauf führt also nicht auf irgendeine Weise durch den Pelletofen „hindurch“.

Dabei bestünde die Gefahr, dass die Heizanlage während des Pelletbetriebs mit viel zu hohen Temperaturen belastet wird und dabei Schaden nimmt, denn auch ein einzelner Pelletofen kann einiges an Leistung entfalten. Die Anbindung erfolgt deshalb über einen Pufferspeicher, dessen Dimensionierung ein Fachmann berechnet.

Wegen der hohen Leistung und des meistens auch lange andauernden Betriebs ist bei wasserführenden Pelletöfen zudem für die Verbrennung dringend eine Luftzufuhr zu empfehlen, die unabhängig von der Raumluft ist. Ein Pelletofen in wasserführender Ausführung kann einen Wirkungsgrad von deutlich über 90 Prozent erreichen.

Brennstoff für den Pelletofen

Ein Flammenbild wie das des Kaminofens kann der Pelletofen in der Regel nicht bieten. Die Pellets an sich bestehen aus Holzfasern, die gut getrocknet und danach in kleine Stäbchenformen gepresst werden. Als Rohstoffquelle dienen Sägenebenprodukte, früher ein Abfallstoff, wie sie in Sägewerken anfallen. Das Holz stammt dabei in der Regel aus einheimischer und nachhaltiger Forstwirtschaft.

Man kann die kleinen Holzpresslinge sackweise im Baumarkt kaufen oder sich per Silowagen in größeren Mengen nach Hause liefern lassen. Pellets sind preiswert, unterliegen jedoch saisonalen Schwankungen und sind in den Sommermonaten von Mai bis August günstiger zu haben als in der Heizperiode. Vergleichen Sie die Preise und kaufen Sie größere Mengen antizyklisch ein. Hinsichtlich der Qualität können sich Verbraucher an dem Zertifikat ENplus orientieren.

Tipp: Kosten und Förderung

Pelletkessel inkl. Pelletlager: 14.000 bis 18.000 €

Pelleteinzelofen mit Wassertasche: 6.000 bis 10.000 €

Stückholzvergaserkessel: 8.000 bis 12.000 €

(lt. Verbraucherzentrale NRW)

Die Preise für Holzpellets bewegen sich seit Jahren auf stabilem Niveau und meist unter denen des Heizöls. Dafür ist die Anschaffung einer Pellet-Zentralheizung teurer als ein konventioneller Kesseltausch – was sich jedoch durch die hohe staatliche Förderung relativiert.

Pelletöfen mit Wassertasche werden zudem von Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit mindestens 2.000 Euro gefördert. Die Förderung erhält man beim Einbau des wasserführenden Pelletofens im Gebäudebestand.

Sie erhalten bis zu 45 % BAFA-Förderung für alle Pelletöfen mit Wassertaschen im Gebäudebestand. Die höchste Förderung beim Austausch einer alten Ölheizung. Zusätzlich werden notwendige Umfeldmaßnahmen sowie Komponenten und Arbeiten in gleicher Höhe gefördert.

So funktioniert ein Pelletofen

Der Platzbedarf eines Pelletofens entspricht dem eines herkömmlichen Kaminofens, und auch die Nutzung ähnelt der des traditionellen Vorbilds. Das romantische Flammenbild eines Kaminfeuers erreicht man mit solch einem Ofen zwar nicht, dafür kann der Betrieb eines Pelletofens ungleich komfortabler sein als der des klassischen Kaminofens.

Die Pellets werden in einen Vorratsbehälter, aus dem sie dann nach und nach kontrolliert auf die Brennfläche gegeben und verbrannt werden. Etwa alle 10 bis 50 Stunden muss man neue Pellets nachfüllen, je nach Fassungsvermögen und Heizbedarf. Pelletöfen können recht ausgefeilte Steuerungsprogramme bieten, die die Zufuhr an Brennstoff automatisch an den aktuellen Wärmebedarf anpassen. Die anfallende Asche muss regelmäßig entnommen und entsorgt werden.

Mit einem Einzelofen lässt sich zumindest ein Raum bequem beheizen, eventuell noch ein damit verbundenes zweites Zimmer. Weitere Räume müsste man durch Warmluftschächte und passend platzierte Auslässe anschließen. Das entspricht zwar nicht mehr dem Gedanken eines dezentralen Einzelofens, machbar ist es aber.

Stromanschluss

Notwendig ist in der Regel eine 230-Volt-Steckdose in der Nähe des Ofens. Es gibt Pelletöfen, die ohne Strom auskommen: Mittels eines Uhrwerks, das man bei Inbetriebnahme aufzieht, werden die Pellets in die Brennkammer befördert.

 

Steuerung und Bedienung eines Pelletofens

Moderne Pelletöfen lassen sich heute dank moderner Touchdisplay mühelos steuern und regeln. Und das gelingt auch ganz bequem per Fernbedienung vom Sofa aus oder sogar per Smartphone. Einige Ofenhersteller bieten die Möglichkeit, den Pelletofen mit dem heimischen WLAN-Netz zu verbinden.

Ein intelligent vernetzter Pelletofen meldet sich dann selbstständig über die jeweilige App, wenn er gereinigt oder gewartet werden muss. Sollte der Betrieb gestört sein, aktiviert der Ofen eine Fehlermeldung, die auf das Handy des Besitzers gesendet wird.

Die Ein- und Ausschaltzeiten können programmiert werden, sodass beim Nachhause kommen der Wohnraum bereits angenehm warm ist. Neben den Grundeinstellungen verfügen die Öfen über ein individuell definierbares, vollautomatisches Wochenprogramm, bei dem pro Tag mehrere Ein- und Ausschaltzeiten inklusive Nachtabsenkung sowie die jeweils gewünschte Raumtemperatur definiert werden können.

Besser ein raumluftunabhängiger Betrieb

Entscheidet man sich für einen Einzelofen im Wohnraum, sollte dieser möglichst raumluftunabhängig betrieben werden – insbesondere in luftdichten Neubauten. Erzeugt die Lüftungsanlage einen Unterdruck, können giftige Rauchgase in den Raum gesogen werden. Raumluftunabhängige Modelle sind an ein Luft-Abgas-System angeschlossen, über das sie sowohl ihre Verbrennungsluft von draußen bekommen als auch ihre Abgase loswerden.

Gibt es bei Pelletöfen ein Problem mit Feinstaub?

Viele Kaminöfen, auch neuere Modelle, haben sich als Schadstoffquellen entpuppt, die unter anderem hochgiftiges Kohlenmonoxid (CO) und die krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) abgeben, vor allem aber Feinstaub. Pellets sind hinsichtlich ihres Feuchtegehalts und Brennwerts genormt. Verbrennungsüberwachung und eine intelligente Verbrennungsluftregelung sorgen für niedrige Emissionswerte und geringen Brennstoffverbrauch.

Eine Brennstoff-Qualitätserkennung in vielen Öfen garantiert einen sauberen und effizienten Abbrand sowie einen sicheren und störungsfreien Betrieb. Ab 1. Januar 2022 gilt eine neue Richtlinie, die EcoDesign 2022. Diese schreibt strenge Grenzwerte für Feinstaub, Kohlenmonoxid, Stickstoffoxide und gasförmig gebundenen Kohlenstoff vor. Achten Sie auf die Herstellerdaten.

Tipp: Pelletofen mit integriertem Backofen

Rika bietet mit dem "Domo Back" einen modernen Pelletofen, in den ein Backofen integriert wurde. So lässt sich die Wärme des Ofens im Winter auch zum Backen nutzen. Foto: Rika

Anschluss und Abnahme eines Pelletofens

Nicht anders als bei einem Ofen mit Holzscheiten muss der Schornsteinfeger auch bei einem Pelletofen den Abzug auf seine Tauglichkeit hin überprüfen und eine Genehmigung für die Nutzung erteilen. Der Schornsteinfeger ist als Profi der Berater für den Haubesitzer, wenn es um die Größe und den Aufstellungsort für den geplanten Ofen geht. Zögern Sie nicht, einen Schornsteinfeger schon bei der Planung des Ofens um Rat zu fragen.

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