Richtig Lüften: Raumluft verbessern, Luftfeuchtigkeit vermeiden

Mit uns lüften Sie richtig! Wir zeigen worauf es beim richtigen Lüften im Sommer und Winter ankommt. Mit nur 6 Tricks zum gesunden Raumklima.

Falsches Lüften

Fangen wir damit an, wie man es nicht macht: Wer im Winter meint, bei Novembernieselregen mit Dauerlüften die Raumluft zu verbessern, ist im Irrtum. Experten sprechen bei solchen Lüftungsgewohnheiten sogar von "Schimmel in die Wohnung lüften".

Im Sommer ist Dauerlüften nur im kühlen Keller oder Souterrain kritisch: An den kalten Wasserohren und Wänden setzt sich Kondenswasser ab und verursacht Schimmelbildung. Dauerlüften im Sommer ist eine der Hauptursachen für feuchte Kellerräume!

Richtig lüften im Sommer

Richtig lüften im Sommer ist einfach. Die relative Luftfeuchtigkeit ist angenehm und Schimmel ist, außer in den angesprochenen Kellerräumen, kein Thema.

An heißen Tagen empfehlen sich trotzdem zwei Tipps zum Lüften:

  • während der Tageshitze: Fenster zu und Sonnenschutz runter
  • am Abend: ausgiebig lüften und darauf achten, die über den Tag kühl gebliebenen Räume nicht "warmzulüften"

Richtig lüften im Winter

Richtig lüften im Winter ist ebenfalls nicht schwer: Kurzes Stoßlüften und vor allem Querlüften ist die Devise. "Es zieht!" ist in diesem Fall das Ziel. Fünf Minuten durchblasen, quer durch die Wohnung, bei abgestellter Heizung, reicht völlig aus. 

Wer bei voll aufgedrehter Heizung stundenlang die Fenster auf Kipp stellt oder gar ganz aufreißt, verliert bares Geld.

 

Raumklima zum Wohlfühlen

Aus Gründen der Lufthygiene und der Luftfeuchtigkeit sollte das Luftvolumen in geschlossenen Räumen mehrmals am Tag komplett ausgetauscht werden. Wie oft, hängt natürlich von der Größe und Nutzung der Räume ab sowie der Anzahl der Personen.

6 Tricks fürs richtige Lüften

1. Stoßlüften statt Dauerlüften
Der gängigste Fehler ist, die Fenster nur zu kippen anstatt sie fünf Minuten komplett zu öffnen. Denn bei gekippten Fenstern findet kaum Luftaustausch statt. Die verbrauchte Luft bleibt in der Wohnung. Bei dauergekipptem Fenster kühlen Wände und Möbel aus. An der kältesten Stelle, der Fensterlaibung, kondensiert dann die Feuchtigkeit aus der Raumluft – was ideale Wachstumsbedingungen für Schimmel schafft.

2. Regelmäßig lüften
Nur durch tägliche Zufuhr von frischer Luft entsteht ein gesundes Raumklima. Vor allem in gut gedämmten Gebäuden mit perfekt schließenden Fenstern und isolierten Wänden muss ein Luftaustausch aktiv herbeigeführt werden. Entweder durch eine Lüftungsanlage oder regelmäßiges Stoßlüften.

3. Mit Durchzug lüften
Besonders effizient lüftet, wer in der Wohnung alle Fenster gleichzeitig öffnet. Der Luftaustausch ist optimal, ohne die Wände auszukühlen. Anschließend gleich wieder die Heizung einschalten, da warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnimmt als kalte. Das schafft ein gesundes Raumklima.

4. Sofort lüften
Schimmel befällt zuerst Küche, Bad und Schlafzimmer, denn hier entsteht die meiste Luftfeuchtigkeit. Also gilt:

  • nach dem Duschen und Kochen gleich kräftig lüften

  • nach dem Aufstehen das Schlafzimmer intensiv lüften und auf etwa 18 Grad Celsius heizen

  • sofort trocknen, wo intensiv Feuchtigkeit entsteht: etwa nasse Fenster oder Fliesen an Badewanne und Dusche

  • die Spülmaschine nach Beenden des Programms noch 30 Minuten geschlossen halten

Und beim Lüften darauf achten, dass Türen offenbleiben, siehe Punkt 3 zur Luftzirkulation.

Wer in der Wohnung Wäsche trocknet, sollte die Räume ausreichend heizen und besonders auf regelmäßiges Stoßlüften achten. Tipp: Wäsche in der Waschmaschine vorher gut ausschleudern.

5. Luftfeuchtigkeit beobachten
Beschlagene Fensterscheiben sind ein wichtiger Hinweis, dass nicht ausreichend gelüftet oder zu wenig geheizt wird. In unsanierten Bestandsbauten sind die Scheiben meist die kältesten Stellen im Raum. Zu hohe Luftfeuchtigkeit schlägt sich also hier ab.

Faustregel:

Alles was lebt, scheidet Wasser an die Raumluft aus. Räume mit vielen, großblättrigen Zimmerpflanzen müssen also häufiger gelüftet werden. Sie geben viel Feuchtigkeit an die Umgebungsluft ab.

Ein Mensch verliert allein durch Atmung pro Tag bis zu 1,5 Liter Feuchtigkeit. Im Schlaf setzt der Körper zusätzlich Feuchtigkeit frei. Durch Kochen, Waschen und Duschen steigt die abgegebene Feuchtigkeit pro Person und Tag auf bis zu zehn Liter.

Ein Hygrometer hilft, die relative Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren. Zuverlässige Geräte kosten nicht mehr als zehn Euro.

6. Richtig heizen
Im Wohnbereich ist eine Raumtemperatur zwischen 18 und 22 Grad Celsius ideal. In weniger genutzten Räumen genügt eine niedrigere Temperatur: So reichen im Schlafzimmer nachts 16 bis 17 Grad Celsius. In der Küche heizen Herd und Kühlschrank mit.

Tipp: An gleichmäßig und flächendeckend erwärmten Wänden schlägt sich kein Kondenswasser ab. Schimmel hat keine Chance.

Bei der Möblierung sollte man darauf achten, Heizkörper nicht mit Möbeln oder Vorhängen zu verdecken. Sechs Zentimeter Abstand zwischen Außenwand und Möbelstück sind ideal, damit warme Raumluft zirkulieren kann und die Außenwände nicht zu kalt werden. 

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