Medienkonsum bleibt Gemeinschaftserlebnis

Henri Vandré, Leiter Smart Home Telekom Deutschland, spricht im Interview über Smart Home Entertainment. Wie werden wir in Zukunft fernsehen?

Wie werden heute – im Gegensatz zur Unterhaltungselektronik vor 20 Jahren – Musik und Serien konsumiert?
Wenn ich zurückdenke, habe ich vor 20 Jahren noch mit Mikrofon und Kassettenrekorder ausgestattet vor dem Radio gesessen, um eine Kassette für meine erste Freundin aufzunehmen. Das ist heute kaum noch vorstellbar. Wir können immer und überall Musik und Serien konsumieren und diese ganz einfach mit Geräten wie unserem Smartphone teilen. Eines ist jedoch geblieben: Medienkonsum ist auch heute noch häufig ein Gemeinschaftserlebnis – etwa beim gemeinsamen Fernsehabend mit der Familie oder einem Kinoabend mit Freunden. Letzterer lässt sich mittlerweile sogar nach Hause holen: Wir können mit smarter Steuerung von Lampen, Boxen oder Rollläden für Kinostimmung im eigenen Wohnzimmer sorgen. Gleichzeitig kann ich dank intelligenter Steuerung, zum Beispiel mit Hilfe eines Zwischensteckers, den Medienkonsum meiner Kinder kontrollieren: So kann meine achtjährige Tochter nicht alleine den Fernseher einschalten und schon morgens früh unbeobachtet vor dem Bildschirm sitzen. 

Magenta SmartHome

Über die Magenta SmartHome-App lässt sich das vernetzte Zuhause zentral üner das Smartphone oder Tablet steuern. Die unterschiedlichen Geräte wie Lampen und Rolläden lassen sich auch mit dem Smart-TV oder dem Musiksystem verbinden. Wer zum Beispiel auf einen gemütlichen Filmabend plant, kann eine entsprechende Szene programmieren. Dann fahren automatisch die Rollläden herunter, das Licht wird gedimmt, das Soundsystem ein- und die Türklingel stummgeschaltet und hinter dem Fernseher leuchtet ein sanftes Blau auf. Die Musik kann mit Smart-Home-Geräten wie Licht und Bewegungsmeldern gekoppelt werden. So wird im Alarmfall zum Beispiel ein Heavy-Metal-Band-Song in voller Laustärke gespielt – oder als Wachmacher zum Morgenkaffee bei Betreten der Küche. Weil das System per Funk funktioniert, müssen keine Leitungen verlegt werden – es ist also auch im Falle einer Modernisierung einfach nachrüstbar. Gespeichert werden die Daten in Deutschland – und zwar nur diejenigen, die für die Funktionstüchtigkeit unbedingt notwendig sind. Foto: Deutsche Telekom

Und welche Tools sind für Smart Home Entertainment unerlässlich?
Als ich vor Jahren angefangen habe, smarte Geräte in meinem Haus zu installieren, musste ich noch Wände aufbohren und jede Menge Kabel verlegen. Das ist zum Glück mittlerweile bei vielen Lösungen dank WLAN-Anbindung nicht mehr nötig. Ich kann meine smarten Anwendungen jederzeit einfach und schnell nachrüsten. Ob Zuhause oder unterwegs, im Urlaub am Strand oder im eigenen Garten – vom Bewegungsmelder im Flur über die automatische Steuerung von Rollläden bis hin zu ganzen Sicherheitssystemen mit Kameras, Türschlössern und Fensterkontakten kann jeder selbst entscheiden, welche Bereiche der eigenen vier Wände für welchen Zweck smart werden sollen. Dabei kann das Smartphone ein zentrales Element sein. Denn damit lassen sich nicht nur Musik und Fernsehen abspielen und speichern, sondern auch die einzelnen und vernetzten Geräte ganz einfach steuern. Alternativ lässt sich das vernetzte smarte Zuhause mit Sprachassistenten oder smarten Fernbedienungen steuern und bietet dem Nutzer damit unter Umständen noch mehr Flexibilität und Komfort. 

Hat sich die Kluft zwischen den Generationen von "digital natives" und "digital learnern" verkleinert – oder wird sie immer größer?
Viele wohnen heutzutage nicht mehr in ihrer Geburtsstadt und damit nicht mehr in der Nähe ihrer Eltern. Moderne Medien ermöglichen es uns aber trotzdem, immer miteinander verbunden zu sein – sei es durch Sprachnachrichten und Videocalls oder den Einsatz von smarten Wohnlösungen im Zuhause der Eltern und Großeltern. Über Bewegungsmelder erhalten die erwachsenen Kinder zum Beispiel eine Nachricht aufs Handy, wenn die nicht mehr ganz so rüstigen Eltern aufgestanden sind oder der Arzneimittelschrank geöffnet wurde, um die Medikamente zu entnehmen. Smart-Home-Lösungen ermöglichen es der älteren Generation, länger alleine in den eigenen vier Wänden zu leben. Wir als deutsche Telekom möchten weder Alte noch Junge außen vor lassen. Auch wenn Freunde und Familie hunderte Kilometer entfernt wohnen, lassen sich durch Fotos und Videos schöne Momente und Erlebnisse miteinander teilen. 

Wie werden wir in 20 Jahren Musik, Serien und Filme zu Hause konsumieren?
Das ist schwer zu sagen. Wer hätte vor 20 Jahren an Musikstreaming oder smarte Autos gedacht. Trotz schwieriger Prognosen wird für mich jedoch immer deutlicher, dass zwei Themen unseren Medienkonsum in Zukunft stark prägen werden: Künstliche Intelligenz und die dezentrale Nutzung einer Vielzahl von Geräten. Ich bin gespannt, was tatsächlich möglich sein und wie weit die Entwicklung reichen wird.

Und was wird sich nicht so schnell ändern?
Von einem bin ich jedoch überzeugt: Das Zuhause wird immer ein zentraler, emotionaler Ort bleiben, der Menschen miteinander verbindet und den Menschen mittels smarter Technik noch sicherer und komfortabler gestalten werden.

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