Smart Home - Intelligentes Wohnen mit Steuersystem...

Wie „smart“ („schlau“ oder „gewitzt“) ein Haus sich tatsächlich zeigt, ist eine Frage des Vernetzungsumfangs sowie der System-Programmierung. Grundsätzlich gilt: Je mehr elektrische Verbraucher am System teilnehmen, desto mehr Möglichkeiten der Automatisierung bietet das intelligente Haus.

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Smart Home - Intelligentes Wohnen mit Netzwerktechnik

Der englische Begriff Smart Home steht für verschiedene Formen der vernetzten Haussteuerungen und Haustechniken. Als deutsches Synonym bezeichnet „Intelligentes Wohnen“ Lösungen im privaten Wohnbereich, bei denen Geräte, Systeme und Technologien eingesetzt werden, die mehr Energieeffizienz, Komfort und Sicherheit schaffen. Mit Hilfe von Bussystemen (Kabel, Powerline, Funk) werden Haustechnik, Elektrohaushaltsgeräte und Multimediasysteme so miteinander vernetzt, dass sie besser und wirschaftlicher miteinander betrieben werden.

Bus System als Basis

Grundlage eines intelligenten Hauses ist ein Bus-System, bestehend aus „Aktoren“, „Sensoren“ und der Leitung, mehr nicht. Aktoren sind die Schalter von Heizkessel, Rollladenantrieb, Türöffner, Fernseher, Küchenherd oder Markisenantrieb. Sensoren, wie der Bewegungsmelder, der Temperaturfühler oder der Wind-messer, sammeln Daten. Eine zweiadrige 24-Volt-Steuer-leitung, die parallel mit den Stromkabeln in den Wänden verläuft, verbindet alle mit allen, auf ihr rasen die Informationen hin und her und finden dank eines gemeinsamen Protokolls, einer Art Datenverkehrsordnung, immer die richtige Adresse. Die Verkabelung bietet hohe Sicherheit bei der Datenübertragung. Wo Komponenten schlecht erreichbar sind, etwa Kontaktmelder in Fenstergriffen, überbrückt man die Distanz via Funk- oder Infrarotwellen. Das System wird vom Elektrotechniker so eingerichtet, dass es sich selbst regelt – ohne zentralen Computer, der über allem steht und die Anweisungen gibt. „Intelligent“ ist es, wenn aus bestimmten Messwerten der Sensoren sinnvolle Anweisungen für bestimmte Aktoren werden.

So kann es für sich wiederholende Vorgänge des Wohn­alltags Handlungsanweisungen erhalten. Beispielsweise wird beim gespeicherten Szenario „Fernsehabend“ das Licht gedimmt oder beim „Lesen“ gerichtetes Licht auf Sofa oder Sessel gegeben. Heißt es „Party“, legt die Lüftung automatisch einen Gang zu, während die Heizung langsam macht. Man kann die Unterhaltungselektronik mit einbeziehen und für Stimmungsmusik sorgen, die Sanitärtechnik wie auch die Küchengeräte, im Grunde jeden Stromverbraucher im Haus. Im Garten werden Rasensprenger, Beleuchtung, Springbrunnen oder Mähroboter angesteuert.

eib / knx Standard

Voraussetzung für eine funktionierende Kommunikation zwischen den Bus-Teilnehmern ist die gemeinsame Sprache („Protokoll“). Hier hat sich der internationale EIB/KNX-Standard durchgesetzt (www.knx.de). Produkte von Herstellern, die sich an diesem Standard ausrichten, verstehen sich untereinander – seien es Hausgeräte, Schalter, Heizungen oder Lüftungsanlagen.

Auch in älteren Häusern ist der EIB/KNX-Komfort  nicht unerreichbar. Um den baulichen Aufwand in Grenzen zu halten, bieten sich hier jedoch Funkwellen oder das vorhandene 230-Volt-Stromnetz („Powerline“-Technik) als Übertragungswege an. Innerhalb eines Raumes leisten auch Infrarot-Sender gute Dienste. Ist die Elektroinstallation in einem Altbau aber ohnehin reif für eine Erneuerung, sollte man bei der Gelegenheit gleich eine Steuerleitung mitverlegen lassen. Dann stehen Ihnen alle Optionen für spätere Erweiterungen offen.

Günstiger als das BUS-System

Weitaus günstiger als das BUS-System mit Ringleitung ist eine Hausauto­mation auf Basis eines IT-Netzwerkes, mit Home-Server und Kupfer- oder Glasfaserkabeln. Letztere sind mit ein bis zwei Millimetern so dünn, dass auch nachträgliche Erweiterungen leichtfallen, so, wenn aus dem Kinder­zimmer das Jugendzimmer oder der Medienraum werden soll. Man muss dann nicht extra neue Schlitze ziehen. Oder man belässt es bei der Funk­verbindung.

Günther Ohland, Sprecher der „Smart­­Home Initiative Deutschland”, empfiehlt eher eine Kombination von Verkabelung und drahtloser Übertragung, zum Beispiel im batterie­losen EnOcean-Standard (www.enocean.com). Diese Aktoren und Sensoren gewinnen ihren Strom aus dem Druck bei Betätigung des Schalters, aus Licht oder durch „elektrothermische Wandlung” – aus Temperatur­unterschieden. Zur
Bedienung des Systems reiche ein Smartphone oder ein Tablet-Computer, der Touchscreen in Flur oder Küche sei entbehrlich.

Wie viel Gebäudeautomatisation ist nötig?

Als Bauherr sollte man ungefähr wissen, was man von seiner Haustechnik erwartet und wie viel man ausgeben will. Bereits in der frühen Planungsphase hilft die Beratung durch einen Experten. Auf den Internetseiten www.knx.de, www.eib-home.de oder www.intelligenteswohnen.com kann man Adressen solcher Fachkräfte finden. Ansprechpartner vor Ort sind Elektrofachbetriebe mit einer entsprechenden Zusatzqualifikation.