Bei einem Gewitter kann man nie wissen, ob ein Blitz im Haus einschlägt. Passiert es dann tatsächlich, kann es zu Überspannungen kommen. Harmlos denken Sie? Wozu habe ich eine Sicherung? Oder auch einen Blitzableiter? Die helfen in solchen Fällen nicht.

Schäden an teuren Geräten wie dem Computer – auch mit Datenverlust –, der gesamten Telefonanlage oder der Hi-Fi-Anlage sind die Folge. Doch auch Schalter und Verkabelungen werden zerstört. Dabei kann man leicht auf Nummer sicher gehen, in dem man einen Überspannungsschutz im Haus einbaut.

Überspannungsschutz und Blitzschutz

Bei einem Fehlerfall in der Stromversorgung ist vor allem eine automatische Abschaltung zum Schutz vor einem elektrischen Schlag sinnvoll. Diese Funktion übernimmt ein sogenannter Fehlerstrom- oder FI-Schutzschalter: Solche Schalter registrieren, wenn in der Elektroanlage oder auch nur bei einem elektrischen Gerät ein Fehler vorliegt. Dann wird der betroffene Stromkreis sofort abgeschaltet. Eine einfache Sicherung übernimmt diesen Schutz nicht, weil sie nur auf zu hohe Ströme und Kurzschlüsse reagieret. Deshalb müssen seit Februar 2009 alle Steckdosen über solche Schutzschalter geschützt sein, während zuvor FI-Schutzschalter nur für das Bad und bei Modernisierungen vorgeschrieben waren.

Es empfiehlt sich pro Stockwerk mindestens einen FI-Schalter als Überspannungsschutz vorzusehen, damit nicht sofort im gesamten Haus der Stromkreis abgeschaltet wird. Dabei sollten Sie einen Fachmann zu Rate ziehen, weil er am Verteiler, den Geräten oder auch beim Herausnehmen der Steckdosenklappe die Qualität der Installation überprüfen kann. Damit ist gemeint, dass ein moderner FI-Schalter als Überspannungsschutz eine 3-adrige Leitung sowie einen durchgehenden getrennten Schutzleiter benötigt.

Möchten Sie Schutzschalter zum Überspannungsschutz einbauen lassen, ist dies mit nur geringem Aufwand verbunden, wird der Schalter doch eifnach am Stromverteiler montiert. Pro Schalter liegen die Kosten dann bei 60 bis 80 €.

Überspannungsschutz bei Modernisierung erneuern

Bei Häusern mit einer alten Elektroinstallation – zumeist 35 Jahre oder älter – wurden noch 2-adrige Leitungen verwendet. In einem solchen Fall muss nicht sofort die gesamte Installation ausgetauscht werden, sondern man kann auch eine einzelne Steckdose mit einem FI-Schutz ausstatten. Aber Vorsicht: Dieser schützt dann auch tatsächlich nur diese einzelne Dose und nicht die gesamte Leitung.

Überspannungsschutz geschieht nicht durch Blitzableiter

Bedenken Sie,dass ein Blitzableiter das Haus nur vor einem direkten Einschlag schützt, nicht aber die elektrischen Geräte, die sich darin befinden. Selbst wenn ein Blitz weiter entfernt einschlägt – bis zu 2 km – kann es zu Schäden an den Geräten kommen. Dann kann es passieren, dass die Überspannungen über die Stromversorgung oder gar die Telefonleitung bis zum eigenen Haus gelangen können.

Ein besonders guter Grund nachzurüsten, ist die Versicherung; auch oder gerade bei Altbauten. Heutzutage ist bei einem Hausratsversicherungsvertrag die Absicherung gegen Blitzschläge zumeist mit einer kostenpflichtigen Zusatzversicherung verbunden. Verhindert der Überspannungsschutz nur ein einziges Mal solch einen Schaden, hat man den Beitrag mehrfach wieder eingespart. Es lohnt sich also auf jeden Fall sein Hab und Gut mit einem Überspannungsschutz und Blitzschutz abzusichern.

Sicheres Schutzkonzept in drei Stufen

Wenn ein Gebäude keinen Blitzableiter hat, sollte trotzdem ein Überspannungsschutz installiert werden. Er hilft gefährlich hohe Spannungen in der Hausinstallation zu vermeiden. Dies geschieht durch drei hintereinander geschaltete Schutzeinrich-tungen, die die einfließenden Überspannungen auf ein niedrigeres Niveau heruntersetzen, sodass die Gefahr selbst für empfindliche elektronische Geräte gebannt ist. Dieses dreistu­fige System setzt sich aus folgenden Teilen zusammen:

1. dem Blitzstromableiter, nicht zu verwechseln mit dem Blitz-ableiter, der zum äußeren Blitzschutz gehört. Er wird am elektrischen Hausanschlusskasten oder an der Zählerstelle (bei vielen Haushalten identisch) installiert und ist in der Lage sehr hohe Blitzteilströme zur Erde abzuleiten. Ein ähnliches Gerät ist für den Telefon- und Kabelfernsehanschluss vorzusehen.

2. eine Überspannungsschutzeinrichtung im Stromverteiler, die die verbleibende Überspannung im Leitungsnetz reduziert.

3. der so genannte Endgeräteschutz: Überspannungsableiter in Form von professionellen Überspannungsschutzsteckern oder Steckdosenleisten mit integriertem Überspannungsschutz für Energie- und Telefon-/Antennen-Anschluss, die direkt vor empfindliche Geräte geschaltet werden.

Mit diesem dreistufigen Überspannungsschutz sind teure Endgeräte wie Plasma-Fernseher oder der Computer bei direkten und indirekten Blitzeinschlägen gesichert. Hier sollte übrigens der Fachmann eingebunden werden, denn nur Elektro-Fachbetriebe können diesen dreistufigen Überspannungsschutz angepasst auf die vorhandene Elektroinstallation einbauen.

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