Gesundes Trinkwasser – Wissenswerte Informationen zur Qualität vorab

Trinkwasser wird vom Versorger (örtliches Wasserwerk) in Lebensmittelqualität geliefert. Damit die Qualität des gesunden Trinkwassers auf den letzten Metern bis zum Wasserhahn nicht leidet, muss das Hausnetz in einwandfreiem Zustand sein.

Die Qualität des gesunden Trinkwassers

Die DIN 2000 gibt es den Versorgern vor: „Trinkwasser sollte appetitlich sein und zum Genuss anregen. Es muss farblos, klar, kühl sowie geruchlich und geschmacklich einwandfrei sein.“ Last, but not least müsse das Leitungswasser „keimarm“ sein.

Und offenbar entspricht das Lebensmittel Nr. 1 diesen hohen Anforderungen rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Zumindest bis das Leitungswasser am Hausanschluss eintrifft. Ab dort aber kommt es darauf an, in welchem Zustand das häusliche Verteilnetz ist.

Wasserenthärtungsanlagen

In Regionen mit zu hartem Wasser, mit über 14 °dH (Grad deutscher Härte), kann eine Enthärtungsanlage angebracht sein. Hartes Wasser, reich an Magnesium- und Kalzium-Ionen (Ion = Atom mit positiver oder negativer Ladung), lässt die Leitungswandungen verkalken. In Warmwasserspeichern und Durchlauferhitzern kommt es so zu Energieverlusten, auf den Verkrustungen finden Keime guten Halt.

Kalkhaltiges Wasser erhöht die Heizkosten, die Wasserkosten und die Materialkosten bei Geräten wie Wasserkocher, Waschmaschine, Kaffeemaschine und Spülmaschine. Diese Zusatzkosten können Sie sich mit einem Wasserenthärter sparen.

Gängigstes Verfahren zur Enthärtung ist der Ionenaustausch: Das Leitungswasser wird über Harzkügelchen geleitet, an denen Natrium-Ionen anhaften. Die Magnesium- und Kalzium-Ionen mögen Harz, sie verdrängen die Natrium-Ionen von den Kugeloberflächen, um sich selber dort festzusetzen und bleiben so im Enthärter „hängen“. Zum Ausgleich nimmt das anschließend gesunde Trinkwasser das Natrium auf und verlässt die Anlage sehr viel weicher.

Hartes und belastetes Wasser kann mit einer einfach zu installierenden Enthärtungsanlage oder Weichwasseranlage hausseitig aufbereitet werden. Die Anschaffungskosten amortisieren sich bereits nach wenigen Jahren. Die Bewohner können ab sofort sparen und weiches gesundes Wasser genießen.

Altlast Blei in Wasserleitungen

Sind allerdings die Trinkwasserleitungen hinter der Wasseruhr in mangelhaftem Zustand, muss mehr passieren. Ablagerungen in den Rohren sind meist der Grund für unappetitlich „braune Brühe“ aus dem Hahn.

Nicht ganz harmlos, denn hier können sich Bakterien leicht ansiedeln. Verzinkte Stahlrohre sind anfällig für Korrosion und nicht immer hat man das Glück, dass Lecks sich frühzeitig bemerkbar machen.

Auch nicht zu spaßen ist mit erhöhtem Kupferanteil im Wasser aus Kupferleitungen: es färbt gelegentlich Haare grün und ist für Säuglinge und Kleinkinder möglicherweise gesundheitsschädlich.

Das dringlichste Problem der Trinkwasserleitungen aber sind Bleileitungen. Blei beeinträchtigt bei Säuglingen und kleinen Kindern die Entwicklung des Gehirns, der Grenzwert liegt bei 0,010 Milligramm pro Liter; Trinkwasserleitungen aus Blei oder verzinkte Leitungen aus Stahl können die Quelle sein.

In Altbauten im Norden Deutschlands aus der Zeit vor 1973 und in den neuen Bundesländern finden sich noch vermehrt die grauen, schweren Rohre, meist ohne Winkelstücke, mit dicken Lötwulsten, die man mit Messer oder Schraubenzieher leicht einritzen kann. Sollte die Installation unter Putz liegen, muss man Informationen von den Vorbesitzern einholen oder eventuell alteingesessene Sanitärbetriebe fragen.

Stagnationswasser

Seitdem es in unseren Häusern fließend Wasser gibt, gilt diese einfache Regel: erst trinken oder zur Nahrungsmittelbereitung nutzen, wenn es kalt aus dem Hahn sprudelt. Denn wenn das kühle Nass einmal zu lange in den Leitungen stand, ist es gar nicht mehr so kühl und keimarm und somit auch nicht mehr gesund.

Das kann zum Dauerproblem werden, sind die Wege zu den Zapfstellen zu weit und sind dazu sowohl Kalt- als auch Warmwasserleitungen mangelhaft isoliert. Erst recht in Neubauten oder modernisierten Altbauten, in denen es dank Dämmung generell wärmer ist.

Und als wäre das alles nicht ungünstig genug, haben Forscher jüngst festgestellt, dass das Wasser aus den Wasserwerken offenbar aufgrund der Klimaerwärmung an Temperatur gewinnt: Es erreicht die Gebäude nicht mehr wie früher üblich mit durchschnittlich 10 Grad, sondern mit 14 Grad.

In der Folge vermehren sich dort, wo es im Leitungssystem ruhig zugeht, in den „Stagnationsbereichen“, die Bakterien. Zum Beispiel die Legionellen, die die Legionärskrankheit auslösen können, eine schwere Form der Lungenentzündung.

Nach etwas längerer Zeit der Stagnation können sich auch mikrobielle Einflüsse aus Biofilmen oder aus schwach durchströmten Winkeln des Verteilungsnetzes nachteilig bemerkbar machen – kurz: das Wasser verkeimt.

Das Umweltbundesamt empfiehlt, Leitungswasser, das länger als vier Stunden in der Trinkwasser-Installation gestanden hat, grundsätzlich nicht zur Zubereitung von Speisen und Getränken zu nutzen. Das Wasser sollte zunächst einige Zeit laufen, ehe es als Lebensmittel verwendet wird.

Frisches Leitungswasser erkennt man daran, dass es die Leitung merklich kühler verlässt als das Stagnationswasser. Im Stagnationswasser verchromter Armaturen können auch Spuren von gelöstem Nickel auftreten.

Die Konzentrationen sind für normal empfindliche Personen gesundheitlich unbedenklich. Personen, die gegen die allergene Wirkung von Nickel vorsensibilisiert sind – das ist etwa ein Sechs­tel der Bevölkerung –, reagieren jedoch möglicherweise empfindlicher.

Immer im Fluss

Abgesehen vom Eingangswasserfilter und der Enthärtungsanlage sollte das Hauswassernetz möglichst keine weiteren Komponenten enthalten. Besonders kritisch sehen die Fachleute Anlagen zur angeblichen „Strukturierung“, „Energetisierung“ oder „Belebung“ des Leitungswassers.

Positive Effekte wurden bisher nicht nachgewiesen, dafür können sie unter Umständen zu Brutstätten für Bakterien werden und Fremdstoffe abgeben. Auch Enthärter, die ausschließlich mit Magnetfeldern arbeiten, sind nach Ansicht der Experten bestenfalls wirkungslos.

Im Zweifelsfall steht der Ausbau dieser rein esoterischen Apparate an. Ist allerdings kein Verlust, denn für die einzig nötige „Belebung“ von gesundem Leitungswasser können wir als Nutzer leicht selber sorgen. Indem wir es – nicht zu sparsam – verbrauchen und es so im Fluss halten.

Auf der nächsten Seite haben wir alles Wissenswerte über gesundes Trinkwasser zusammengefasst. Außerdem gibt es eine Checkliste für die richtigen Installationen.

News Heizung & Haustechnik