Trinkwasserversorgung – Legionellen bekämpfen

Trinkwasser ist eines der bestkontrollierten Lebensmittel, die wir täglich zu uns nehmen. Dies stimmt absolut – doch leider nur bis das Wasser ins Hausnetz eingespeist wird. Dort wirken, insbesondere in Altbauten, viele Faktoren auf die Wasserqualität ein, die Verkeimungen oder Verunreinigungen des Wassers verursachen können. So können sich in veralteten Warmwasseranlagen Legionellen bilden - gefährliche Bakterien, die insbesonders bei älteren Menschen und kleinen Kindern lebensbedrohliche Infektionen hervorrufen können. 

Auch aus diesem Grund ist die regelmäßige Überprüfung der hauseigenen Trinkwasseranlage zum 1. November 2011 für Vermieter verpflichtend geworden: Sofern Sie einen Boiler mit einem Volumen von über 400 Litern haben oder Warmwasserleitungen mit mehr als drei Litern Inhalt zwischen Erwärmer- und Entnahmestelle haben, müssen Sie Ihre Anlage jährlich auf Legionellen prüfen lassen.

Zustand der Warmwasserversorgung feststellen

Ein klarer Fall: Sollten sich im Keller noch Bleirohre befinden, was insbesondere bei älteren Häusern im Osten Deutschlands keinesfalls ausgeschlossen ist, müssen diese Rohre durch moderne Kunststoffrohre ersetzt werden. Aber auch bei Trinkwasseranlagen aus den 70er und 80er Jahren kann bereits Sanierungsbedarf vorliegen. Selbst wenn hier bereits moderne Kunststoffrohre verlegt sind: Die Warmwassererzeugung, insbesondere wenn sie einen Warmwasserspeicher hat, kann verkeimt sein. 

Legionellen – was ist das?

Legionellen sind Bakterien, die sich in stehendem, warmem Wasser vermehren und schwere Lungenentzündungen hervorrufen können – für geschwächte Menschen, die beispielsweise an einer Niereninsuffizienz oder Immunsuppression leiden, kann dies lebensgefährlich sein. Die Legionellen werden dabei über zerstäubte Wassertröpchen übertragen: Diesen haften die Legionellen an und infizieren beim Einatmen den Organismus. Die Sterblichkeitsrate der Legionärskrankheit liegt bei 15 Prozent – Menschen mit vorbestehenden Herz/Lungenerkrankungen sind es bis zu 75 Prozent.

Test der Trinkwasseranlage auf Legionellen

Für einen Legionellentest wird dem Speicher der Warmwassererzeugungsanlage eine Probe entnommen. Diese wird in einem Labor untersucht, der Test kostet etwa 30 bis 40 Euro. Da dieser Test verpflichtender Bestandteil der Wartung der Warmwasserversorgungsanlage ist, kann er in der Regel auf die Mietnebenkosten umgelegt werden. 

Maßnahmen gegen Legionellen in der Trinkwasseranlage

Werden Legionellen in der Trinkwasseranlage festgestellt, muss die gesamte Anlage einschließlich aller Zapfstellen dekontaminiert werden. Dies kann auf verschiedene Arten geschehen:

  • Thermische Desinfektion: Alle Zapfstellen müssen für drei Minuten mit heißem Wasser von über 70 °C betrieben werden.
  • Chemische Desinfektion: Mit Chlor, Chlordioxid ooder Natium- und Calciumhypochloritlösungen wird das Trinkwasser dekontaminiert. Auch eine Behandlung mit Ozon ist möglich, technisch aber recht aufwändig. Der thermischen Desinfektion sollte der Vorzug gegeben werden.
  • UV-Desinfektion: Auch mit UV-C-Licht können die Bakterien inaktiviert werden, allerdings können sie in Amöbenform überleben. Hier ist eine zusätzliche Ultraschallbehandlung angeraten.
  • Membrantechnik: Mittlerweile sind äußerst feine Filteranlagen auf dem Markt, die sogar Bakterien und Viren ausfiltern können. In modernen Trinkwasseranlagen sind häufig Filter dieser Art integriert.

Bauliche Vorschriften zur Vermeidung von Legionellenbefall

Die Vermeidung von Infektionen des Trinkwassers beginnt bei der Planung der Hausinstallation: Insbesondere nach umfangreichen Umbaumaßnahmen kann es vorkommen, dass sich in toten Strängen des hausinternen Leitungsnetzes das warme Wasser staut. Diese toten Stränge müssen daher stillgelegt werden. In Regionen mit sehr hartem Wasser ist die Installation eines Wasserenthärters nicht nur aus Gründen der Wasserqualität sinnvoll: Weicheres Wasser stellt den Legionellen auch weniger Nährstoffe zur Verfügung. 

Weiterführende Informationen

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