Einen hundertprozentigen Schutz vor Rohrbruch gibt es nicht. Jedoch können Folgeschäden begrenzt werden. So beugen Sie einem Rohrbruch vor und halten Schäden im Rahmen.

Rohrbruch verursacht hohen Kosten

Es ist das Horrorszenario eines jeden Immobilienbesitzers: Geplatzte Wasserrohre, durch die komplette Zimmer geflutet werden. Wände, Decken und Mobiliar tragen massiven Schaden davon. Auf die Betroffenen kommen immense Kosten zu. Darüber hinaus nehmen natürlich auch ideelle Werte Schaden und gehen verloren.

Über eine Milliarde Euro zahlen die deutschen Schadenversicherer pro Jahr für Leitungswasserschäden in der Wohngebäudeversicherung, so die Allianz. Rund drei Viertel des Aufwands lasse sich dabei auf einen Rohrbruch zurückführen.

Rund 3.000 Mal täglich treten in Deutschlands Wohngebäuden Schäden durch Wasser auf. In jedem fünften deutschen Ein- oder Mehrfamilienhaus kam es bereits zu einem Wasserrohrbruch. Insgesamt kommen Wasserschäden zehnmal häufiger vor als Brände. Sie ereilen Hausbesitzer vollkommen ohne Vorwarnung.

So beträgt laut Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Deutschland der jährliche Schadensaufwand bei Leitungswasserschäden rund 2,5 Milliarden Euro.

Rohrbruch was tun?

Sollte es in Ihrem Gebäude zu einem Rohrbruch gekommen sein, müssen sie zuallererst den Hauptwasserhahn abdrehen, um weiteres Austreten von Wasser zu verhindern. Retten Sie danach Mobiliar, Geräte, etc., soweit möglich, vor dem ausgetretenen Wasser.

Wichtig ist außerdem die Dokumentation der Schäden. Deshalb sollen sie unbedingt Bilder der Schäden machen. Dies kann später auch beim Gutachten der Versicherung helfen, um nachzuweisen was geschehen ist.

Rohrbruch Ursachen

Die Ursachen für Rohrbrüche sind simpel. Schuld sind Ablagerungen, Schmutz und Rost in den Leitungen.bei älteren Gebäuden kann es jedoch auch zum Platzen von Rohren durch Frost kommen.

Das Wasser verlässt die Wasserwerke in einwandfreiem Zustand. Auf dem kilometerlangen Transportweg zu den Verbrauchern nimmt es jedoch verschiedene Partikel wie Rostteilchen und Sandkörner auf. Sie stammen meist von den Innenwänden der Rohre des öffentlichen Versorgungsnetzes.

Darüber hinaus kann Sand, Dichtungs- und Beschichtungsmaterial durch Reparaturen und Neuanschlüsse ins Leitungssystem und folglich auch in die Hausinstallation gelangen. Diese Fremdpartikel können sich an den Rohrleitungen im Haus niederlassen. Dadurch kann bereits nach wenigen Monaten eine Lochfraßkorrosion entstehen.

Als Lochfraßkorrosion bezeichnet man die Enstehung von kleinen Löchern in Wasserrohren. Diese führen zu Undichtigkeiten bis hin zum Rohrbruch.

Rohrbruch vorbeugen

Einen hundertprozentigen Schutz vor einem Schaden durch Rohrbruch gibt es nicht. Jedoch können teure Folgeschäden vermieden werden, wenn vorhandene Schäden schnell bemerkt werden. Das Austreten des Wassers muss zur Schadensbegrenzung unmittelbar gestoppt werden.

Leckageschutzgeräte können eine große Hilfe sein um größeren Schaden zu verhindern. Angebracht an der Haus- oder Wohnungseingangsinstalla­­tion überwachen sie kontinuierlich den in­dividuellen Wasserverbrauch.

Im Falle eines ungewöhnlich hohen Verbrauchs sperren Sie die Installation sofort komplett ab. So kann kein Wasser nachfließen und größere Schäden werden effizient vermieden.

Leckageschutz schnell montiert

Der Leckageschutz wird durch einen sogenannten Wasserwächter gewährleistet. Dieser wird an der Hauseingangsinstallation, meist im Keller, installiert. Dieser überprüft mithilfe von softwaregesteuerter Überwachungselektronik sekündlich den Wasserverbrauch.

Das Prinzip ist einfach: Die Armatur enthält eine Durchflussturbine, die permanent überprüft, wie lange und wie viel Wasser gezapft wird. Bei einer überhöhten oder einer zu langen Wasserentnahme sperrt das Gerät die Installation völlig autark ab.

Die individuellen Verbrauchsgewohnheiten werden dabei von der Überwachungselektronik registriert. Deshalb wird der aktuelle Konsum regelmäßig mit zuvor individuell definierten Sollwerten abgeglichen.

Sollten die Werte voneinander abweichen reagiert das Gerät sofort. Im Falle eines Fehlalarms lässt sich die Sperre mit einem Knopfdruck wieder lösen.

Die Überwachungselektronik greift nicht nur bei unkontrolliert austretendem Wasser durch einen Rohrbruch. Auch im Falle von kleineren, unbemerkt auftretenden Leckagen erfasst die Armatur den erhöhten Verbrauch, reagiert umgehend und riegelt die Installation dementsprechend ab.

Solche Leckagen können durch laufende Spülkästen, einen versehentlich nicht abgesperrten Gartenschlauch oder tropfende Armaturen entstehen.

Zwar führen Kleinstleckagen nicht sofort zu gravierenden Wasserschäden, jedoch können sie die Wasserkosten in die Höhe treiben. So können zum Beispiel Zusatzkosten von rund 1.000 Euro durch einen defekten Spülkasten in der jährlichen Wasserabrechnung entstehen.

Ein besonderes Gefühl der Sicherheit geben spezielle Urlaubsfunktion. Diese gewährleisten bei längerer Abwesenheit eine verschärfte Kontrolle.

Lochfraß verhindern mit Wasserfiltern

Ein Wasserfilter kann effektiv vor Lochfraß schützen. Dieser wird unmittelbar hinter der Wasseruhr des Hauses eingebaut. Regelmäßig gewartet schützt er das Trinkwasser vor Schmutz und den Besitzer vor hohen Reparaturkosten durch einen Rohrbruch.

Es gibt zahlreiche Varianten von Wasserfiltern auf dem Markt. Man unterscheidet zwischen Wechselfiltern und Rückspülfiltern. Rückspülfilter spülen, automatisch oder manuell, verunreinigende Partikel zurück und werden so gereinigt. Das sorgt für kontinuierlich gute Filterleistung. Bei Wechselfiltern muss etwa alle sechs Monate das Filterelement ausgewechselt werden.

Außerdem kann man bei starken Verunreinigungen, Nitrat- oder Schwermetallbelastung des Wassers einen Spezialfilter einbauen.

Alle Filter haben gemeinsam, dass Sie für sauberes Trinkwasser sorgen sowie den Kalkgehalt des Wassers mindern. Dadurch entstehen weniger Verkalkungen und Ablagerungen, die zu tropfenden Hähnen oder Verstopfungen führen können. Außerdem werden die Hausleitungen effektiv vor Eindringen von Fremdpartikeln geschützt, was einem Rohrbruch vorbeugt.

Rohrbruch Versicherung: Wer zahlt was?

Bei einem Rohrbruch kommen zwei verschiedene Versicherungen zur Kostenübernahme des Schadens in Betracht. Für Vermieter und Eigentümer die Wohngebäudeversischerung sowie die Hausratversicherung, für Mieter lediglich die Hausratversicherung.

Wohngebäuderversicherungen greifen generell gesagt bei Schäden an Installationen, die von Beginn an zum Gebäude gehörten. Darunter fallen in der Regel:

  • Bodenbeläge
  • Wandbekleidung
  • Nebengebäude (z.B. Garage und Gartenhaus), wenn in der Police aufgeführt
  • Gebäudezubehör, dass der Instandhaltung des Hauses dient (z.B.Werkzeug, Gartengeräte, usw.)

Darüber hinaus greift diese Versicherung auch bei sogenannten Nässeschäden.

Für Schäden an nachträglich eingebauten Geräten oder Hausrat greift meist die Hausratversicherung. Darunter fallen in der Regel:

  • Nachträglich eingebaute Teile (z.B. Einbauküche)
  • Bestandteile auf dem Gebäude (z.B. Terrassenbeleuchtung, Gartenbeleuchtung, Zäune usw.)
  • Beweglicher Hausrat (z.B. Möbel, Teppiche usw.)

Im Falle dessen, das durch den Wasserrohrbruch Eigentum Dritter zu Schaden gekommen ist kommt außerdem die Haftpflichtversicherung hinzu.

Normalerweise wird der Schaden geschätzt und die Reparaturkosten sowie ein Ausgleich für die Wertminderung bezahlt. Zusätzlich werden meist die anfallenden Aufräumarbeiten von der Versicherung übernommen. Das heißt:

  • für den Vermieter: der Mietausfall für maximal 12 Monate
  • für den Mieter: der ortsübliche Mietwert für maximal 12 Monate.

Hinweis: Die oben gebotenen Informationen sind lediglich Richtlinien. Was Ihre Versicherung im Detail abdeckt entnehmen Sie bitte aus Ihrer Verischerungspolice.

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