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Duschen – Die neuen Modelle

Frei nach Shakespeare ist das Duschen heut­zutage tatsächlich ein Wunschkonzert. Ablauf am Boden oder in der Wand, Duschboden oder Duschtasse, ­farbig oder weiß, Glaskabine oder Walk-in-Variante? Wir verschaffen Ihnen einen Überblick.

Sie ist morgendlicher Startpunkt und abendliche Rückzugs-Oase: Die Dusche muss nicht nur unseren verschiedenen Stimmungen entsprechen, sondern auch unseren unterschiedlichen Persönlichkeiten. Die neuen Modelle tun das spielend – und machen auch noch selbstbewusst eine gute Figur.

Kaum ein Funktionsbereich im Bad hat sich in den letzten Jahren so verändert und an Möglichkeiten gewonnen wie die Dusche. Sie wurde als Gestaltungselement neu entdeckt und ihre gewachsene Bedeutung ist auch an den gewachsenen Formaten erkennbar: XXL wird heute geduscht, eventuell gleich mit zwei Kopf­brausen nebeneinander, sodass die Erfrischung auch zu zweit nebeneinander ganz entspannt möglich ist. Möglichst einheitlich fügt sie sich dabei ins Bad und in den Bodenbelag ein, schwellenlos und mit viel Transparenz und Bewegungsfreiheit. Wer im Neubau von Beginn an viel Platz für das Bad einkalkuliert hat oder bei einer Modernisierung zum Beispiel in Zukunft auf die Badewanne verzichten kann, findet unendliche Möglichkeiten für seinen Duschtraum. Aber auch kleine Bäder und schwierige Grundrisse profitieren von der Vielfalt und den technischen Möglichkeiten.

Im Trend: bodengleich duschen

Vor allem, wenn man sich für eine bodengleiche Dusche entscheidet, ist ein fachgerechter Einbau durch einen Installateur absolut unerlässlich. In einem ersten Gespräch werden dabei die Wünsche, Voraussetzungen und Möglichkeiten erörtert. Die wichtigsten Punkte: Art der bodengleichen Dusche, erforderliche Aufbauhöhe, dauerhafte Wasserdichtigkeit und Kosten. Der Installateur ermittelt die aktuelle Aufbauhöhe und prüft die Möglichkeiten für eine bodengleiche Dusche. Denn manche Hersteller kommen zwar auf besonders niedrige Werte zwischen ca. 65 und 75 mm. Durch das benötigte Gefälle für das abfließende Wasser müssen aber zu den Außenrändern häufig noch 30 bis 40 mm hinzugerechnet werden – daher sollte man immer nach der Gesamtaufbauhöhe fragen. Eine Möglichkeit, die Aufbauhöhe zu reduzieren, ist das Einsetzen einer senkrechten Ablaufgarnitur. Dadurch lässt sich eine minimale Aufbauhöhe von 49 mm realisieren. Inzwischen kann der Ablauf zum Beispiel mittels entsprechender Installationselemente auch einfach in die Wand verlegt werden. Das bedeutet zwar nicht, dass der Duschboden keine Aufbauhöhe mehr benötigt, aber es vereinfacht die Leitungsinstallation enorm und stellt ­keinen „Störer“ für die Füße mehr dar.

Übrigens ist schon der Ablauf an sich heutzutage ein Designthema: Ob Wand-, Boden- oder Rinnenentwässerung, überall wird bei den Abdeckungen mit Formen, Materialien und Mustern gespielt. Rinnenabläufe bzw. Linienent­­wässerungen mit designstarken Abdeckungen – sogar erhältlich mit wassersensitiver Lichttechnik – spielen mit dem Wasser und lassen den Duschbereich zum Badmittelpunkt werden.

    

Verfliester Duschboden

Der verflieste Duschboden, der sich an den Bodenbelag des Raums anpasst und somit auch optisch keinerlei „Schwelle“ im Bad bildet, ist sehr beliebt und unter Umständen günstiger als eine Duschtasse. Komplette Elemente aus Hartschaum, zum Teil mit Gewebe und kunststoffvergütetem Mörtel ummantelt, oder Elemente völlig aus Zement werden einfach auf den Boden gelegt oder – vor allem bei Modernisierungen – in den ausgestemmten Estrich eingelassen. Im Beratungs­­-
gespräch wird der erfahrene Badplaner den Aspekt der Dichtigkeit besonders im Auge haben und vor allen Dingen auf die richtige Wahl des Unterbaus achten. Europaweit zugelassene Abdichtungssysteme geben dabei allen Beteiligten Sicherheit. Sie sind am CE-Kennzeichen zu erkennen, das auf den Verpackungen oder dem Produkt selber angebracht ist.

Für Abdichtung und Gefälle sind beim verfliesten Duschboden etwas aufwendigere Arbeiten notwendig, was den Preisvorteil gegenüber einer Duschtasse wieder nivellieren kann. Zu bedenken ist auch, dass aktuell sehr große Fliesenformate in Mode sind, die man kaum passgenau absenken kann. Greift man dann auf kleinere Formate für den Duschboden zurück, ist wiederum der Vorteil der optisch einheitlichen Fläche nicht mehr gegeben und die Hygienepflege für die Fugen wird aufwendiger. Die rutschfesten Fliesenoberflächen und die Fugen bedeuten generell einen höheren Reinigungsaufwand gegenüber der „Duschtasse“.

Die Duschtasse

Flach, flacher, am flachsten: Das können Duschtassen heute ebenso wie ein verfliester Duschboden. Sie passen sich in ihrer Farbauswahl dezent dem Fliesenboden an oder setzen sich auffällig in Szene. Ihre Vorteile gegenüber dem verfliesten Duschboden liegen in der optisch glatten Fläche und den Hygienepluspunkten. Durch ihre Form- und Formatvielfalt zeigen sie sich ähnlich flexibel für die Badgestaltung wie ein verfliester Duschboden. Hersteller bodengleicher Duschen aus Stahl-Email oder Acryl bieten in der Regel passgenaue Montagesysteme für den schnellen und sicheren wasserdichten Einbau an.

Auch aus einer Vielfalt von Materialien lässt sich der Duschboden wählen: Sanitäracryl oder Quaryl® wirken warm und sind leicht zu reinigen. Stahl- bzw. Stahl-Email-Wannen sind sehr robust gegen Schläge und Kratzer. Mineralguss-Duschwannen vereinen all diese Stärken in sich. Sie alle sind gleichermaßen „farbenfroh“ und damit anpassungsfähig an jeden Trend. Außerdem stellen sie auch dort eine schicke Lösung dar, wo ein bodengleicher Einbau einfach nicht umsetzbar ist. Dann kann man mit einer nur 3 bis 4 cm hohen, auf den Boden aufgesetzten Duschfläche einen farbigen Akzent im Bad setzen.

   

Gläserne Schönheit

Im Trend liegen türlose, frei begehbare Großraumlösungen, sogenannte Walk-in-Duschen, die oft nur noch mit einer einzelnen Glasabtrennung begrenzt werden. Dies ist übrigens nicht nur mit einer bodengleichen Dusche, sondern auch mit einer „Podestlösung“ oder Duschwanne schick umzusetzen. Spritzwasser lässt sich nicht wegreden, mit ein wenig davon muss man also leben, wenn man dem Trend zur Walk-in-Dusche folgt. Dann sollte man lediglich die Platzierung der Dusche auch unter diesem Aspekt planen. Selbstverständlich sind auch alle anderen, bisher bekannten und weiter ausgeklügelten Duschabtrennungen bzw.- türen noch aktuell: rahmenlos, teilgerahmt oder profiliert, Pendeltüren für eine komfortable Einstiegsbreite, platzsparende Schiebe-, Gleit- und Pendeltüren, Sonderanfertigungen und Standardmaße.

Vor allem für kleinere Bäder wurden in den letzten Jahren praktische Pendel-Falt-Türen oder Klapptüren entworfen, die ein komplettes „Wegräumen“ der Duschabtrennung an die Wand möglich machen und somit mehr Bewegungsfreiheit z. B. am Waschtisch ermöglichen. Wer Wert auf ein dauerhaft schönes und damit wertbeständiges Bad legt, gibt dem Echtglas (Einscheibensicherheitsglas ESG) den Vorzug gegenüber dem zwar günstigeren, aber kratzempfindlicheren Acryl. Das kann dann auch ganz nach Wunsch individuell bedruckt, satiniert oder getönt werden.