Gefrierschrank oder Gefriertruhe – was verbraucht mehr Energie?

In einem durchschnittlichen Haushalt genießt das Gefriergerät eher wenig Aufmerksamkeit. Meist steht es im Keller oder im Abstellraum und verrichtet unauffällig seinen Dienst – solange das Gerät funktioniert, beschäftigt sich niemand ernsthaft damit. Das Problem: Gefrierschrank oder Gefriertruhe sind die Dauerläufer unter den Haushaltsgeräten. Sie arbeiten 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr und verbrauchen still und heimlich eine nicht unerhebliche Menge an Strom. Wer sich beim Kauf eines neuen Geräts rechtzeitig informiert, spart auf lange Sicht bares Geld. Doch wer verbraucht eigentlich mehr Strom – eine Gefriertruhe oder ein Gefrierschrank?

Die Sache mit dem Volumen

Wie so oft ist es mit einem einfachen Ja oder Nein nicht getan – für eine pauschale Antwort spielen einfach zu viele Faktoren eine entscheidende Rolle. Die sonst recht aussagekräftige Energieeffizienzklasse ist in diesem Fall nur bedingt hilfreich: Aktuelle Gefriergeräte fallen ausschließlich in die Kategorien A+ bis A+++. Doch selbst innerhalb der einzelnen Klassen bestehen große Unterschiede, die über mehrere Jahre eine deutliche Rolle spielen können. Zudem fließt nicht nur der effektive Energieverbrauch in die Zuordnung einer Energieeffizienzklasse ein, auch das Volumen und der Komfort fallen zunehmend ins Gewicht, laut Testsieger.de.

Wesentlich aussagekräftiger ist der Blick auf den angegebenen Jahresenergieverbrauch: Diese Zahl macht die Differenz zwischen verschiedenen Geräten deutlich. Die aktuelle Gefriertruhen-Fraktion verbraucht laut Herstellerangaben meist zwischen 120 und 200 Kilowattstunden pro Jahr – allein hier beträgt der Unterschied satte 60 Prozent. Bei den Gefrierschränken liegt der Jahresverbrauch in der Regel zwischen 190 und 300 Kilowattstunden.

Also sind Gefriertruhen generell sparsamer? Mitnichten: Ein Großteil der Gefrierschränke bietet ein deutlich größeres Gefriervolumen. Während bei den Truhen meist ab rund 250 Litern Feierabend ist, fassen Schränke oft bis zu 350 Liter. Deshalb verbrauchen aktuelle Gefriertruhen zwar oft weniger, eine ausreichende Vergleichbarkeit ist durch die unterschiedlichen Größenklassen jedoch nicht gegeben. Wer das zusätzliche Volumen allerdings nicht zwingend benötigt, kann zur Truhe greifen.

Die Sache mit der Tür

Doch abseits der rein statistischen Verbrauchswerte sind weitere Faktoren maßgeblich, die vom Energielabel nur bedingt erfasst werden. Besonders entscheidend ist dabei die Bauweise der Tür: Bei einem Gefrierschrank ist die Öffnung klassisch auf der Vorderseite angebracht. Wird der Schrank geöffnet, ist die komplette Vorderseite freigelegt – die kalte Luft fällt quasi nach vorne heraus. Die Folge: Nach jedem Beladen muss das Gerät die Luft im Innenraum wieder stark herunterkühlen und verbraucht dabei mehr Strom.

Anders bei der Gefriertruhe: Da kalte Luft stets nach unten sinkt, entweicht beim Öffnen des Deckels deutlich weniger Luft als bei einem Gefrierschrank – ein Hoch auf die Physik. Entsprechend weniger Energie muss die Truhe nach jeder Türöffnung aufbringen, um die eingestellte Temperatur zu halten. Das wirkt sich kostenreduzierend auf den Energieverbrauch aus, ein weiterer Pluspunkt für die Truhe.

Eindeutiges Ergebnis?

Eine Gefriertruhe ist also in den meisten Anwendungsfällen effizienter – warum also greifen trotzdem so viele Haushalte zu einem Gefrierschrank? Die Vorteile der Schrankbauweise liegen auf der Hand: Durch die Ausdehnung nach oben benötigt das Gerät wesentlich weniger Stellfläche als eine Truhe. Besonders für kleinere Wohnungen ist das ein deutlicher Vorteil.

Zudem lassen sich Gefrierschränke durch die separaten Fächer wesentlich komfortabler und übersichtlicher beladen. In der Truhe ist hingegen ein ausgefeiltes Stapelsystem nötig: Mehr als ein paar Trennwände oder Metallkörbe zum Einhängen liefern die Hersteller meist nicht mit. Wer also nicht über einen Kellerraum für das Aufstellen einer Gefriertruhe verfügt oder auf hohen Komfort bei der Vorratshaltung Wert legt, sollte die eventuellen Mehrkosten beim Stromverbrauch in Kauf nehmen und sich für einen Gefrierschrank entscheiden.

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