Jährlich verunglücken im häuslichen Umfeld etwa 256.000 Kinder unter 15 Jahren. Die meisten Unfälle passieren im Kinderzimmer, gefolgt von Küche und Treppen. Über die Hälfte dieser Unfälle sind Stürze z. B. vom Etagenbett oder beim Laufen. Dazu kommen Zusammenstöße, Schnittverletzungen und – besonders schwerwiegend – Verbrennungen, Verbrühungen und Vergiftungen.

Kinder und die Gefahr von Strom

Auf Augenhöhe eines Kleinkindes gibt es viel Interessantes zu entdecken – zum Beispiel Steckdosen, Elektrogeräte oder Stromkabel. Gerade Kleinkinder finden es spannend, einfach mal den Finger in die Steckdose zu stecken. Eine einfache und sichere Maßnahme zum Schutz der Kleinen vor Stromschlag sind Kindersicherungen mit einem eingebauten Verschlussmechanismus, die verhindern dass das Kind mit dem Strom in Berührung kommt. Etwas aufwendiger, dafür aber komfortabler sind Kinderschutzsteckdosen unter Putz, bei denen sich die Löcher der Dose automatisch verschließen, sobald der Stecker herausgezogen wird. Diese werden vom Fachmann installiert.  
Seit Februar 2009 sind in neu installierten Steckdosen Fehlerstrom-Schutzschalter vorgeschrieben. Im Bruchteil einer Sekunde kann dieser Leben retten. Besteht zwischen der Menge Strom, die eine Steckdose verlässt und der, die wieder zurückkehrt, eine Abweichung, unterbricht der so genannte FI-Schalter die Stromzufuhr zum elektrischen Gerät sofort. Das ist besonders im Bad wichtig, aber auch Kinderzimmer sollten durch FI-Schalter abgesichert werden. Dort kann beispielsweise elektrisches Spielzeug schnell gefährlich werden. Bereits in der Hälfte aller Bundesländer sind auch Rauchmelder in Schlaf- und Kinderzimmern Pflicht. Auch ohne Vorschrift machen sie mindestens im Kinderzimmer Sinn.

Kinder in Küche und Bad schützen

Für Kinder ist die Küche ein spannender Ort: Es duftet, es zischt und dampft und in den Schränken gibt es viel Leckeres und Interessantes zu entdecken. Wasserkocher, Kaffeemaschine, Brotschneidemaschinen, scharfe Messer und Reinigungsmittel müssen selbstverständlich außer Reichweite stehen bzw. liegen, Kabel dürfen nicht herunterhängen. Pfannenstiele, die über den Rand des Herdes gucken, erwecken in Kindern die Neugierde – „Was ist das denn da oben wohl?“. Also sollte man Töpfe und Pfannen unbedingt nach hinten drehen und vor allem ein Herdschutzgitter und einen Backofenfenster-Schutz anbringen. Schaffen Sie während des Kochens einen gesicherten Platz in Ihrer Nähe zum Spielen.
Wasser hat seit jeher eine magische Anziehungskraft auf Kinder. Kleine Kinder können aber schon in niedrigem Wasser ertrinken und sollten im Bad nie unbeaufsichtigt sein. Verwenden Sie Anti-Rutsch-Matten und Stoßsicherungen für die Armaturen. Armaturen sollten mit einem Wassertempe­raturregler bzw. einer Heißwassersperre gesichert sein, damit sich Kinder nicht verbrühen. Elektrische Geräte wie Fön und Rasierapparat müssen nach Gebrauch immer vom Netz genommen und weggeräumt werden.

Gefahrenbereich Treppe

Dass die Begriffe “Kindersicherheit“ und “Treppe“ nicht so leicht unter einen Hut zu bekommen sind, leuchtet ein: Schließlich sind Treppen in ihrer Funktion als Verkehrswege eines Hauses alles andere als geeigneter Aufenthaltsbereich oder gar Spielplatz für Kinder. Bei kleineren Kindern müssen Treppen durch ein Treppenschutzgitter gesichert werden; größere Kinder sollten zum vorsichtigen Auf- und Absteigen erzogen werden. Bei Schutzgittern, die ein GS-Zeichen (GS = geprüfte Sicherheit) aufweisen, wurde von einem unabhängigen Prüfinstitut eine Bauartprüfung durchgeführt. Man kann davon ausgehen, dass diese Kinderschutzgitter dem derzeitigen Stand der Technik entsprechen.

Möbel, Fenster, Türen kindersicher machen

Achten Sie beim Kauf von Spielzeug und Kindermöbeln (z.B. Kinderbetten) auf das CE-Zeichen. Das GS-Zeichen (geprüfte Sicherheit) ist ein freiwil­liges zusätzliches Prüfzeichen, das dem Verbraucher den Hinweis auf einen langfristig höheren Sicherheitsstandard gibt. Mit dem Kinderhochstuhl kippeln die Kleinen gerne oder klettern heraus, darum: Stuhl kippsicher aufstellen, eventuell am Tisch fixieren und nur Modelle mit Gurt oder einer anderen Sicherung zwischen den Kinderbeinen wählen. Möbelkanten sollten mit einem Kantenschutz versehen werden, gerade entlang der Laufwege. Schränke und Regale laden zum Klettern ein. Sichern Sie sie gegen Umstürzen. Der Gesundheit des Kindes zuliebe sollte man auf schadstoffgeprüfte Möbel Wert legen.
Spätestens, wenn Kinder bis zum Türgriff hinauf greifen können, sollten Haustüren abgeschlossen und Balkontüren und Fenster mit abschließbaren Beschlägen nachgerüstet werden, sollte dies nicht schon beim Hausbau mit eingeplant worden sein.

Sicherheit für Kinder bei der Hausplanung

Schon in der Planungsphase eines Neubaus kann man Unfallquellen ausschließen. Wie oben bereits erwähnt, lässt man am besten gleich Kinder­sicherheitssteckdosen unter Putz ver­­legen und investiert einige Überle­gungen in die Kabelführungen der einzelnen Zimmer. Eine offene Galerie im Obergeschoss – für das Raumgefühl wunderbar, aber möchten Sie sich wirklich noch zusätzliche Sorgen aufladen? Kinder sind Klettermaxe und stiften sich gegenseitig zu „kleinen Mutproben“ an! Ähnliches gilt für die beliebte offene Küche, die in den Wohnraum übergeht – auch hier sollte man sich überlegen, ob eine breite Glasschiebetür nicht auch noch akzeptabel ist, damit Kindern der jederzeitige Zugang zum Gefahrenort Küche bei Bedarf erschwert werden kann. Bodentiefe französische Fenster oder gar Zugänge zum Balkon müssen nicht unbedingt im Kinderzimmer integriert sein, das ist lediglich eine Sorge mehr – ohne praktischen Nutzen. Treppengrundrisse großzügig zu planen und nicht auf Wendeltreppen oder enge Winkel zu setzen, macht nicht nur das Leben mit Kindern, sondern auch Leben im Alter oder den Transport von Möbeln und ähnlichem leichter. Zumindest in den Wohn- und Schlafzimmern, aber auch im Flur oder bezüglich der Treppe ist außerdem die Auswahl der Bodenbeläge ein „Kinderkriterium“ – Holz ist beispielsweise im Vergleich zu Fliesen nicht nur ein wärmerer „Krabbeluntergrund“, sondern auch weicher, wenn die ersten Gehversuche mit einem Plumps auf den Kinderpo enden. Bei aller Vorsicht sollte man natürlich nicht aus den Augen verlieren: Kinder werden älter, umsichtiger und ziehen irgendwann ganz aus. Das eigene Haus aber sollte einem dann immer noch gefallen.

Unser Buch-Tipp

Nicht nur Haus und Garten , auch Straßenverkehr, Sport und weitere Lebensbereiche begutachtet Jürgen Brück unter dem Aspekt der Kindersicherheit und unterstützt seine Leser dabei, Gefahrenquellen rechtzeitig aufzuspüren, damit sie den Risiken des Alltags besser begegnen können. Eltern sollten diese Gefahren, denen ihre Kinder täglich auch im engsten Umfeld ausgesetzt sind, kennen und in der Lage sein, sie auszuschalten. Hierzu gibt der DIN-Ratgeber zahlreiche wertvolle Hinweise – beispielsweise zur Planung und Ausstattung eines kindgerechten Zimmers oder zu Kindersicherungen in Wohnung und Garten.
DIN-Ratgeber, Jürgen Brück, Kindersicherheit, Gefahren erkennen, Gefahren vermeiden. DIN Deutsches Institut für Normung e. V.
Beuth Verlag, ISBN 978-3-410-17103-4

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