Energiesparlampen

Es gibt ein Leben nach der Glühbirne – die Energiesparlampen sind, mittlerweile, besser als ihr Ruf. Doch ist die Auswahl der richtigen Lampe eindeutig komplizierter geworden.

In den Musterhaus-Zentren sind sie inzwischen gut besucht – Gebäude, die mehr Energie erzeugen, als sie verbrauchen. Manche, aber längst nicht alle, erkennt man an den blauen Dächern: Fotovoltaik vom First bis zur Traufe. Innen nur sparsamste Technik, nur Elektrogeräte der höchsten Effizienzklassen. Und weil einer der Stromfresser die Beleuchtung ist, suchte man bereits in den Prototypen Glühbirnen vergeblich, lange bevor die Europäische Union begann, sie abgestuft nach Wattzahl aus dem Verkehr zu ziehen. Sie nämlich wandeln ganze fünf Prozent der Energie in Licht um, den Rest in Wärme, und halten gerade einmal gute 1.000 Stunden durch. Teurer und klimaschädlicher heizen geht nicht.
 

Beziehungsweise ging nicht, denn seit September 2012 dürfen sie nicht mehr verkauft werden. Am heftigen Widerstand gegen diese verordnete Revolution sind Hersteller und EU indes nicht ganz unschuldig, waren doch die angebotenen Alternativen anfangs alles andere als überzeugend und sogar ökologisch bedenklich.

Kompakt-Leuchtstofflampen

Erhältlich waren zuerst ausschließlich Kompakt-Leuchtstofflampen, die ähnlich wie die lange bekannten Neonröhren funktionieren. In kleinen Glasröhrchen wird Quecksilberdampf unter Spannung gesetzt, die dabei entstehende UV-Strahlung wird beim Kontakt mit dem Leuchtstoff an den Innenseiten zu sichtbarem Licht. Gute Exemplare haben immerhin einen Wirkungsgrad von 25 Prozent. 

Leider finden sich nach wie vor zu viele Produkte mit den alten Kinderkrankheiten in den Läden, weiß die Stiftung Warentest. Mit „Funzeln“ sind sie noch höflich beschrieben und selbst ihre Bestleistung erreichen sie erst ein, zwei Minuten nach dem Einschalten. Anders als die Verpackung verspricht, ist ihr Licht kalt und unheimelig. Auch die Lebens­dauer hat mit den Angaben auf der Packung kaum etwas zu tun und wird durch häufiges An- und Ausschalten noch zusätzlich stark verkürzt. Hinzu kommen im Vorschaltgerät entstehende hochfrequente Wechselfelder, eine der vielen Formen von Elektro­­smog, die zum Teil über den zuläs­sigen Werten liegen.

Last, but not least: das giftige Quecksilber. In den neueren Modellen ist es im Amalgam gebunden, in den älteren liegt es in flüssiger Form vor. Logisch, dass die Kompakt-Leuchtstofflampe wie die Neonröhre im Hausmüll nichts verloren hat, sondern zur Sammelstelle muss (www.lightcycle.de). Was mit ein Grund für ihre Unpopularität ist. Dennoch hält man beim Umweltbundessamt die Kompakten für unterm Strich unbedenklich und nützlich: Würden alle Glühbirnen konsequent durch Sparlampen ersetzt, könne man zehn Großkraftwerke überflüssig machen (siehe auch Kasten „Vertretbares Risiko“).

Davon abgesehen haben Helligkeit, Lebensdauer und Schaltfestigkeit zugenommen, die Qualität des Lichts ist besser geworden, man bekommt alle Töne bis hin zum gemütlichen „extra-warmweiß“ mit hohen Rot- und Gelb-Anteilen, ideal für die Abendstunden, für den ruhigen Ausklang eines Tages. Der Körper schaltet unter dem Einfluss dieser sanften Wellen ein paar Gänge herunter.

Vertretbares Risiko

Im August 2012 wurde im nordrhein-westfälischen Grevenbroich im Beisein des Bundesumweltministers ein neues Braunkohle-Kraftwerk eingeweiht, das jährlich um die 16 Millionen Tonnen des Klimagases Kohlendioxid ausstoßen wird sowie laut BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.) 150 Kilogramm Quecksilber. 

Insgesamt überstiegen die Quecksilber-Emissionen der Kohlekraftwerke bei Weitem das, was aus Kompakt-Leuchtstofflampen in die Umwelt gelangen könne, so das Umweltbundesamt in einer Stellungnahme zum Film „Bulb Fiction“. Der wesentlich niedrigere Stromverbrauch der Lampen diene dem Klima- und Umweltschutz, indem er den CO2-Ausstoß aus Gas- und Kohle-Kraftwerken senke und auch risikobehafteten Atomstrom spare. Zerbreche eine Lampe, genüge es, sofort danach den Raum für mindestens 30 Minuten zu lüften und die Scherben zu entsorgen. Vergiftungsgefahr bestehe dann keine mehr.

Ab dem 1.1.2013 dürften die Lampen nur noch 2,5 mg anstatt 3,5 mg des toxischen Metalls enthalten (www.umweltbundesamt.de).

LED – LEDs do it!

Es zeichnet sich ab, dass die LEDs demnächst übernehmen werden. LED steht für „light-emitting diodes“ oder „Licht emittierende Dioden“ – Halbleitermaterialien, die unter Spannung leuchten. Mit derzeit um die 10.000 Stunden, je nach Typ und Einsatzart auch bis zu 50.000 Stunden Lebensdauer sind sie ungleich ausdauernder und dabei schaltfester und robuster als die Kompakt-Leuchtstofflampen.

Auch sie gaben sich früher eher kühl, mit hohem Blauanteil, so wie heute noch die Scheinwerfer von Bussen, Straßen- und U-Bahnen, inzwischen aber sind warme Farben zu bekommen.

Werden mehrere Dioden in Glühbirnenform vereint und mit den üblichen E-27- oder E-14-Fassungen versehen, ist von „Retrofits“ die Rede. Ihre Lichtausbeute ist bis zu zehnmal so groß wie die der Glühbirne, beträgt bis zu 50 Prozent. Immer noch abschreckend ist ihr hoher Preis, um die 40 Euro kann eine Retrofit-Lampe kosten. Trotzdem eine lohnende Anschaffung, meint die Stiftung Warentest –. nahezu 85 Prozent weniger Strom verbrauchten die Dioden, nach drei Jahren hätten sie sich amortisiert. Aufgrund ihrer hohen Schaltfestigkeit eignen sich LEDs auch an Orten wie zum Beispiel Treppenhäusern. 

Halogen-Lampen

Geht es jedoch um optimale Farbwiedergabe, besonders von Rottönen, empfehlen die Fachleute die weiterhin erhältlichen Halogen-Lampen. Deren Wolframdraht glüht in einem gasgefüllten Kolben, was verglichen mit der klassischen Edison-Birne eine fast doppelt so hohe Ausbeute bringt. Lediglich die der Effizienzstufe C und darunter dürfen ab 2016 nicht mehr verkauft werden. 

Mit dem Griff ins Regal und dem Blick auf die Wattzahl ist es also nicht mehr getan (siehe Kasten „Licht kaufen“). Designer und Lichtplaner, die einerseits dem warmen Wolframlicht hinterhertrauern, haben andererseits die Vorteile der LEDs für sich entdeckt, nutzen längst die äußerst platzsparenden Dioden und basteln mit ihnen filigrane Objekte, manche drahtdünn. Besonders den Minima­listen unter ihnen haben es die Nano-Lichtquellen angetan. Sie lassen sich einfach in Einbaumöbel, Böden, Wände, Decken integrieren – span­­nende und stimmungsvolle Szenarien lassen sich schaffen.

Licht kaufen

Der Lampenkauf ist nach dem Aus für die Glühbirne komplizierter geworden. Man muss jetzt einigermaßen genau wissen, welches Licht man haben will, um die richtige zu finden. Dabei gilt es, die Verpackung aufmerksam zu studieren und notfalls die Verkäufer zu fragen. Nach folgenden Kriterien sollte man sich richten: 

Helligkeit oder Lichtstrom:
Der Lichtstrom wird in der Einheit „Lumen” angegeben. 180 bis 200 Lumen entsprechen der Leuchtkraft einer konventionellen 25-Watt-Glühbirne, die schon 2009 ausgemusterte 100-Watt-Birne kam gemäß Stiftung Warentest auf 1.150 bis 1.270 Lumen (350 bis 390 Lumen: 40 Watt, 590 bis 650 Lumen: 60 Watt; Quelle: „test” 9/2011).

Farbtemperatur:
Maßeinheit für die Farbtemperatur ist „Kelvin” (K); sie stiftet bisweilen Verwirrung, da das Licht umso kälter ist, d.h. einen umso höheren Blauanteil hat, je höher der Wert ist: warmweiß – 2.700 K bis 3.300 K, neutralweiß – 3.300 K bis 5.300 K, tageslicht-weiß/kaltweiß – ab 5.300 K, extra-kaltweiß – ab 6.500 K.

Farbwiedergabe:
Einheit: Farbwiedergabeindex Ra; sollen Lebensmittel, Möbel, Menschen und Mode möglichst ansprechend und echt aussehen, muss die Farbwiedergabe stimmen. Bei einem Farbwieder­gabeindex Ra von 100 (entspricht dem einer Glühbirne) darf man seinen Augen trauen, unter einem Ra von 70 sollte man wirklich nichts und niemanden nach seinem Äußeren beurteilen.

Schaltfestigkeit und Lebensdauer:
Die voraussichtliche Lebensdauer wird in Stunden (h) angegeben, Maß der Schaltfestigkeit ist die voraussichtliche Anzahl der Schaltvorgänge („on/off“), die die Lampe schadlos übersteht (z.B. „10.000 on/off”).

Dimmen:
Ein Symbol auf der Verpackung verrät es: Ist der Dimmer durchgestrichen, muss man weitersuchen.

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