LED Lampen

Seit September 2012 kommen keine Glühbirnen mehr in den Handel. Die Kompakt-Leuchtstofflampe, zuerst als Ersatz angeboten, fand kaum Freunde. Dafür aber mausert sich die LED-Lampe allmählich zum mehr als vollwertigen Ersatz.

Bevor das Aus für die Glühlampe angekündigt wurde, hatten viele die LEDs (von „Light Emitting Diodes”) bereits kennen gelernt, in Hotels, Supermärkten oder Modegeschäften. Kennen, aber nicht schätzen. Schuld war das grelle und zugleich kalte Licht der Dioden, das von einem hohen Blauanteil herrührt. Die Betreiber kümmerte das wenig, angesichts des erstaunlich geringen Strombedarfs der LED-Lampe. Sie verbraucht höchstens ein Fünftel dessen, was die Birne mit dem Wolframfaden schluckt. Und die Tendenz: sinkend. In Plus-Energie-Häusern werden fast nur noch LEDs eingesetzt.

LED Lampen und Quecksilber

Der Leuchtmittelhersteller Pearl GmbH darf keine Energiesparlampen mit zu viel schädlichem Quecksilber mehr vertreiben. So lautet das aktuelle Urteil des Landgerichts Freiburg. Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) hatte bei mehreren Laboranalysen verschiedener Energiesparlampen der Pearl GmbH zum Teil deutliche Überschreitungen des gesetzlich erlaubten Grenzwerts für Quecksilber festgestellt. In einem Fall überschritt der gemessene Höchstwert mit 19 Milligramm (mg) den damals gesetzlich erlaubten Grenzwert um mehr als das Fünffache. Der Aufforderung der Umwelt- und Verbraucherschutzschutzorganisation, eine Unterlassungserklärung vorzulegen und zukünftig keine Energiesparlampen mit zu viel Quecksilber zu vertreiben, lehnte das Unternehmen ab. Deshalb klagte die DUH wegen Verstoß gegen das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG).

Bei den Herstellern von Energiesparlampen gibt es leider noch immer schwarze Schafe, die durch billige Produktionstechnologien schnelles Geld verdienen und dabei Energiesparlampen mit zu hohen Quecksilbermengen verkaufen. Durch die verantwortungslosen Praktiken Einzelner, gerät eine Lichttechnologie in Verruf, die besonders effizient und klimafreundlich ist“, sagt der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. „Es ist kein Zufall, dass die DUH anstelle einer zuständigen Kontrollbehörde dabei ist, einem verantwortungslosen Lampenhersteller das Handwerk zu legen. Die Bundesländer müssen endlich eine funktionierende Marktüberwachung aufbauen und die Einhaltung der Grenzwerte kontrollieren.“

Energiesparlampen sind im Normalbetrieb ungefährlich und ungiftig. Technisch bedingt beinhalten sie jedoch eine geringe Menge Quecksilber, die im Fall eines Bruchs freigesetzt werden kann. Der Grenzwert für Quecksilber in Energiesparlampen wurde zum 1. Januar 2013 europaweit auf 2,5 mg pro Lampe gesenkt. Seit September 2010 müssen Hersteller auf der Verpackung zudem angeben, wie viel Quecksilber in den Energiesparlampen enthalten ist.

LEDs haushoch im Vorteil

Die Glühbirne wird dennoch schmerzlich vermisst, aufgrund ihrer als wesentlich angenehmer empfundenen Strahlung, dank höherer Rotanteile im Spektrum dem sanften Sonnenlicht der Nachmittags- und Abendstunden ähnlich. So wie man es zu Hause in Wohn- und Schlaf­zimmer schätzt, wo man zur Ruhe kommen will. Doch haben die LEDs in dieser Disziplin mittlerweile enorm aufgeholt, strahlen „warmweiß” oder gar „extra warmweiß”.

In anderen Disziplinen sind sie Glühbirnen und ebenso Kompakt-Leuchtstofflampen (KLL), den ersten „Energiesparlampen”, haushoch überlegen. Sie bringen sofort volle Leistung, vertragen häufiges Ein- und Ausschalten, sind robust – und enthalten kein Quecksilber. Äußerlich ähneln sie mit ihren Kolben und mit E27- oder E14-Sockeln als „Retrofits” den Klassikern mit Glühfaden, die recht betrachtet teure, ineffiziente Elektro-Heizungen sind. Lediglich fünf bis zehn Prozent des Stroms wandeln sie in Licht um, den Rest in Wärme, anstatt wie die Retrofits
25 Prozent und mehr.

LEDs als Dauerbrenner

Und während die Energiefresser mit knapp 1.000 Betriebsstunden überdies äußerst kurzlebig sind, halten die meisten LEDs mindestens 6.000 Stunden durch, vereinzelt auch mehr als dreimal so lang, so die schwer be­eindruckten Prüfer der Stiftung Warentest: „Wir brechen unsere Dauertests aus Zeitgründen nach 6.000 Stunden ab. Einige aus vor­herigen Tests haben wir weiter brennen lassen: Sie leuchten mittlerweile seit mehr als 20.000 Stunden ...” (Ausgabe 5/2013). Dabei nimmt die Leuchtkraft natürlich allmählich ab. In welchem Maße das allerdings geschieht, ist von Modell zu Modell unterschiedlich.

Nur die Preise von 20 bis 60 Euro lassen Käufer noch zögern. Rechne man jedoch das Durchhaltevermögen der Dioden und den niedrigen Stromverbrauch dagegen, meinen Stiftung Warentest und die Verbraucherzentralen, mache sich die Investition bereits lange vor Ende der Lebensdauer bezahlt, in der Regel nach drei bis vier Jahren. Gerade dort, wo Dauerbrenner gefragt seien, im Treppenhaus etwa, seien LEDs die einzig richtige Wahl.

Wohlfühllicht oder Arbeitslicht

Baubiologen bemängeln an einigen Modellen „schmutziges Licht” – ein starkes Flimmern in niedrigen und höheren Frequenzen, das den Organismus stresse und zu Unwohlsein und Kopfschmerzen führen könne. Flackern und Brummen können auftreten, sobald eine dimmbare Lampe über einen ungeeigneten Dimmer geregelt wird. Hier gilt es, die aktuellen Testberichte zu sichten und die Herstellerangaben zu beachten.

Zur besonders überzeugenden Farbwiedergabe, am Esstisch zum Beispiel, empfehlen die Warentester noch die nach wie vor erhältlichen Halogen-Glühlampen, den herkömmlichen Glühbirnen an Effizienz leicht überlegen. Doch die LED-Industrie zumindest behauptet, auch in dieser Hinsicht gleichgezogen zu haben. Was übrigens das kalte Licht angeht, für das die erste Generation berüchtigt war, so kann es durchaus seinen Platz im Haus haben. Es wirkt wegen des höheren Blauanteils vitalisierend, steigert die Aufmerksamkeit, denn es unterdrückt im Organismus die Bildung des Schlafhormons Melatonin. Solch ein „Tageslichtweiß” gehört dorthin, wo gearbeitet wird, ins Home Office zum Beispiel, sofern es im betreffenden Raum an echtem Tageslicht mangelt.

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Die Neuen: OLEDs und LECs

Für professionelle Lichtplaner ist das, was im Einfamilienhaus in die Fas­sungen geschraubt wird, schon Schnee von vorgestern. Sie nutzen die Dioden ja gerade, weil sie so klein und „immateriell” sind, unkompliziert in Wände, Böden, Decken und in Möbel zu integrieren. Und hantieren bereits fleißig mit den flächigen OLEDs, organischen LEDs, oder den papierdünnen, flexiblen LECs (elektrochemische Zellen). So sehen die Profis eines nicht allzu fernen Tages auch das Ende der Retrofits kommen. Sind sich aber sicher, dass denen kaum jemand nachweinen wird.

Die richtige Lampe

In der schönen neuen LED-Welt muss man die Angaben auf den Packungen etwas genauer studieren, um die jeweils passende Lampe zu finden:

Farbtemperatur: „Kaltes“ Licht macht wach, ist für den Tagesausklang in Wohn- und Schlafzimmer ungeeignet. Maßeinheit für die Farbtemperatur ist „Kelvin“ (K); sie stiftet bisweilen Verwirrung, da das Licht umso kälter ist, d.h. einen umso höheren Blauanteil hat, je höher der Wert ist: warmweiß – 2.700 K bis 3.300 K, neutralweiß – 3.300 K bis 5.300 K, tageslicht-weiß/kaltweiß – ab 5.300 K, extra-kaltweiß – ab 6.500 K.

Helligkeit oder Lichtstrom: Achtung: Helligkeit – oder Lichtstrom – wird im Alter wichtiger. Der Lichtstrom wird in der Einheit „Lumen“ angegeben. 180 bis 200 Lumen entsprechen der Leuchtkraft einer konventionellen 25-Watt-Glühbirne, die schon 2009 ausgemusterte 100-Watt-Birne kam gemäß Stiftung Warentest auf 1.150 bis 1.270 Lumen (350 bis 390 Lumen: 40 Watt, 590 bis 650 Lumen: 60 Watt; Quelle: „test“ 5/2013).

Schaltfestigkeit und Lebensdauer: Die voraussichtliche Lebensdauer wird in Stunden (h) angegeben, Maß der Schaltfestigkeit ist die voraussichtliche Anzahl der Schaltvorgänge („on/off“), die die Lampe schadlos übersteht (z.B. „10.000 on/off“).

Farbwiedergabe: Einheit: Farbwiedergabeindex Ra; im besten Licht
erscheinen Gerichte, Kunstwerke oder Menschen bei einem Farbwieder­gabeindex Ra von 100, wie Glühbirnen ihn erreichen können. Lampen mit einem Ra von unter 70 sollte man im Regal liegen lassen.

Dimmen: Ist das Dimmersymbol durchgestrichen, ist die Lampe nicht dimmbar. Ist sie es, versehen einige Hersteller die Packung zusätzlich mit dem Hinweis „dimmable".

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