Licht und Farben

Licht und Farben spielen sehr stark zusammen und haben einen großen Einfluss auf den umliegenden Raum.

Licht und Farben

Farben wirken bei künstlicher Beleuchtung anders als bei natürlichem Licht. Umgekehrt beeinflusst der Ton der umgebenden Wände und Materialien auch das Raumlicht. Dunkle Farben und grobe Oberflächen reflektieren weniger, sie 'schlucken' das Licht.

Die Lichtfarbe wird in Kelvin angegeben. Ideal für den Wohnbereich ist eine warmweiße (2700 Kelvin) Beleuchtung, die im Gegensatz zum bläulich bestimmten Tageslicht einen großen gelb-roten Anteil hat. Tageslichtweißes (6000 Kelvin) Licht, hebt Kontraste sehr gut hervor und sorgt für eine naturgetreue Farbwiedergabe. Deshalb ist es überall dort angebracht, wo Aktivität im Vordergrund steht und Konzentration gefordert ist. Die Werte stehen auf der Verpackung der Leuchtmittel.

Außerdem spielt die Farbwiedergabe der Lampen eine Rolle. Sie informiert, wie natürlich eine Farbe im künstlichen licht erscheint und wird in sechs Güteklassen eingeteilt. Vor allem über dem Essplatz muss die Farbwiedergabe stimmen, sonst kann es Ihnen passieren, dass Ihre Gäste bei grauen Artischocken und blaustichigen Garnelen den Appetit verlieren.

Lichtdesign

Neben dem Tageslicht – das für unser Wohlbefinden unersetzlich ist – spielt künstliches Licht in der Wohnung eine wichtige Rolle. Lampen und Licht sind Gestaltungselemente, ohne sie gäbe es weder Komfort noch Sicherheit.

Und das Lichtermeer leuchtet in allen Formen und Farben: Klassische Lampenschirme behaupten sich gegen Hightech-Design, kleine Spots strahlen mit Seilsystemen um die Wette, Stehleuchten brillieren neben hängenden Modellen. Leuchten-Entwürfe gehören zum guten Ton unter den Designern. Reine Nutzgegenstände verwandeln sich auf diese Weise in Design-Objekte mit emotionaler Wirkung. Das Spiel mit durchsichtigen und halbtransparenten Materialien, mit Licht und Farbe fasziniert.

Interview mit Alexander Wunsch, Arzt und Lichttherapeut

Licht kaufen – wie geht man vor?
Die richtige Lampe für Küche, Wohnzimmer und Büro zu finden, ist also gar nicht so einfach. Wir fragten Alexander Wunsch, praktizierenden Arzt und Lichttherapeut, was man als Verbraucher beachten muss. Alexander Wunsch forscht, berät und lehrt über die Wirkungen von Licht und Strahlung auf Mensch und Umwelt. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Photobiologie und Phototechnologie (DAfP), der deutschen Lichttechnischen Gesellschaft (LiTG) und Lehrbeauftragter für den Themenbereich „Light and Health” im internationalen Master-Studiengang „Architectural Lighting Design” der Hochschule Wismar.

Wenn ich mich als Privatmann mit dem Thema Licht & Beleuchtung auseinandersetze, stehe ich zunächst vor einem Berg an Informationen: Die Glühlampe gibt's nicht mehr, stattdessen muss ich mich zwischen Halogenlampen, LEDs und Energiesparlampen entscheiden. Worin liegen die wesentlichen Unterschiede?

A.Wunsch: Im Prinzip gibt es zwei Arten von Kunstlicht. Alle Glühlampen, also auch die Halogenlampen, weisen eine natürliche Spektralverteilung auf und strahlen sowohl Licht als auch Wärme ab. Die Allianz von Wärme und Licht ist eine herausragende Eigenschaft natürlicher Lichtquellen. Die anderen Lichtquellen erzeugen ein synthetisches Spektrum, das keiner natürlichen Spektralverteilung entspricht. Diese Systeme produzieren sozusagen ein „Lichtsurrogat", also eine Art minderwertigen Ersatz, dem viele wichtige Eigenschaften von gutem Licht fehlen. Man merkt das z.B. an einer schlechten Farbwiedergabe, besonders bei Hauttönen und im Rotbereich.

Nun möchte ich gerne ökologisch und wohngesund leben. Nach welchen Kriterien sollte ich mich wofür entscheiden?

A.Wunsch: Der Mensch hat sich im Laufe der Evolution an die Charakteristik natürlicher Lichtquellen perfekt angepasst. Daher stellen die synthetischen Lichtquellen aus meiner Sicht keine Alternative dar, insbesondere, wenn die Gesundheit eine Rolle bei der Entscheidung spielt. So gibt es beispielsweise ein umfangreiches Gutachten der französischen Gesundheitsbehörde ANSES, das sogar vor dem Einsatz von LEDs in Privathaushalten warnt, insbesondere dort, wo sich Kinder aufhalten. Da die Leuchtstofflampen aufgrund der Schadstoffproblematik und der schwierigen Entsorgung ebenfalls ausscheiden, bleibt dann nur die Halogenglühlampe, die im Idealfall mit Gleichstrom betrieben werden sollte, damit sie nicht flimmert und keinen Elektrosmog erzeugt.

Licht ist schließlich nicht gleich Licht. Im Wohnzimmer darf''s gemütlich sein, in der Küche funktionell. Kann ich meine Ansprüche auch wohngesund umsetzen?
A.Wunsch: Natürliches Licht, aber auch Kerze und Glühlampe, weisen eine sehr gute Farbwiedergabe auf, obwohl sich die Lichtfarbe von Sonnenlicht und Kerzenlicht erheblich unterscheidet. Daher befürworte ich überall im Haushalt den Einsatz von natürlichem Kunstlicht, schließlich spielt in allen Lebensbereichen der Mensch die Hauptrolle. Wir wollen doch nirgends in der Wohnung blass und krank aussehen. Auch in der Küche ist es vorteilhaft, wenn die Speisen optimal ausgeleuchtet sind und ihre natürliche Farbe haben. Allerdings sollte man in allen Bereichen, in denen man sich auch abends und nachts aufhält, also in Wohnzimmer, Bad und Schlafraum, dafür sorgen, dass man auch schwache Lichtquellen verwenden kann, damit die innere Uhr nicht gestört wird.

Wenn Geld keine Rolle spielt, ist Vieles möglich. Was aber kaufe ich, wenn ich ökologisch und wohngesund leben, aber kein Vermögen ausgeben möchte?
A.Wunsch: Gutes Licht muss nicht teuer sein, im Gegenteil. Was die Anschaffungskosten angeht, sind Halogenlampen immer noch im unteren Preissegment zu finden. Die einzige LED, die ich aufgrund ihrer Lichtqualität empfehlen könnte, kostet hingegen um die 50 €. Was den Stromverbrauch angeht, handelt man ohnehin am ökologischsten, wenn man Lichtquellen, die nicht benötigt werden, einfach abschaltet. Gerade in den Abendstunden ist zu viel Licht, insbesondere solches mit hohem Blauanteil, eher schädlich, da es die Regeneration unseres Organismus behindert und zu Schlafstörungen führen kann.

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