Allergiefreundlich Wohnen ohne Hausstaub & Pollen

Immer mehr Menschen reagieren auf Hausstaub, Pollen oder Schadstoffe allergisch, auch und gerade in ihrem Wohnumfeld. Wir erklären, wie Sie Ihren Neubau möglichst frei von Schadstoffen und Reizen halten können und für Ihre Familie ein allergikerfreundliches Zuhause schaffen.
Wem in den eigenen vier Wänden die Augen tränen und das Atmen schwer fällt, der wird keine Freude am neuen Zuhause haben. Schuld können Schadstoffausdünstungen aus Teppichen, Möbeln oder beispielsweise Matratzen sein, die allergischen Menschen echte Qualen bereiten, aber auch die Gesundheit aller anderen Bewohner beeinträchtigen können. Formaldehyd und Weichmacher erhöhen das Risiko von Anfällen und können bei Asthmatikern Atemnot auslösen.

Saubere Luft per Prüfsiegel, Gütezeichen und Produktlabel

Bei der Wahl von schadstoffarmen Produkten für den Innenausbau und die Einrichtung können Prüfsiegel und Gütezeichen, sogenannte Produktlabels (www.label-online.de), gute Hinweise liefern. Ein besonderes Augenmerk gebührt den Wand- und Fußbodenbelägen schon allein deswegen, weil sie eine riesige Fläche einnehmen. Entweder können die Produkte selbst Schadstoffe ausdünsten oder auch Materialien wie Kleber, mit denen die Beläge verarbeitet wurden. Orientierung finden Bauherren beispielsweise mit dem Produktlabel „ÖkoControl“, das schadstofffreie Möbel sowie Einrichtungsgegenstände und Holzwerkstoffe kennzeichnet. Für Formaldehyd besteht ein Verbot. Das GuT-Signet weist auf schadstoffarme und umweltfreundlich hergestellte Teppiche hin, frei von gesundheitsschädlichen Farbstoffen. Für Schwermetalle, Herbizide und Pestizide legt das Label Grenzwerte fest, die deutlich über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen.

Erholsamer Schlaf ohne Schadstoffe und Milben

Gerade im Bett sind die Atemwege Schadstoffen, Staub, Milben und Schimmelpilzsporen intensiv ausgesetzt. Neben den bereits genannten Siegeln für schadstoffarme Materialien sollte man bei Matratzen auf das „Toxproof“-Zeichen achten. Diese Prüfung garantiert den Verzicht auf Flammschutzmitteln und PVC, andere Stoffe wie Weichmacher, Lösemittel oder Formaldehyd sind entsprechend strenger Grenzwerte limitiert. Für Milbenallergiker schaffen milbenundurchläs-sige Allergikerbezüge Erleichterung. Fachleute weisen darauf hin, dass sich trotz größter Sorgfalt bei der Wohnungseinrichtung ein Restrisiko für Allergenkontakt leider nie ganz vermeiden lässt. Gerade für Asthmatiker bleiben daher die regelmäßige Kontrolle der Lungenfunktionswerte beim Arzt und eine regelmäßige medikamentöse Behandlung alternativenlos, um ernsthafte Probleme zu vermeiden.

Gute Luft

Automatische Wohnraumlüftungen finden aufgrund der Dichtheit von Neubauten bzw. aus Energiespargründen immer häufiger eingesetzt. Die Anlage tauscht die verbrauchte Luft kontinuierlich gegen frische Außenluft aus. Transportiert dabei werden überschüssiger Wasserdampf und unangenehme Gerüche, aber auch mögliche Wohnraumgifte, ab und führt den Räumen frische Luft zu. Die gute Nachricht für Allergiker: besondere Schutzfilter können Pollen und Staub zurückhalten. Regelmäßige Wartung und Reinigung vorausgesetzt, dürfen Allergiker eine wesentlich verbesserte Luft- und Lebensqualität erwarten. Mit der kontrollierten Wohnraumlüftung lässt sich außerdem die Bildung von Schimmel vermeiden. Ein abgeschlossener Windfang sorgt ebenfalls für Erleichterung. Liegt eine sehr starke Pollenallergie vor, kann sogar eine Schleuse mit Pollendusche z.B. ins Untergeschoss integriert werden. Eine Staubsaug-Zentraleinheit sowie kippbare Heizkörper erleichtern das Beseitigen von Hausstaub. Je nachdem, welcher Allergietyp in Ihrer Familie vorliegt, muss das Haus, der Innenausbau und die Einrichtung individuell danach ausgerichtet werden.

Wohnungen können krank machen

Aus den USA stammt der Begriff des „Sick-Building-Sydroms“, eine Bezeichnung für das Phänomen, dass Gebäude krank machen können. Die Krankmacher stecken in den Bodenbelägen, Klebstoffen, Farben, Lacken, Holzschutzmitteln, in den Tapeten und Wandfarben, in Möbeln, in den Ausbaustoffen oder kommen direkt aus der Anlagentechnik, sie können aber auch natürlichen Ursprungs sein – Stichwort Schimmel. Immer noch, so die Umweltmediziner, würden die unspezifischen, diffusen Beschwerden der Patienten, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, zu schnell in die psychosomatische Schublade gesteckt. Aber dann gibt es die hartnäckigen Atemwegserkrankungen, Asthma, die Allergien, oder regelgerechte Vergiftungserscheinungen, etwa des Nervensystems, und natürlich Krebs. Besonders gefährdet sind Kinder. Der junge Organismus ist anfälliger für Innenraumbelastungen, und er ist ihnen länger und intensiver ausgesetzt. Und seitdem unsere Häuser aufgrund strengerer Verordnungen nahezu dicht gebaut werden, wird belastete Raumluft weit langsamer ausgetauscht, es sei denn, es ist eine Lüftungsanlage vorhanden.

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