Farben, Lacke und Lasur

Kleine Veränderungen haben oft große Wirkung. Und vieles kann man mit ein wenig Geschick selbst erledigen – z.B. alte Möbel aufpeppen, Wände neu streichen oder den Gartenzaun frisch lackieren.


Vielleicht können Sie das Rot an der Wohnzimmerwand nicht mehr sehen, denn Grün gefällt Ihnen inzwischen viel besser. Der schöne alte Holzstuhl sieht mittlerweile auch nur noch alt, nicht mehr schön aus. Es gehört nicht viel dazu, solche täglichen „Ärgernisse“ zu ändern und sich in den eigenen vier Wänden wieder richtig wohl zu fühlen.

Wer sich entschließt, den Aufwand selber zu betreiben, sollte eines für die Erfolgsaussichten beachten: Qualitativ hochwertige Farben und Lacke sowie darauf abgestimmtes Equipment – gute Abdeckfolie, die richtigen Pinsel und Roller etc. – sind schon fast die halbe Miete.

Dispersionsfarbe und Acryllack

Um zu verstehen, warum es so enorme Preisunterschiede bei Anstrichen gibt, muss man ein paar Hintergründe kennen: Dispersionsfarbe, also die übliche Wandfarbe, hat nur dann eine verbindliche Qualitätsaussage bezüglich Waschbeständigkeit, Abriebfestigkeit und Deckkraft, wenn sie mit der Euronorm 13 300 bezeichnet ist. Den Begriff „waschbeständig“ darf nämlich jeder Hersteller auf seiner Farbe vermerken – erst im Zusammenhang mit der Euronorm ist sichergestellt, dass die Farbe mindestens 1000 Mal einem definierten Scheuerzyklus standhalten konnte.

Auch bei Lacken hat man die Wahl. In einer Langzeitstudie des „Paint Qualitiy Institute“ schnitten umweltfreundliche, lösemittelfreie Acryllacke besonders gut ab. Sie lassen sich ohne Spritzer auftragen, zerfließen ohne Laufnasen und blättern auch unter extremen Bedingungen nicht ab. Diese Lacke auf Basis von Reinacrylat sind meist mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnet.

Ebenso für innen und außen geeignet sind Lasuren. Holzlasuren ohne Fungizide sind ausschließlich für den Innenbereich geeignet, denn sie schützen nicht vor Pilzbefall. Gleiches gilt für farblose Lasuren, da sie keine Pigmente enthalten, die das Holz vor UV-Strahlen schützen. Die Holzlasuren sind wasserdampfdurchlässig, d. h. ventilierend und lassen die natürliche Maserung des Holzes wirken.

Pinsel und Roller

Der Tipp „Mit Qualität geht’s besser“ bezieht das Werkzeug mit ein. Vor allem die Pinsel: Ein Qualitätspinsel hat dicht verpackte, lange, feste und spitz zulaufenden Borsten, die zurück in die Form springen, wenn man sie biegt. Angeschrägte Beschneidpinsel eignen sich sehr gut für präzise Arbeiten, wie z.B. das Abgrenzen von aufeinander stoßenden Flächen, und unterschiedlich große Pinsel haben verschiedene Funktionen, z.B. 1“- bis 2“-Pinsel für dünne Umrandungen; 2“ bis 2 1⁄2“ für Türen, 3“- bis 4“-Pinsel für breite Wandflächen.

Gleiches gilt für Roller: Für einen möglichst glatten Auftrag von Anstrichstoffen auf Kunstharzbasis empfiehlt sich der Farbroller aus Lammfell und natürlichem Mohair. Walzen mit synthetischem Flor sind für Acrylatfarben geeignet. Kurzflorige Roller von 6 mm bis 9 mm eignen sich am besten für glatte Flächen, langflorige Roller von 12 mm bis 25 mm werden für rauhes Mauerwerk oder Blockmauerwerk verwendet. Also: Je glatter die Oberfläche ist, die Sie streichen möchten, umso kürzer sollte der Flor sein.

Farben sprühen

Den Heimwerker freut’s: Wände streichen wird mit neuen Farbsprühsystemen jetzt noch einfacher – vorausgesetzt man ist bereit, ab circa 120 Euro für ein solches Sprühsystem zu investieren. Die Vorteile: Ecken müssen nicht vorgestrichen werden, der Farbauftrag geht schneller vonstatten als mit Pinsel oder Rolle und wird gleichmäßiger, auch an schwer zugänglichen Stellen. Natürlich können auch Möbel, Türen, Zäune etc. mit Lacken und Lasuren „gesprüht“ werden, schon nach einem Arbeitsgang wird damit eine homogene Oberfläche erreicht. Bei der Arbeit mit dem Sprühsystem sollte ein Mundschutz getragen werden, wegen des feinen Sprühnebels ist eine gute Abdeckung aller umliegenden Böden, Möbel, Türen etc. ebenfalls angeraten.

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Holz lackieren und lasieren

Lackiert oder lasiert werden kann so gut wie alles, was unter den Zeichen der Zeit leidet – draußen und drinnen. In Wohnbereichen sollten wasserverdünnbare Lacke verwendet werden. Die Vorgehensweise für Lacke und Lasuren ist in etwa die Gleiche:
Holzmöbel sollte man zunächst mit warmem Seifenwasser von Schmutz, Schimmel und Moos befreien und mit einem weichen Tuch abreiben, unversiegeltes Holz danach mit Schleifpapier anrauen, Schleifpartikel entfernen und gut trocknen lassen. Bei Holzoberflächen, die bereits lackiert waren, muss der alte Lack gründlich entfernt werden: Oberfläche gründlich mit einer Drahtbürste reinigen, den Lack mit einem Spachtel abkratzen und danach ordentlich schleifen. Vor dem Anstrich eine Acrylgrundierung aufzutragen, erhöht die Lebensdauer. Zum Schluss wird mit einem für das System geeigneten Lackierpinsel eine Acryl-Lasur oder Acryl-Buntlack aufgetragen.

Metall lackieren

Auf Metalloberflächen werden zuerst eventuelle Rostflecken mit der Drahtbürste entfernt, anschließend raut man sie mit Schmirgelpapier an und entfernt Schmutz- und Schleifpartikel mit Wasser. Nach dem Trocknen – die nötige Trockenzeit findet sich auf dem Gebinde – wird Rostschutz-Grundierung und anschließend der Acryllack aufgetragen, in jedem gewünschten Farbton.

Sollen die Küchenschränke mehr Pepp bekommen? So geht’s: Schranktüren abschmirgeln und eine Grundierung auf Wasserbasis auftragen – für Kunststoff, Metall und Holz gibt es jeweils spezielle Produkte. Es folgen ein bis zwei Aufträge eines Acryllacks mit Hochglanzeffekt.

Wände streichen

Schauen Sie sich Ihre Wände ganz genau an, bevor Sie mit der Renovierung beginnen. Blättert die alte Farbe ab oder hat sie Risse? Haben sich Schimmelflecken gebildet? Müssen alte Tapeten entfernt werden? Letzteres geschieht am besten mit einem Dampfgerät. Rauhe Holzoberflächen und Rigips-Platten mit ausgebesserten Fugen sollten vor dem Anstrich glatt abgeschliffen und alle Untergründe gut gesäubert werden, bevor es ans Abkleben der Bodenleisten, der Lichtschalter und Steckdosen etc. und ans Streichen geht.

Die Arbeit beginnt immer an der hellsten Lichtquelle, also meist in einer Ecke am Fenster. Wer nicht mit einem Sprühsystem arbeitet, streicht mit einem kleinen Pinsel entlang der Ränder. Um sichtbare Übergänge zu vermeiden, sollte die Farbe nicht trocknen, bevor sie mit den großen Flächen beginnen – zuerst mit der Deckenfläche, damit keine Farbe auf fertig gestrichene Wände tropft. Mit der Rolle wird der Anstrich zunächst kreuz und quer über die Wand verteilt und anschließend mit geraden, sich überlappenden Bahnen senkrecht nachgezogen. Soll es bunt gemischt werden? Wenn sich Abschnitte an der Wand in den Farben unterscheiden sollen oder die Zimmerdecke einen anderen Farbton als die Wand erhält, werden die bereits fertigen Anstriche mit Malerkrepp abgedeckt und so zum nächsten Abschnitt sauber abgegrenzt. So zaubert man aus dem eigenen Zuhause mit überschaubarem Aufwand eine neue Wohlfühlwelt.

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