Neue Tapeten selber tapezieren

Wirkt Ihr Zuhause nicht mehr so richtig wohnlich? Dann kann es auch am Anblick der Wände liegen! Ob Raufaser- oder Vliestapete, tapezieren kann man ganz leicht selbst.

Irgendwann hat man sie satt, die Schatten und Abnutzungserscheinungen an Decken und Wänden. Dann hilft nur noch eins - Die alte Tapete muss runter. So verhelfen frisch tapezierte Wände zu einem neuen Wohngefühl und schaffen noch ganz nebenbei ein gesünderes Raumklima.

Nach Streichen zählt Tapezieren zu den Lieblingstätigkeiten von Heimwerkern. Und das ist auch nicht verwunderlich, denn kaum etwas geht selbst Anfängern so einfach von der Hand wie ein Tapetenwechsel.

Selbst gemacht! – voller Stolz präsentieren Bauherren die frisch tapezierten Räume ihres neuen Heims. Selbermachen macht Spaß und entlastet das Budget. Doch für welche Tapete soll man sich entscheiden, wenn die Auswahl so riesig ist?

Raufasertapete selber tapezieren

Ein absolut strapazierfähiger, wohngesunder und preisgünstiger Wandbelag ist nach wie vor die Raufaser. Der Klassiker ist robust, verzeiht eventuelle Ungleichmäßigkeiten, hat keine zu berücksich­tigende Muster oder Strukturen und lässt sich deshalb unproblematisch verkleben. Außerdem kann man Raufaser in wenigen Arbeitsschritten leicht selbst tapezieren und überstreichen. 

Die Arbeitsschritte

  1. Den Kleister nach Herstellerangaben anrühren.
  2. Die Raufaser entsprechend der ausgemessenen Wandhöhe plus einer Zugabe von 10 cm auf dem Tapeziertisch zuschneiden.  
  3. Nun die ersten Bahnen satt und gleichmäßig mit einem Quast einpinseln und anschließend im Verhältnis ein Drittel zu zwei Dritteln zusammenlegen.
  4. Den Kleister 10 bis 15 Minuten einweichen lassen. 
  5. Die erste Bahn exakt lotrecht einzeichnen und mit jeweils fünf Zentimeter Überstand zur Decke und zum Boden entlang der Markierung ankleben.
  6. Die Raufaser nun mit einer Tapezierbürste oder -rolle von innen nach außen blasen- und faltenfrei glatt streichen. 
  7. Hiernach auch die restlichen Bahnen auf Stoß, das heißt direkt nebeneinander, ankleben
  8. Die überstehenden Ränder an Decke und Boden mit einer Schere abschneiden oder entlang einer Spachtelkante abreißen.
  • Zuerst wird der Kleister nach Herstellerangaben angerührt. Danach kleistert man die Rückseite der Tapetenbahnen ein. Foto: Erfurt
  • Fertig eingekleistert wird die Tapete zusammengelegt. Foto: Erfurt
  • Danach muss die Tapete zehn bis 15 Minuten weichen. Foto: Erfurt

Beachten Sie, dass sich die Tapete durch das Einkleistern pro Bahn ca. einen Zentimeter ausdehnt, die Weichzeiten sind unbedingt einzuhalten. Damit sich eine Bahn beim Trocknen an der Wand nicht wieder auf die ursprüngliche Breite zusammenzieht, muss der Kleister schneller trocknen als die Tapete und die Bahn unter Spannung mit dem Untergrund verbinden. Durchzug und Heizungswärme sind zu vermeiden.

Da alle Bahnen dieselbe Weichzeit haben sollten, immer nur so viele einkleistern, wie in 15 Minuten verarbeitet werden können.

Vliestapete selber tapezieren

Tapeten aus Vlies kann man noch leichter selbst tapezieren. Anders als die Papiertapeten, die zuerst eingeweicht werden müssen, wird hier der passende Vlieskleister direkt auf die Wand aufgetragen.

  1. Den Tapetenkleister nach Herstellerangaben anmischen. 
  2. Die Bahnen an der Wand ausmessen und anzeichnen
  3. Dann die Lotgerade an der Wand anzeichnen. 
  4. Die Tapetenbahnen auf die Wandhöhe zuschneiden
  5. Danach die Wand mit einer Rolle mit dem Kleister einstreichen
  6. Nun die Tapete an die Wand legen und andrücken. Dabei muss die Bahn an der Lotgeraden ausgerichtet werden. 
  7. Mit einem Nahtroller die Nähte rollen. Das sorgt für saubere Übergänge.
  8. Zum Schluss die Überstände abschneiden. Ein Lineal zu Hilfe nehmen. 

Die Vliestapete gilt als extrem robust, sie dehnt sich weder aus noch schrumpft sie und kann sogar Risse an der Wand überdecken. Der Vorteil der leichten Verarbeitung gilt auch für den Renovierungsfall, da ist sie nämlich wieder trocken von der Wand abzuziehen.

  • Man misst an der Wand die Tapetenbahnen ab. Foto: Marburg
  • Damit die Tapetenbahnen später gerade ausgerichtet sind, zeichnet man eine Lotternde an. An dieser richtet man die Tapetenbahnen aus. Foto: Marburg
  • Man schneidet die Tapete auf die Wandhöhe zu. Foto: Marburg
  • Nun kleistert man die zu beklebende Wand mit Kleister ein. Dazu verwendet man am besten eine Rolle. Foto: Marburg
  • Nun wird die Tapete an der Wand angebracht. Man streicht sie mit einer Tapetenbürste glatt. Foto: Marburg
  • Anschließend rollt man die Nähte mit einem Nahtroller glatt. Foto: Marburg
  • Zum Schluss schneidet man Überstände ab. Dafür nutzt man am besten ein Lineal oder Spachtel. Foto: Marburg

Zwei Tipps für unauffälligere Tapetennähte

Immer vom Fenster in den Raum hinein arbeiten und unbedingt Zugluft vermeiden, damit der Trocknungsvorgang nicht zu schnell vonstatten geht. Raufaser hat sich als ideales Einstiegsprodukt bewährt: Denn der Klassiker ist robust, verzeiht eventuelle Ungleichmäßigkeiten, hat keine zu berücksichtigen Muster oder Strukturen und lässt sich deshalb unproblematisch verkleben.

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