Niedrige Bauzinsen

Bauzinsen befinden sich auf einem historischen Tiefstand und bleiben dort vermutlich noch eine ganze Weile. Wer 200.000 Euro aufnimmt, zahlt unter Umständen weniger als das, was er für eine größere Wohnung an monatlichen Mietkosten hat. Doch nicht jeder Bauherr bekommt gleich niedrige Bauzinsen. Was muss er tun?

Mit einer Laufzeit von 25 Jahren ist man auf der sicheren Seite. Die Rückzahlungsraten ändern sich über den gesamten Zeitraum der Zinsfestschreibung nicht. Wer zwei Prozent Tilgung wählt, ist mit Ablauf der Zinsbindungsfrist fast entschuldet, wer mit drei Prozent tilgt, ist sogar schneller fertig. Bei kürzeren Laufzeiten muss für die Restschuld nach Ablauf der Zinsbindung neu verhandelt werden. Bei Zinsanstieg kann das zu höheren Raten führen.

Genau vergleichen für niedrige Bauzinsen

3,5 Prozent für 25 Jahre gibt’s nicht bei jeder Bank und nicht für jeden. Zunächst einmal sollten Sie mindestens drei Angebote einholen. Lassen Sie sich von den Instituten den entsprechenden Tilgungsplan dazu aushändigen. Um herauszufinden, wo Sie am günstigsten fahren, sollten die Angebote jeweils die gleiche Zinsfestschreibung haben sowie den gleichen Tilgungssatz. Dann können Sie folgende Zahlen vergleichen:

• Prüfen Sie, bei welchem Angebot am Ende der Laufdauer die Restschuld am niedrigsten ist.

• Die Gesamtsumme der Zinsleistungen zeigt, wie teuer Sie den jeweiligen Kredit einkaufen.

• Checken Sie auch die Rahmenbedingungen. Die günstigste Kondition ist nicht immer das beste Angebot. Wenn Sie Sondertilgungen nur gegen Vorfälligkeitsentschädigung leisten können oder bereits nach kurzer Zeit Bereitstellungszinsen für nicht abgerufene Beträge anfallen, macht das den Vorteil von ein oder zwei Zehnteln hinterm Komma leicht wieder zunichte.

Bonität als Kriterium für Zinshöhe

Zudem bestimmt Ihre finanzielle Leistungsfähigkeit die Konditionen, die die Bank anbietet. Wer besser dasteht, kommt günstiger weg. Beamte beispielsweise haben gute Karten, weil ihr Arbeitsplatz sicher ist. Bei Selbstständigen erleichtert es die Verhandlungen, wenn genügend Eigenkapital vorhanden ist oder sonstige Vermögenswerte nachgewiesen werden können. Durchschnittlich verdienende Arbeitnehmer wiederum sammeln Punkte, wenn sie bereits Bausparverträge haben und die Kredit-Rückzahlungsraten im Budget genügend Spielraum für den Lebensunterhalt der Familie lassen. Aber auch Berufsanfänger, die über wenig Eigenkapital verfügen, müssen nicht gleich mit schlechteren Konditionen vorlieb nehmen. Sofern sie gut verdienen und am Anfang einer vielversprechenden Karriere stehen, kann das ihre „Kreditwürdigkeit“ heben. Da tun sich über 50-Jährige schwerer. Wenn sich die Entschuldung über den Renteneintritt hinauszieht, schlägt sich das sofort negativ auf die Konditionen nieder.
Ein wichtiger Faktor ist außerdem das geplante Haus selbst. Lage und Gesamtkosten bestimmen den Beleihungswert. Der liegt in der Regel an die 20 Prozent unter den tatsächlichen Aufwendungen und ist maßgeblich für die Beleihungsgrenze. Spitzenkonditionen gibt es nämlich nur bis zu 60, maximal bis zu 80 Prozent des Beleihungswertes, je nach Institut.

 

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