Trittschalldämmung

Massivhaus oder Holzbauweise - eine Trittschalldämmung lohnt sich immer. Sie schluckt den Lärm schallender Schritte und hinterlässt angenehme Ruhe. Funktionieren kann sie jedoch nur, wenn sie zur Beschaffenheit des Hauses passt. Eine gründliche Planung vor dem Bau ist daher unerlässlich.

Trittschall vermeiden

Abhilfe schafft eine gute Trittschall­dämmung, indem entweder die Masse der Decke erhöht wird, um so Schwingungen zu verhindern oder mittels akustischer Entkopplung der verschiedenen Schichten im Fußboden.

Für den Raumschall wiederum ist die Verlegetechnik entscheidend für die Stärke des Geräusch­pegels im Raum. Soll der Raumschall möglichst gering sein, muss die Wahl z. B. auf vollflächig geklebtes Parkett fallen. Es wird schubfest auf dem Untergrund fixiert. Die feste Klebung ist hinsichtlich der raumakustischen Eigenschaften wesentlich günstiger als die schwimmende Verlegung.

Trittschall ist nicht zu unterschätzen: Er sorgt für permanente Unruhe im Haus, senkt die Wohnqualität erheblich und hat sogar Auswirkungen auf das soziale Miteinander. Wer diesen Quälgeist nicht im Haus haben möchte, muss möglichst frühzeitig über eine effektive Trittschalldämmung nachdenken. Als Trittschall wird Schall bezeichnet, der durch Bewegung auf dem Fußboden entsteht. Gehen, Laufen, Springen oder auch das Betreiben einer Waschmaschine versetzt den Boden in Schwingung. Diese Schwingung wird von den Bauteilen weitergeleitet und in die darunterliegenden Räume als Schallwellen übertragen. Bauexperten wissen: Je mehr Masse ein Boden hat, desto träger reagiert er auf Bewegung. Das bedeutet, dass auch die Schallübertragung geringer ist. Eine leichte Holzbalkendecke gibt demnach sehr viel mehr Schall weiter, als eine massive Betondecke. 

Trittschalldämmplatten und schwimmender Estrich

Ob Holz- oder Massivbauweise – eine wirkungsvolle Möglichkeit zur Dämmung des Trittschalls ist neben der Masse die konsequente Trennung der begangenen Schicht, dem Estrich, und der eigentlichen Decke mittels einer Trittschalldämmplatte. Mit einer solchen Zwischenlage lassen sich die störenden Geräusche deutlich reduzieren. Bis zu 30 Dezibel weniger Lärm erzielen Bauherren bereits mit einer dünnen Dämmschicht von 20 bis 30 mm Dicke – abhängig vom eingesetzten Material und der damit verbundenen Steifigkeit.

Neben der Dämmung spielt auch der Estrich selbst als Unterboden eine große Rolle. Ob trocken oder nass, er muss schwimmend verlegt werden. Das heißt, er darf keine direkte Verbindung zu den angrenzenden Bauteilen haben. Als separates Bauteil, vom Rohboden und den Wänden durch sogenannte Randdämmstreifen abgekoppelt, federt er die Schritte ab und schluckt einen großen Teil der Gehgeräusche. 

Abkopplung über abgehängte Decke

Eine andere Form der sogenannten Abkopplung bilden abgehängte Decken, deren untere Lage an eigenständigen Holzbalken befestigt wird. Federnd abgehängte Unterdecken hingegen sind mit geringerem konstruktivem Aufwand zu erstellen und erzielen ähnliche Werte. Dabei wird die untere Lage nicht als eigenstän-dige Unterdecke ausgeführt, sondern mit Federschienen, Federbügeln oder Federclips elastisch von den Holzbalken abgehängt und kann so eigenständig schwingen. Diese Maßnahme bietet sich an, wenn die Statik keine oberseitige Deckenbeschwerung zulässt.

Wabenschüttung für Holzbauweise

Bevor Bauherren mit dem Hausbau beginnen, sollten sie sich daher Gedanken über eine passende Trittschalldämmung machen – denn die Anforderungen hängen stark von der Bauweise ab. Wer sich für die Holzbauweise entschieden hat, kommt mit einer einfachen Dämmung mit Mineralwolle und Estrich kaum aus. Um der Forderung nach Masse nachzukommen, sollten leichte Holzdecken künstlich beschwert werden. Bauexperten empfehlen hierfür eine spezielle Wabenschüttung. Diese oberseitige Deckenbeschwerung besteht aus einer Estrich-Wabe, die zunächst vollflächig verlegt und anschließend mit schalldämmendem Granulat befüllt wird.

Tipp für Selberbauer: Die Schüttung am besten von der Tür aus beginnen und dann vorsichtig über die gefüllten Waben vorarbeiten. Auf den gefüllten Waben wird dann Trockenestrich verlegt. Die Vorteile des baufertigen Materials: Trockenestrich ist leicht und dennoch stabil – und daher gerade für die Holzbauweise geeignet. Aufgrund seiner kurzen Verarbeitungszeit garantiert er schnelle Begehbarkeit und bringt außerdem keine Feuchtigkeit ins Haus. Bereits am nächsten Tag kann der Bodenbelag verlegt werden. Im Vergleich dazu benötigt ein Nassestrich eine Trocknungszeit von etwa vier Wochen. 

Estrich-Elemente mit Dämmschicht

Diverse Hersteller bieten Estrich-Elemente, die bereits mit einer Dämmschicht aus hochverdichteter Mineralwolle oder druckfester Holzfaser versehen sind. Die kaschierten Boden-Elemente ersparen Heimwerkern Kosten und Mühe. Statt in zwei Zügen können Dämmstoff und Fertigestrich in einem Arbeitsgang verlegt werden. Die Art der gewählten Kaschierung sollte mit dem geplanten Bodenbelag harmonieren. Mineralwolldämmung ist sehr effektiv für den Schallschutz, dafür aber relativ weich. Eine Holzfaserkaschierung bietet im Vergleich eine etwas geringere Dämmwirkung, dafür aber einen sehr stabilen Bodenaufbau. Dieser wird beispielsweise notwendig, wenn großformatige Naturstein- oder Feinsteinzeug-Fliesen verlegt werden sollen. Hier ist dann deutlich mehr Stabilität notwendig. Was viele nicht wissen: Während die meis-

ten handelsüblichen Trockenestriche nur eine maximale Fliesengröße von 330 x 330 mm zulassen, können auf Fermacell Fertigestrich auch deutlich größere Fliesen verlegt werden.

Trittschalldämmung richtig verlegen

Wer beispielsweise bei einem Ausbauhaus das künftige Eigenheim in Eigenleistung gegen Trittschall dämmen will, sollte vorher den Rohboden prüfen. Denn für eine erfolgreiche Dämmung muss der Untergrund trocken und gleichmäßig sein. Unebenheiten sollten vorher mit einer Ausgleichsschüttung oder geeignetem Nivellierspachtel beseitigt werden. Im ersten Arbeitsgang werden an den Wänden Randdämmstreifen angebracht, damit keine Schallbrücken entstehen. Hierbei ist Sorgfalt geboten, denn sollte der Estrich die Wände berühren, ist der Dämmeffekt gleich Null. Die kaschierten Estrich-Elemente werden im schleppenden Verband, also ohne durchlaufende Fugen verlegt und miteinander verklebt. Zusätzlich werden die 

Platten im Stufenfalzbereich verschraubt. Wandseitig muss der breite Stufenfalz mit einer Stichsäge entfernt werden. 

Estrich-Elemente selber verlegen

Teppich dämpft Trittschall

Auch der eigentliche Fußbodenbelag kann für mehr Ruhe sorgen. Ein hochfloriger, dichter Teppichboden schluckt mit seiner textilen Oberfläche am meisten Schall, auch Tritte werden abgedämpft. Stein, Holz oder Laminat schlucken wegen ihrer glatten Oberfläche wenig Schall bzw. reflektieren den Schall wieder von ihrer Oberfläche. Ganzflächig verklebtes Parkett mindert den Trittschall, wohingegen schwimmend verlegte Böden, insbeson­dere Laminat, noch einen zusätzliches „Klacken“ beim Begehen erzeugen.

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