Das neue Gebäudeenergiegesetz GEG

Drei Buchstaben, zwei Zielgruppen, ein neues Gesetz. Hier lesen Sie, was Bauherren und Renovierer über die neue Gesetzeslage unbedingt wissen müssen.

Das neue GebäudeEnergieGesetz GEG sollte bereits 2019 kommen. Jetzt ist es soweit: Anfang Oktober 2020 tritt das neue Gebäudeenergiegesetz GEG in Kraft. Der aktuell vorliegende Entwurf zum GEG ist vielen Branchenexperten zu "zahm".

Vorgeschichte des Gebäudeenergiegesetz GEG

Lange Zeit galten verschiedene Regelungen – von der EnEV über die EEWärmeG bis zum EEG, die Bauherren und Renovierer beachten mussten. Um mit dem schwer zu durchblickenden Regelungs-Dschungel Schluss zu machen, sollte ein einziges Regelwerk zukünftig alles zusammenfassen: das GebäudeEnergieGesetz GEG.

Es sollte alles beinhalten, was es zum Energiestandard eines Gebäudes zu beachten gilt. Das heißt konkret sowohl Anforderungen an die Gebäudehülle wie die Wärmedämmung beinhalten, aber auch Bestimmungen über den Einsatz regenerativer Energien festlegen.

Dabei sollte eigentlich das Ziel sein, sowohl neue Häuser als auch ältere Gebäude immer energieeffizienter zu machen. Doch genau hier setzt die Kritik der Gegner des Gesetzesentwurfs des GEG an, die sagen, dass man Bauherren und Renovierer nur zu Investitionen bewegen kann, wenn sie Planungssicherheit vorfinden.

Doch da der Gesetzesentwurf zum GEG momentan noch nicht einmal die EU-Gebäuderichtlinie erfüllt, steht zu befürchten, dass in kürzester Zeit wieder nachgebessert werden müsste. Je anspruchsvoller die an ein Gebäude gestellten Anforderung sind, desto mehr treibe dies auch die Baukosten in die Höhe. Das wiederum müsste unbedingt mit Fördermaßnahmen für private Bauherren und Renovierer abgefedert werden.

Vielen Kritikern geht der Entwurf zum GebäudeEnergieGesetz GEG für den Altbau auch noch nicht weit genug. Nachweislich gibt es bei Bestandsbauten die größten Potenziale. Um Modernisier aber zu motivieren, müssen Annreize über Fördermaßnahmen geschaffen werden. Auf europäischer Ebene tritt 2021 eine EU-Gebäuderichtlinie in Kraft, die für private neu gebaute Wohngebäude einen besonders niedrigen Energiestandard fordert.

Ab wann gilt das neue Gebäudeenergiegesetz GEG?

Vom 1. Oktober 2020 an tritt in Deutschland das neue Gebäudeenergiegesetz, kurz GEG, in Kraft. Es ersetzt eine Reihe von bisherigen Gesetzen und Verordnungen, darunter:

  • Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)
  • Energieeinsparungsgesetz (EnEG)
  • Energieeinsparverordnung (EnEV)

Das neue GEG soll langfristigePlanungssicherheit für den Neubau und die Sanierung bringen.

Was bedeutet das neue Gebäudeenergiegesetz GEG für Bauherren?

Um es gleich vorweg zu sagen: Für Bauherren im Neubau ändert sich erst einmal nichts. Die bekannten energetischen Anforderungen an neu gebaute Einfamilienhäuser haben sich nicht geändert. Eigentlich war von viele eine Verschärfung erwartet worden, doch die ist ausgeblieben. Aber für später, konkret für 2023, hat der Gesetzgeber eine Überprüfung der Vorgaben angekündigt.

Auf europäischer Ebene wird längst ein verbindlicher Niedrigstenergiegebäude-Standard gefordert und nun umgesetzt. Ab 2021 müssen alle neuen Gebäude nach den Effizienzhaus(EFH)-70-Standard errichtet werden.

Was bedeutet das neue Gebäudeenergiegesetz GEG für Sanierer?

Hausbesitzer, die eine umfassende Renovierung ihres alten Hauses planen, müssen sich zukünftig an die Vorgaben des GEG anstelle wie bisher an die Bestimmungen der EnEV halten.

Welche Folge hat das Gebäudeenergiegesetz GEG für Photovoltaik?

Strom oder besser Sonnenstrom mit der Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Hausdach zu gewinnen, überzeugt immer mehr Hausbesitzer. Die Vorteile liegen auf der Hand: Durch diese Art der Stromgewinnung werden Umwelt und Klima geschützt und der Hausbesitzer macht sich von den Eneregieversorgern und deren Preispolitik unabhängiger.

Durch das neue Gebäudeenergiegesetzt GEG hat eine Photovoltaikanlage nun auch Einfluss auf die Berechnung des Primärenergiebedarfs des Hauses. Je besser der Energieeffizienz-Standard des neuen Einfamilienhauses ist, je mehr macht sich die Photovoltaik beim Primärenergiebedarf bemerkbar. Allerdings wird die Anrechenbarkeit bei 30 bzw. 45 Prozent der Nutzung eines Batteriespeichers gedeckelt.

Verbietet das Gebäudeenergiegesetz GEG alte Ölheizungen?

Das GEG verhindert generell, dass ab 2026 Ölheizungen neu eingebaut werden. Aber es gibt  Ausnahmen. So sind beispielsweise Ölheizungen im Rahmen von Hybridheizungen erlaubt.

Auch bei Häusern, die nicht anders beheizt werden können, lässt das GEG weiterhin Ölheizungen zu. Von dem Verbot sind auch Kohleheizungen betroffen. Hausbesitzer dürfen ihre Gas- und Ölheizkessel über 30 Jahre lang nutzen. Sind solche Heizungen vor 1991 installiert worden, dürfen sie nicht weiter betrieben werden.

"Fordern und Fördern" lautet die Devise bei Hausbau und Sanierung

Ansprüche an die Energieeffizienz steigen, aber es gibt auch viele Förderungen – und attraktive andere Geldquellen für Bauherren und Modernisierer:

KfW-Förderung von Effizienzhäusern

Mehrwertsteuersenkung beim Hausbau

Förderung bei Sanierung

Baukindergeld

Förderkonditionen 2020

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