Modernes Klinkerhaus

Böse Zungen behaupten, ein Hausbau sei ein Beziehungskiller. Stimmt nicht, sagen Nicole und Jan Linge: Nach einer kurzen, stressfreien Bauphase zogen sie als glückliches und zufriedenes Paar in ihr Wunsch-Haus ein und feierten Hochzeit.

Das Hausbauprojekt hat uns noch mehr zusammengeschweißt, und wir sind daran gereift”, findet das Paar rückblickend.  Als Vor­teil erwiesen sich die übereinstimmenden Vorstellungen und damit die schnelle Einigung bei Entscheidungen. Wichtig sei aber vor allem die Kommunikation: „Wir haben offen über alles miteinander geredet.“

Grundstück

Als sich Jan Linge und seine Lebensgefährtin Nicole Schmidt entschieden, am Niederrhein längerfristig wohnen zu bleiben, begannen die Gedanken an eine eigene Immobilie zu reifen. Sie wollten lieber einen Kredit abbezahlen als Geld an einen Vermieter zu überweisen. Niedrige Zinsen, die Schaffung inflationssicherer Werte und letztendlich die Altersvorsorge sprachen ebenfalls für das Vorhaben. Als ihre Kommune neue Baugrundstücke auslobte, bewarben sie sich spontan und erhielten – zu ihrer eigenen Überraschung – sogar den Zuschlag für eines der Restgrundstücke. Doch sie vertagten die Entscheidung und nahmen stattdessen ein Jahr später erneut, dann aber ganz bewusst und gezielt, an der Grundstücksvergabe teil. Die Zuteilung der Parzellen erfolgt nach einem Punktesystem. Die Bewerber können ihre Präferenzen für bestimmte Grundstücke des Neubaugebiets angeben. Die Gemeinde veräußert das Land geringfügig unter dem aktuellen Marktwert, knüpft aber die Bedingung einer zügigen Bebauung daran. Die finanziellen Mittel für den Hausbau müssen bei Vertragsabschluss nachgewiesen werden.

Das Energie-Konzept

Die Kommune förderte einen gewissen Energiestandard und unterstützte die Bauherren mit Zuschüssen. Die monatlichen Energiekosten für Heizung und Warmwasseraufbereitung in dem  Neubau belaufen sich derzeit auf 40 Euro im Monat. Auch wegen der  niedrigen Betriebskosten hatten sich die Bauherren für einen Neubau und gegen den Kauf eines Altbaus ausgesprochen. Denn für einen vergleich­baren Energiestandard würden sich Modernisierungsmaßnahmen im Kostenbereich eines Neubaus bewegen. Im Haus Linge ergänzen sich bislang zwei Energiequellen: Erd­wärme und Sonne. In Kürze könnte noch ein dritter Partner hinzukommen: Holz. Rein aus optischen Gründen hatten sich die Bauherren für einen Kaminofen entschieden, der nun aber gegen ein wassergeführtes Modell getauscht werden soll. Durch dessen Integration in das Heizungs- und Warmwassersystem wird die Wärmepumpe entlastet und damit deren Stromverbrauch weiter reduziert. Die Rohrleitungen dafür wurden von Anfang an mitverlegt.

Pro Fertighaus

Die Bauinteressenten haben sich im Vorfeld intensiv mit dem Fertigbau auseinandergesetzt und zahlreiche
Erfahrungsberichte verfolgt. „Wir verstehen die Vorbehalte nicht, die es noch gegen Fertigbau gibt”, erklärt Jan Linge, dem die Vorzüge der vorgefertigten Holzhäuser sehr entgegenkam: „Wir hatten keine Lust auf eine neunmonatige Bauphase, wollten Planungssicherheit und nur einen Ansprechpartner.” Ihr Rohbau stand innerhalb von 36 Stunden und weist aufgrund des modernen Wandaufbaus beste Dämmwerte auf. Auch praktische Vorteile – mit einem Akkuschrauber können Befestigungen an der Wand erledigt werden – findet der Bauherr genial. Zudem sieht man dem verklinkerten Haus von außen ohnehin nicht an, welcher Wandbaustoff verwendet wurde. Zu den wichtigsten Argumenten pro Fertighaus zählte auch der Festpreis. Die Abweichung  lag unterm Strich im Promillebereich und die penible Finanzplanung des Paares hatte Bestand. Kritik an Baupartnern und Unzufriedenheit über den Bauablauf kennt Jan Linge nur aus dem Freundeskreis.

Anfangs hatten die Bauaspiranten – wie viele andere – in dieser Situation ein Traumhaus vor Augen. Im Lauf der Detailplanung wurden aus den Wunschvorstellungen realisierbare Pläne. „In dieser Phase schaut man sich alle Häuser plötzlich mit ganz anderen Augen an“, berichten die Bauherren, die auch gezielt Musterhausausstellungen besuchten. In Wuppertal trafen sie auf den Berater von Gussek Haus. Ein Kontakt, der sowohl von der menschlichen als auch fachlichen Seite überzeugte. Es entwickelte sich in der Folge ein guter gemeinsamer Planungsprozess, der mit vorhandenen Hausbeispielen begann, die auf das Grundstück zugeschnitten wurden. „Wir hatten sieben Versionen bis zur endgültigen Lösung”, erzählt Nicole Linge. Von der ursprüng­lichen Basis sind nicht viel mehr als die Dimensionen übriggeblieben. Linges wünschten sich keinen postmodernen Bau, sondern ein Haus, das ihnen auch in 20 Jahren noch gefällt. Das zeigt sich auch an der Fassade: Statt bunter Platten wählten sie Klinker, die ihre wertkonservative Haltung unterstreichen. 

Vorgaben und Freiheiten

Den ersten Bauantrag lehnte die Genehmigungsbehörde ab. Eine Haustür müsse ins Freie enden und dürfe daher nicht unter einem abgeschleppten Dach sein. Dabei wäre diese Lösung so praktisch gewesen, um trockenen Fußes vom Carport ins Haus zu gelangen. Auch ein anfänglich angedachter Wintergarten wurde wieder verworfen, da die Bauvorschriften den Glasanbau betreffend eine Nutzung seines Dachs als Balkon fürs Obergeschoss nicht erlaubt hätte. „Da haben wir uns den Wintergarten und die 15.000 Euro einfach gespart”, erklären die Bauherren, die die Summe dankbar an anderer Stelle für die Innengestaltung und Außenanlage einsetzten. Ansonsten gewährte das Baugebiet allen  Bauprojekten viele Freiheiten. Linges nennen es liebevoll „einen großen Musterhauspark“, weil hier fast alles gezeigt wird, was es beim Bauen gibt.

Technisch gut gerüstet

Gekauft wurde die „technikfertige” Variante, um Wand- und Bodenbe­läge, Türen und die Sanitärausstattung kümmerten sich Linges selbst. Für die Bemusterung benötigten die Bauherren anderthalb Tage, davon nahm allein die Elektroplanung einen halben Tag in Anspruch. Der Bauherr bezeichnet sich selbst als „technik-
affin”, seine Wünsche in diesem Bereich lagen deutlich über dem Standard; entsprechend wurde noch ein Fachberater hinzugezogen. Eine intelligente Haussteuerung inklusive Fensterkontakten wurde vorbereitet, hier möchten die Bauherren aber noch die weitere Entwicklung abwarten und verschoben die Investition.

Fazit

Nicole und Jan Linge vertreten die Meinung, lieber in die eigene Immobilie zu investieren, anstatt Geld für Konsum auszugeben. Mit einem Augenzwinkern rechnen sie bei der einen oder anderen Ausgabe sogar nach, wie viel Quadratmeter Roll­rasen es dafür gäbe. Aber sie sehen auch die emotionale Komponente: Ein Nest für die Familie zu bauen – ein Haus, mit dem man ankommen will. Dabei spielt auch das soziale Umfeld eine Rolle – vor allem die Nachbarn, die zu Freunden wurden. Beim Nachhausekommen heißt es oft: Grillen wir bei euch oder bei uns? Und eine solche Lebensqualität ist sowieso nicht mit Geld aufzuwiegen.

Bautafel

Hausbezeichnung: Kundenhaus, Variante new style m1, KfW-Effizienzhaus 55
Bauweise: Holzständerbau, Klinkerfassade
Dach: versetztes Pultdach
Wohnfläche: EG 86,30 m2, DG 69,30 m2
Jahresprimärenergiebedarf: 37,5 kWh/(m2a)

Hersteller: Gussek Haus
Franz Gussek GmbH & Co. KG,
Euregiostraße 7, 48527 Nordhorn,
Tel.: 0 59 21/1 74-0, www.gussek-haus.de

Weiterführende Informationen

Weiter zum nächsten Thema:

 

oder zurück zum Thema:

News Neubau