Staffelgeschoss mit Flachdach

Eine sehr gradlinige, offene und belichtete Architektur mit hohen Decken, aber ohne Schrägen – so lautete die Vorgabe an Architektin Sandra Poetters. Die Planerin fand als Lösung einen Staffelgeschossbau mit Flachdach. 

Bevor sich das Ehepaar Schöller* ihr neues Eigenheim in Willich-Wekeln, unweit des nordrhein-westfälischen Krefelds, baute, lebte es in einer typischen Altbauwohnung. Doch mit der Zeit sehnten sich Schöllers nach mehr Platz und einem Garten. Nachdem das Grundstück gefunden war, schilderten der Ingenieur und seine Frau der Architektin ihre Vor­gaben für das künftige Traumhaus. „Wir möchten unbedingt hohe Decken, aber keine Schrägen”, lautete ihr Wunsch an die Architektin Sandra Poetters. Gleichzeitig sollten möglichst viel Wohnfläche einhergehend mit geradlinigen Formen, einer offenen Raumgestaltung und viel Tageslicht den Entwurf prägen. Der Bebauungsplan ließ zwar eine sehr freie Gestaltung des Gebäudes zu, war jedoch dahingehend eingeschränkt, dass nach Landesbauordnung Nordrhein-Westfalen nur eine eingeschossige Bauweise zulässig war. Um Vorgaben von Bauherren und Behörden gleichermaßen gerecht zu werden, konzipierte die Architektin ein Staffelgeschoss mit Flachdach. Dank einer Vielzahl großer, bodentiefer Fenster im gesamten Gebäude und der Integration von Lichtöffnungen in das Flachdach, freut sich die kleine Familie nun über die besonders helle und offene 240 Quadratmeter große Wohnfläche – ganz ohne Schrägen.

Altbautypische Deckenhöhe

Wenn die Schöllers die Haustür zu ihrem neuen Zuhause betreten, dann erwartet sie ein großzügiger und heller Eingangsbereich. Dieser wird über den bis zum Dach reichenden Luftraum im Treppenhaus mit zwei Flachdach-Fenstern von Velux belichtet. Großzügig, hell und offen wirken auch alle anderen Räume im Erdgeschoss mit ihrer fast altbautypischen Deckenhöhe von 2,80 Meter und Fenstern, die bis zum Boden reichen. Bemerkenswert ist auch der puris­tische Stil des Neubaus. „Es wurden keine Tapeten verwendet und die verputzten Wände mit weißer Farbe gestrichen”, so die Architektin Poetters. Weiter im Erdgeschoss gelangt man in den großzügigen, fast 60 Quadratmeter großen Wohn-, Ess- und Kochbereich. Dieser ist offen gestaltet und erscheint durch die vielen Fensterelemente immer wieder im neuen Licht. Während Küche und Essbereich eine Einheit bilden, trennt ein dreiseitiger Panorama-Kamin den gemütlichen Wohnzimmerbereich mit „Kuschelecke” ab. Dadurch bietet dieser ohne Fenster ausgeführte Bereich den Schöllers eine Rückzugsmöglichkeit in dem sonst offen gestalteten Wohnbereich. „Hier kann man sich einfach mal zurückziehen und die Seele baumeln lassen”, schwärmt Christina Schöller.

Staffelgeschoss statt eingeschossig

Wer einen Blick ins Obergeschoss werfen möchte, gelangt über die Treppe im Eingangsbereich in das nächste Stockwerk. Das Besondere ist hier die konzipierte Staffelgeschoss-Lösung mit Flachdach. Diese durfte im Obergeschoss nur zwei Drittel der Bruttogrundrissfläche haben und sah zunächst innen liegende „gefangene Räume” vor, die nicht über die Außenmauern zu belichten waren. Um diesen ebenfalls einen offenen und hellen Charakter zu verleihen, integrierte Sandra Poetters Lichtöffnungen im Flachdach. So wird es auf dem Weg ins Obergeschoss mit jeder Stufe heller, denn neben den Fenstern, die das ganze Treppenhaus mit reichlich Tageslicht versorgen, sind auch in dem sich anschließenden Flur des Staffelgeschosses drei weitere Flachdach-Fenster von Velux für eine natürliche Belichtung integriert worden. Vom Flur aus erreicht man das geräumige Elternschlafzimmer inklusive großzügigem hellen Elternbad mit bodentiefen Fenstern sowie einer Sauna. Nebenan freut sich die kleine Tochter Marie über ihr buntes Kinderzimmer, an das ein kleines eigenes Duschbad grenzt. Auch hier sorgt ein großes Flachdach-Fenster für viel Tageslicht und gewährleistet zudem die nötige Belüftung. Zu dem Neubau im nordrhein-westfälischen Willich-Wekeln gehört weiter­hin eine Teilunterkellerung, die ca. 75 % der Erdgeschoss-Grundfläche bemisst. Nicht nur Spielzimmer und Weinkeller haben hier ihren Platz, sondern auch ein Gästezimmer inklusive Dusche und WC. Zudem ist im Kellergeschoss auch der Hausanschlussraum mit dem erforderlichen Wasser- und Stromanschluss sowie eine weitere Besonderheit des Hauses: Eine Erdwärmepumpe erzeugt die benötigte Energie für Heizung und Warmwasser und macht Rechnungen für Öl und Gas überflüssig. 

Bautafel

Bauzeit: Oktober 2010 bis September 2011
Architektin: Sandra Poetters
Grundstücksgröße: 570 m2
Wohnfläche: 240 m2
Brutto-Rauminhalt: 1.100 m2
Baukosten: 350.000 Euro
Dachfenster: fünf Velux Flachdach-Fenster, festverglast mit klarer Kuppel, in der Größe 60 x 60 cm; ein Velux Flachdach-Fenster, zu öffnen mit Regensensor und klarer Glaskuppel, in der Größe 100 x 100 cm

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