Strohballenbau: Ein Haus aus Stroh

Johannes und Viktoria Maringer wollten nachhaltig und günstig bauen – und entschieden sich für einen Strohballenbau.

Da steckt Stroh drin? Man sieht dem Haus seine Bauweise nicht an. Das Einfamilienhaus von Johannes und Viktoria Maringer ist ein sogenannter Strohballenbau

"Wenn ich erwähne, dass die Wände und das Dach voller Stroh sind, können es die meisten Besucher im ersten Moment gar nicht glauben", lacht der Hausbesitzer.

Blog Strohballenbau

Viktoria und Johannes Maringer wollten nachhaltig und günstig bauen. Deshalb entschieden sie sich für einen Strohballenbau. In ihrem Blog teilen sie ihre Ideen und Tipps zum Hausbau mit angehenden Baufrauen und Bauherren.

 

Was ist ein Strohballenbau?

Die Strohlballenbauweise kommt aus den USA. Dort wurden Ende des 19. Jahrhunderts Strohballenpressen produziert. Die ersten Strohballenhäuser entstanden im US-Bundesstaat Nebraska, einer holzarmen Region mit großen Getreidefeldern.

Heute ist der Strohballenbau auch in Europa anzutreffen. In Deutschland gibt es schätzungsweise 900 bis 1500 strohgedämmte Gebäude.

Für die besondere Bauweise werden lediglich nachhaltige Baustoffe eingesetzt. Der Vorteil: Strohballen können in der Regel direkt von lokalen Bauern bezogen werden. Die Halme von Getreidepflanzen sind ein Nebenprodukt der Landwirtschaft, sie wachsen innerhalb weniger Monate nach. 

Was viele nicht wissen: Gepresstes Stroh hat hervorragende Werte in Sachen Wärmespeicherung und Schallschutz. Und mit einer verputzten Lehm- oder Kalkschicht sind Strohballen sehr feuerbeständig. Verdichtetes Stroh kann in Verbindung mit der Lehmschicht sowohl Feuer als auch großer Hitze lange trotzen.

Seit 2014 gibt es für Baustroh eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung, davor benötigte man eine Sondergenehmigung von der Bauaufsichtsbehörde.

Beim Strohballenbau können Bauherren je nach Erfahrung viel in Eigenleistung übernehmen und dadurch Geld sparen. Das war auch ein Argument für das junge Bauherrenpaar Johannes und Viktoria Maringer.

Der Strohballenbau untereilt sich in zwei Kategorien:

  • lasttragend: die Strohballen übernehmen auch die Statik
  • nicht lasttragend: die Last wird von einer Holzkonstruktion getragen, die Strohballen dienen lediglich als Dämmung

Die Vorteile von Strohballenbau im Überblick:

  • nachwachsender Baustoff
  • Rohstoffe aus der Umgebung 
  • wärmedämmend
  • energieeffizient

Traumhaus Strohballenbau

Zuvor lebte das Paar in einer kleinen, selbst ausgebauten Wohnung im Elternhaus von Johannes Maringer. Den Traum vom eigenen Haus, mit ausreichend Platz für die Familie, hatten die beiden davor unabhängig voneinander schon immer. "Dementsprechend früh haben wir angefangen, uns Gedanken darüber zu machen, wie wir einmal leben möchten", erzählt Johannes Maringer.

Das Problem: die Kosten. "Die Baufinanzierung für den Hausbau hat uns immer mehr abgeschreckt als motiviert." 

Den tatsächlichen Startschuss für konkrete Baupläne gab 2007 eine TV-Dokumentationssendung über den Strohballenbau. Fasziniert von der Idee, mit einfachen und natürlichen Materialien ein Haus zu bauen, recherchierte Johannes Maringer zu dem Thema und besuchte sogar einige Bauherren, die bereits in einem "Strohhaus" lebten.

"Damit sah ich eine Möglichkeit, mit viel Eigenleistung und einfachen Baustoffen günstiger zu bauen, als das heute üblich ist", erzählt er.

Anfängliche Bedenken bezüglich Brandschutz oder Ungeziefer beim Strohballenbau waren schnell ausgeräumt. "Das fest gepresste Stroh hat dieselbe Brennbarkeitsklasse wie Holz. Insekten finden in den Strohballen weder Nahrung noch Lebensraum. Außerdem ist in den Wänden die Strohdämmung für Tiere nicht zugänglich", so der fachkundige Bauherr.

Und so entschieden sich die beiden naturverbundenen Bauherren für einen Holzrahmenbau mit Strohballendämmung.

Im österreichischen Salzkammergut, Nähe der bayerischen Grenze, bauten die beiden ein Einfamilienhaus in Strohballenbauweise. Mehr über die Entstehung des individuellen Strohballenbaus lesen Sie auf der nächsten Seite.

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