Das Einfamilienhaus liegt wunderschön im bayerischen Amberg. Die Häuser der bevorzugten Wohngegend sind geprägt vom typischen Baustil der 60er-Jahre. Dagegen wirkt der zweigeschossige Neubau wie ein Solitär.

Es ist ein in sich klar strukturiertes Haus, das eine funktionale und zeitlose Einfachheit ausstrahlt. Keine architektonischen Spielereien und Schnörkel stören das Erscheinungsbild. Das flache Pultdach verleiht dem Gebäude darüber hinaus noch eine zusätzliche, moderne und formvollendete Eleganz.

Aus der schwierigen Hanglage des 1.400 m2 großen Grundstückes mit einem Höhenunterschied von 7,5 m machte der ortsansässige Architekt Peter Seliger eine Tugend, indem er das Areal komplett terrassieren ließ. Auf diese Weise gewann er eine großzügige Grünfläche vor dem Haus und Platz für Einfahrt und Garage. Seitlich neben dem Haus ist jetzt ein Naturgarten mit Teich angelegt.

Baugeschichte: Wärmende Wände

Auf der Eingangsfront lassen großzügige Fensterflächen viel Tageslicht in das Innere des Wohnhauses. An der verschatteten Rückseite befinden sich das Treppenhaus und das Gäste-WC. Diese Front ist aus energetischen Gründen nahezu vollständig mit massivem Kalksandstein-Mauerwerk geschlossen. Wie sämtliche anderen Außenwände besteht sie aus 24 cm „KS-Quadro E“ mit einer 16 cm dicken Kerndämmung und einer 11,5-cm- Kalksandstein-Vorsatzschale, die anschließend verputzt wurde. 

Gebaute Großzügigkeit

Betreten Besucher das Haus, sind die Großzügigkeit, Wohnbehaglichkeit und das angenehme Raumklima förmlich spürbar. Hier dominieren Weite und Offenheit. Die Treppenhausanlage und der großzügige Vorplatz führen an der Garderobe und dem Gäste-WC vorbei und direkt in den Wohnbereich. Zimmer im herkömm­lichen Sinn gibt es hier nicht. Essen, Kochen, Wohnen und Musizieren gehen ineinander über. Im Wohnbereich schaffen große Fenstertüren einen nahezu nahtlosen Übergang zur davorliegenden Terrasse.

Die privaten Rückzugsräume liegen im Obergeschoss. Die einzelnen Funktionsbereiche mit Elterntrakt bestehen aus Schlaf, Ankleide- und Badbereich. Sie sind klar voneinander getrennt, wobei der in der Fassade nach vorne gezogene Bereich des Elternschlafzimmers „aus dem Rahmen fällt“ und eine besonders eindrucksvolle gestalterische Extravaganz des Hauses darstellt. Die übrigen Räume im Obergeschoss sind den Kindern vorbehalten. 

Wandtemperierung KS-Quadro Therm

Der Clou des Hauses: Es wird mit den Wänden beheizt und gekühlt, ohne den Einsatz einer teuren Anlagentechnik. Zusammen mit einer Wärmepumpe ist die Wandtemperierung „KS-Quadro Therm“ eine energieeffiziente und umweltfreundliche Klimaanlage. Sie lässt sich auch mit anderen alternativen regenerativen Energiequellen kombinieren. Architekt Seliger erklärt: „Ich habe die Wandtemperierung schon bei mehreren Gebäuden eingesetzt: Sie ist mit der gesunden und hygienischen Wärmestrahlung eines Kachelofens vergleichbar. Im Gegensatz zu konventionellen Konvektionsheizungen, wie Heizkörpern oder Fußbodenheizungen, arbeitet das System ohne Staub aufzuwirbeln und ohne Luftzirkulation, was besonders Allergiker zu schätzen wissen. Bilder, Einbauschränke etc. können überall angebracht werden, denn die Temperierungsmodule liegen geschützt und sicher vor Beschädigungen durch Bohren, Dübeln etc. in der Wand. Außerdem verhindert das gleichmäßige und flächendeckende Erwärmen der Wände Kondenswasser – sowie Schimmelpilzbildung.“

Für das Beheizen des 240 m2 großen Wohnhauses reicht die Wandtemperierung fast völlig aus. Selbst bei Minusgraden im tiefsten Winter werden nur 29 °C als Vorlauftemperatur benötigt, damit die Räume mit 20° bis 21° angenehm erwärmt werden. Herkömmliche Heizkörper benötigen eine Vorlauftemperatur von ca. 60 °C, um ein vergleichbares Wärmeempfinden zu erreichen. Heizkörper sind nur in den Badezimmern vorhanden und dienen dort gleichzeitig als Handtuchwärmer. Nach dem Einschalten der Heizung werden die Wände mit der Wandheizung zum überdimensionalen Heizkörper.

Im Sommer verwenden die Bewohner die Wandtemperierung zur Kühlung der Räume. Dann zirkuliert kaltes Wasser durch die Rohre im Stein. Selbst wenn draußen ein Hitzechaos ausbricht, ist es in den Räumen angenehm erfrischend.

Installationskanäle mit KS-Quadro E

Der Einbau basiert auf dem massiven Kalksandstein-Mauerwerksystem „KS-Quadro E“. In den Wänden befinden sich mittig im 12,5 cm Abstand von Wandkopf bis Wandfuß lotrechte Installationskanäle. Durch sie werden alle 25 cm nach einem vorgegebenen Installationsplan die Temperierungsmodule gesteckt. Eine weitere Besonderheit erläutert Architekt Seliger: „Zusätzlich zur Wandtemperierung haben wir das Wandsystem genutzt, um die Elektroleitungen in der Wand zu installieren (KS-Quadro Etronic). Bei diesem System muss der Elektriker die Leitungen für Kommunikations- und Alarmanlage sowie für TV/BK/SAT-Anlage durch die freien Installationskanäle von der Decke nach unten zum Wandfuß ziehen. Dann bohrt er mit einem Kronenbohrer die Wand an den gewünschten Stellen auf und löst die Bohrkerne heraus. Diese Aufbohrungen dienen dann als Schalter-, Steck- oder Verteilerdosen. Und später, wenn die Bewohner ein Anpassen oder eine Neuverlegung der Elektroleitungen haben möchten, ist die Neuinstallation schnell und problemlos zu erledigen. Der Elektriker kann Verlauf und Lage der Elektro-Leitungen im Mauerwerk anhand der vorhandenen Schalter-, Steck- und Verteilerdose und des 12,5-cm-Rasters leicht nachvollziehen und die Elektro-Verteilung schnell auf dem gewünschten Stand der Technik bringen. Ohne Fräsen oder Stemmen, so werden Bauschutt, Staub und Lärm weitestgehend vermieden.

Text: Dipl.-Ing. Bernd Niebuhr, Hannover

Weitere Informationen unter www.ks-quadro.de

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