Zugegeben – der Bauplatz hatte Seltenheitswert: Direkt am Naturschutzgebiet, mit unverbaubarem Blick ins Grüne und trotzdem bester Infrastruktur. Der Bau erwies sich als Herausforderung, das Ergebnis in jeder Hinsicht aber zufriedenstellend.

Der fast quadratische Bauplatz liegt etwas verkantet innerhalb länglicher Parzellen, die schon seit Langem bebaut sind. Aus dieser Besonderheit leitet sich die Gebäudeform des Wohnhauses ab: ein mit Flachdach versehener Kubus, der sich in den ansteigenden Hang einfügt. Die gestaffelt angelegten Außenanlagen und die Terrassen fangen den geradlinigen und strengen Baukörper harmonisch auf. Riesige Fensterflächen zur Südwestseite öffnen den Würfel und lassen viel Licht ins Innere.

Die junge Bauherrenfamilie wollte ganz bewusst modern bauen und hatte seit Jahren nach einem geeigneten Grundstück gesucht. Die Wartezeit haben sie sinnvoll genutzt und sich auf ihren Reisen und im Urlaub inspirieren lassen: von architektonisch ansprechenden Häusern, aber auch von innenarchitektonischen Details und Accessoires. Ganz wichtig war dem berufstätigen Ehepaar, dass das Innere großzügig, luftig, offen und hell gestaltet sein sollte. „Im Grunde haben wir das Haus von innen nach außen entwickelt, die Würfelform hat sich fast zwangsläufig daraus ergeben“, so der Bauherr. Dass sie energetisch sinnvoll ist, war ein weiterer Pluspunkt. 

Baugeschichte: Weisser Würfel

Das Innenleben

Als das passende Grundstück endlich gefunden war, ging es schnell voran. Das Haus, das im Kopf der Bauherrenfamilie schon fertig war, realisierte eine vor Ort ansässige Baufirma nahezu ohne Veränderungen und errichtete einen 12 x 12 Meter umfassenden Baukörper aus klassischen Ziegeln. Das Erdgeschoss besteht im Grunde aus einem einzigen offenen Raum, sieht man einmal von einer Gästetoilette und einer Speisekammer ab: Eine offene Wohnküche geht in den ebenfalls offenen Wohnbereich über, dazwischen nur ein von allen Seiten zugänglicher Kamin. Das Herzstück bildet zweifellos der nach Südwesten ausgerichtete „Lichtturm“, der sich hinauf ins Obergeschoss zieht. Hier dominiert der Esstisch aus Nussbaumholz, der von einem prachtvollen Design-Kronleuchter überragt wird. Die filigrane Optik der anspruchsvollen Glasfassade wurde mittels einer Pfosten-Riegel-Bauweise realisiert und erlaubt den ungehinderten Blick weit ins Grüne.

Eine geschwungene Treppe – ebenfalls aus Nussbaum – führt ins Obergeschoss, das neben einem Gäste­zimmer lediglich eine Schlaf- und Badezimmerlandschaft beherbergt, mit einer Sichtachse ebenfalls ins Grüne. „Raumgefühl ist Wohnqualität” lautete das Konzept der Bauherrenfamilie, das bewusst als Kontrastprogramm ausgelegt war zu ihrer vorherigen Wohnsituation: groß zwar, aber von den Räumen her klein, niedrig und eng. Das neue Haus ist das glatte Gegenteil, die Raumhöhe von nahezu 3 Metern trägt dazu einen Großteil bei. Die Bauherren planten sogar noch weiter: „Wir wollten die Trennung von Innen und Außen so weit wie möglich aufheben. Deshalb haben wir große Fensterflächen realisiert, die Balkone zur Süd- und Westseite leiten hinaus in den Garten, der, nur von einem schmalen Sträußchen getrennt, an das Naturschutzgebiet anschließt. Im Winter reduziert der Wärmeeintrag den Energieverbrauch messbar. Gegenüber den beiden anderen Himmelsrichtungen ist das Haus dagegen eher abgeschottet – auch das eine energetisch sinnvolle Lösung.

Im Kellergeschoss, das sich zur vor dem Haus liegenden Straße ebenerdig öffnet, befinden sich eine große Garage, daneben der Technikraum und ein Fitnessraum. Die gestaltende Handschrift der Bauherrenfamilie ist in jedem Detail spürbar, die lange Vorplanungsphase ließ Ideen in Ruhe reifen. Nussbaumholz bestimmt auch die geschosshohen Türen, sämtliche Böden der beiden Wohngeschosse sind mit großforma­tigen Fliesen aus Feinsteinzeug belegt, die matt anthrazitfarben schimmern. Die Arbeitsplatte und der frei stehende Küchenblock greifen dieses Material und den Farbton wieder auf. Die durchgehend weißen Wände reflektieren das Licht im Inneren des Hauses, nur im Wohnzimmer macht eine brombeerfarbene Wand eine Ausnahme.

Die Technik

Da der Bauherr ein Technik-Freak ist, hatte dies seinen Wunsch bestärkt: „Ich wollte zukunftsweisende, aber auch zukunftsfähige Gebäudetechnik in meinen vier Wänden haben.“ In der virtuellen Welt fand auch der „Erstkontakt“ mit Gira statt. Fasziniert war der Hausherr sofort von der einheit­lichen und optisch ansprechenden Schalterwelt – installiert wurde im gesamten Haus die Serie „Gira Esprit“ aus schwarzem Glas – noch interessanter fand er die Möglichkeiten der Gebäudesteuerung, die heute das Wohnen komfortabler, sicherer und energiesparsamer machen.

Intelligente Steuerung

Grundlage dafür ist das leistungsfähige KNX/EIB-System, das alle elektrischen Komponenten im Haus miteinander verknüpft. Die intelligente Steuerzentrale dahinter ist ein Home-Server, bei dem alle Informationen zusammenlaufen und ausgewertet werden. Um ein solches System zu realisieren, bedarf es eines versierten Fachmanns und auch den fand die Bauherrenfamilie über die Internetseite des Herstellers. Denn der Lösungsanbieter rund um die moderne Gebäudesteuerung betreibt ein Kompetenznetzwerk von KNX-Experten, die sogenannten System-Integratoren. Eine Suchfunktion filterte aus dem bundesweit flächendeckenden Netzwerk einen Ansprechpartner in der unmittelbaren Nähe: Anton Hieber aus Schwabmünchen. In seinem Studio fand das Erstgespräch in ganz entspannter Atmosphäre statt. Fortan war der System-Integrator eng in die Planungen miteinbezogen. Seine Aufgabe war es, die Wünsche des Bauherren an die Gebäudetechnik umzusetzen und in ein einheitliches, leicht zu bedienendes System zu integrieren.

Sicherheitsaspekte standen dabei im Vordergrund. In das KNX/EIB-System eingebunden ist die Alarmanlage, mehrere IP-Kameras überwachen den Außenbereich und liefern die Bilder auf die beiden Bedienpanels „Gira Control 19 Client“ im Wohnbereich und im Schlafzimmer.

Ebenfalls mit Video überwacht ist der Eingangs­bereich unten vor dem Haus und die Eingangstür an der Rückseite des Gebäudes – die Türstationen mit Weitwinkelkamera liefern Bilder von jenen Bereichen, die sich vom Inneren des Hauses nicht einsehen lassen. Die Bilder aller Kameras werden auf die Bedienpanels übertragen, sodass diese damit zu erweiterten Wohnungsstationen für die Türkommunikation werden. Die Türstationen im Außenbereich sind mit Keyless In-Funktionen ausgestattet: Der „Gira Keyless In Fingerring“ kontrolliert den Zugang anhand der unverwechselbaren biometrischen Eigenheiten des menschlichen Fingerabdrucks. Er ist sozusagen ein elektronischer Schlüssel, hat aber den Vorteil, immer zur Verfügung zu stehen. Was den Hausherren besonders fasziniert: Verschiedene Finger können unterschiedliche Funktionen steuern. In einigen Monaten soll die Türkommunikation auch auf mobile Endgeräte wie iPhone und iPad installiert werden. Überwacht wird auch der Briefkasten vor dem Haus, der eine Meldung absetzt, wenn tatsächlich Post eingeworfen wurde und wann genau das geschah. Zudem gibt es einen zentralen Feueralarm, zusätzlich separate Rauchmelder in allen Zimmern. Eine Komfortfunktion ist die elek­trische Steuerung einiger Fenster, die nicht per Hand zu erreichen sind. Doch auch hier spielen Sicherheitsaspekte eine Rolle: Spezielle Kontakte zeigen auf den Bedienpanels an, ob noch Fenster und Türen offenstehen, wenn die Familie das Haus verlassen will.

Energiesparend und wohngesund

Modernes Wohnen bedeutete für die Bauherrenfamilie aber auch, energiesparend und wohngesund zu leben. So ist beispielsweise die Heizung – eine Gas-Therme – in das KNX/EIB-System eingebunden, und zwar in Form einer Einzelraumregelung mit Soll- und Ist-Abgleich. Eine Lüftungsanlage versorgt den gesamten Innenbereich mit Frischluft. Für den offenen Kamin hat Anton Hieber eine spezielle Kaminschaltung programmiert. Um das Haus im Sommer optimal zu beschatten, sind die Jalousien mit Automatikfunktionen versehen – sie reagieren, auch wenn die Familie nicht zu Hause ist. Eine Wetterstation auf dem Dach garantiert Sicherheit vor Sturm und Hagel, im Fall der Fälle werden die Jalousien automatisch nach oben gefahren. Über das Internet kann die Wetterstation auch Prognosen abrufen, die vom HomeServer verarbeitet werden. Die Beleuchtung wurde durchgehend mit LED realisiert mit Ausnahme des Kronleuchters im Lichtturm – auch dies eine bauliche Maßnahme, um Energie einzusparen. Eine Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach liefert selbst erzeugten Strom – wie viel im jeweiligen Moment, ist ebenfalls auf den Bedienpanels ab­lesbar. Und nicht nur auf ihnen – die gesamte Gebäudesteuerung lässt sich außerdem mobil per iPhone und iPad überwachen und steuern.

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