Die Holzfassade – natürlich schön und widerstandsfähig

Eine Holzfassade ist durch den Werkstoff Holz besonders natürlich. Doch das bedeutet nicht automatisch Abstriche in puncto Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit.

Die Fassade prägt das äußere Erscheinungsbild des Hauses. Wer aber nur den optischen Eindruck berücksichtigt, denkt zu oberflächlich. Denn die Fassade kann mehr – sie sorgt für Wärme, Ruhe und schützt die Bausubstanz.

Die Fassade ist somit die Schutzschicht des Hauses gegen Wetter- und Umwelteinflüsse, gleichzeitig verbessert sie die Wärmedämmung und den Schallschutz der Gebäudehülle. Wir stellen die vorgehängte Holzfassade vor.

Eine vorgehängte Fassade wird nicht direkt auf das Mauerwerk aufgebracht, sondern auf eine Unterkonstruktion aus Holz oder Metall montiert.

Zwischen tragender Wand und Vorhangfassade befindet sich die Wärmedämmung. Die abschließende Verkleidung ist dem Geschmack überlassen und erlaubt auch die Kombination unterschiedlicher Gestaltungsarten.

Der Schichtaufbau: An der tragenden Wand werden in regelmäßigen Abständen horizontale Kanthölzer befestigt. Dazwischen wird die Wärmedämmung eingebracht, die je nach Wärmedämmwert der Wand vier bis zwölf Zentimeter beträgt.

Auf die horizontalen Hölzer wird eine vertikale Konterlattung genagelt, an der man die eigentliche Fassade „anhängt“. Die Luftschicht zwischen den senkrechten Latten dient als Verdunstungsraum für eventuell anfallende Feuchtigkeit.

Damit die Entlüftung funktioniert, bleibt die Fassade am oberen sowie unteren Rand offen. Ein Lochgitter verhindert, dass Insekten in den Luftraum eindringen.

Die gängigste Verkleidung von Vorhangfassaden ist nach wie vor Holz, sei es als Profilbretter, Schindeln oder Holzwerkstoffplatten. Es eignen sich insbesondere Hölzer, die schon von Natur aus besonders witterungsbeständig sind wie beispielsweise Lärche, Zeder oder Douglasie.

Den besonders rustikalen Eindruck, den Holzfassaden früher machten, vermitteln die modernen Ausführungen mit schmalen Lamellen heute nicht mehr. Mit ihnen wird daher der aktuelle sachliche Architekturstil gerne verwirklicht.

Auch mit vereinzelten Holzelementen an der Fassade wird eine individuelle, aber gleichwohl leichte Optik erzielt. Aus konstruktiver Sicht ist eine senkrechte Anordnung am günstigsten, da Regenwasser dann direkt zum Boden abfließen kann.

Wird aus gestalterischen Gründen eine horizontale Verkleidung bevorzugt, müssen Profilbretter mit den Nuten nach unten verlegt werden, damit sich kein Wasser darin sammeln kann. Eine schöne Lärchenverschalung kostet ab 80 Euro pro Quadratmeter. Wer die natürliche Patina nicht mag, muss regelmäßig alle paar Jahre für einen neuen Anstrich sorgen.

Eine weitere Möglichkeit ist die waagerechte Stülpschalung, bei der sich die Bretter überlappen. Beim vorgehängten Fassadensystem stehen neben Holz diverse andere Verkleidungsmaterialien zur Auswahl.

Für die Gestaltung der Fassade eignet sich durchaus heimisches Holz: besonders robust und wetterfest sind Lärche, Eiche oder Rotzeder. Ein Holzhaus bzw. dessen Holzfassade braucht auch im Außenbereich keinen chemischen Holzschutz. Für die lange Lebensdauer der Holzfassade sorgen drei Dinge:

  1. die heute übliche technische Trocknung des Baustoffs Holz vor dem Einsatz auf der Baustelle auf eine Restfeuchte von etwa 16 Prozent,
  2. die sorgfältige Materialverarbeitung und
  3. ein guter konstruktiver Holzschutz.

Die Kosten für eine Holzfassade liegen je nach Holzart und Oberflächenbehandlung bei ca. 50 Euro pro Quadratmeter, ohne Dämmschicht. Bei einem Einfamilienhaus kann sich das auf Anschaffungskosten in Höhe von 8.000 bis 15.000 Euro summieren.

Pflege der Holzfassade

Damit die Schönheit einer Holzfassade über Jahrzehnte erhalten bleibt, lautet die wichtigste Regel: Schadhafte Stellen im Außenbereich sofort beheben.

Streichen braucht man nicht, wenn man die Holzfassade unbehandelt vergrauen lassen möchte – der Vorgang ist ein natürlicher Schutz­prozess des Holzes, hervorgerufen durch UV-Strahlung und Regen. Diese „Versilberung“ dauert mehrere Jahre und soll die Oberfläche ohne Pflege jahrzehntelang erhalten.

Ansonsten gilt: Wer einmal streicht, muss immer wieder streichen. Keine Angst, man muss nicht gleich jedes Jahr den Pinsel schwingen. Je nach Lage des Hauses, abhängig von der Wetterseite und vor allem von der Art der Oberflächenbehandlung, sind die Pflegeintervalle recht unterschiedlich.

Alle zwei bis drei Jahre sollte bei einer offenporigen Lasur nachgestrichen werden, bis zu fünf Jahre kann man bei einer Dickschichtlasur mit dem Überpinseln warten, und ein Deckanstrich sollte nach drei bis längstens acht Jahren erneuert werden.

Alle Infos rund um konstruktiven Holzschutz und Brandschutz bei Holzfassaden finden Sie auf der nächsten Seite. 

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