Die Wandproduktion für ein Fertighaus

Fertighaus bedeutet, dass ganze Wände und Decken im Werk vorgefertigt werden, was einen schnellen und maßgenauen Hausbau ermöglicht. Auch wenn die Produktion von Fertighaushersteller zu Fertighaushersteller variiert, ist die grundsätzliche Fertigung von Wänden immer ähnlich.

Wandfertigung beim Fertighaus

Die Wandproduktion bei einem Fertighaus-Hersteller ist eine spannende Sache. Zu Beginn der ca. 200 Meter langen Wandfertigungsstraße wird in einer Abbundanlage das Holz für die Außen- und Innenwände zugeschnitten. Was ist eine Abbundanlage? Das ist eine Maschine, die alle Hölzer vollautomatisch und millimetergenau zusägt sowie alle gewünschten Bohrungen und Fräsungen ins Holz ausführt. Es handelt sich um CNC-gesteuerte, also computergestützte Abbundanlgen. Die Daten für die Bearbeitung der Fertighaus-Wände werden von der Arbeitsvorbereitung des Fertighausherstellers direkt an die CNC-Maschine übertragen. In der Arbeitsvorbereitung wird per CAD jedes einzelne Hauses im Detail vorgeplant, sodass maßgenau der Zuschnitt des Konstruktionsholzes und der Platten erfolgen können.

Aufbau des Riegelwerks in der Fertighausproduktion

Nachdem die Hölzer in die CNC-Maschine verlassen, erfolgt der Aufbau des Riegelwerks, sozusagen des Grundgerüsts des Fertighauses. An der Dicke der Holzstiele erkennt man in der Regel, ob es sich um einen Außen- oder Innenwand handelt. Ab und zu muss der Zimmerer hier auch noch ein Loch von Hand bohren. Das hier verwendete Konstruktionsvollholz (KVH) – meistens Fichte und Tanne – darf maximal eine Holzfeuchte von 16 bis 17 Prozent aufweisen. Dimensionen und Abstände des Riegelwerks im Fertighaus werden durch statische Anforderungen festgelegt, Fenster und Türen sind entsprechend ausgespart.

 

Nächster Schritt in der Wandproduktion ist die Nagelbrücke

Der nächste Schritt ist in der Wandproduktion ist die Nagelbrücke. Hier werden die exakt zugeschnittenen OSB-Platten mit Nägeln auf dem Riegelwerk befestigt. Die OSB-Platte dient der Aussteifung der Wand und ermöglicht die Befestigung schwerer Gegenstände (Küchenschränke, Regale etc.) an den Wänden. Auch auf die Anzahl der Befestigungsklammern kommt es an: So werden für ein Haus in einem Erdbebengebiet mehr Klammern eingesetzt. In den OSB-Platten sind bereits zum Beispiel die Steckdosen ausgespart. Die Wand erhält noch eine Dampfbremse und eine Gipskartonplatte. OSB-Platte und Gipskartonplatten werden in der Plattensäge exakt zugeschnitten, gefräst und mit einem Bar-Code zur Identifikation versehen. Der Wandaufbau eines Fertighauses variiert von Fertighaushersteller zu Fertighaushersteller.

Dämmung der Außenwand

Die Außenwände beim Fertighaus werden gedreht und erhalten eine Dämmung (in diesem Fall MIneralwolle) zwischen das Riegelwerk sowie auf die Wandaußenseite (in diesem Fall 160 mm dicke Holzfaserdämmplatten). Solche Holzfaserdämmplatten werden an einer CNC-Plattensäge zugeschnitten, gefräst und gebohrt. Um den Arbeitsbereich möglichst sauber und staubfrei zu halten, wird bei solchen Produktionsprozessen der Staub direkt an der Maschine abgesaugt. Fertighaushersteller wie WeberHaus führen alle verbrennbaren Reste aus der Produktion der werkseigenen Heizanlage als Brennstoff zu. Bei der gesamten Hausproduktion entsteht dann so gut wie kein Abfall.

Abschlussarbeiten in der Wandproduktion

Maschinell wird auf die Außenseite der Außenwände ein Armierungsputz aufgetragen, der mögliche Spannungen in der Außenwand ausgleicht. Erst später nach der Aufstellung des Fertighauses auf der Baustelle wird dann ein Edelputz als Finish auf die Fassade aufgebracht. Auf der Innenseite werden die Wände verspachtelt und sind somit für Tapezier- oder Malerarbeiten vorbereitet. Fenster, Fensterbänke und Rollläden sind bereits vor dem Transport auf die Baustelle eingebaut. Die Vorfertigung in der Werkshalle ermöglicht einen maßgenauen, sauberen und trockenen Wandaufbau, der auf der Baustelle einen optimierten und schnellen Hausaufbau ermöglicht.

Fertighaus-Produktion

Kurzer Blick in die Produktion bei Regnauer Hausbau, anlässlich des 90-jährigen Firmenjubiläums.

Fixer Fertigstellungstermin dank Vorfertigung

Die industrielle Produktion von Wand- und Deckenelementen optimiert die Prozesse auf der Baustelle, denn alle Installationen und Anschlüsse sind bereits vorhanden. Bereits kurz nach der Produktion erfolgten die Verladung der Bauteile, die Fahrt zur Baustelle und der Aufbau des Hauses – der Bauherr kann sich auf einen fixen Fertigstellungstermin verlassen. Die meisten Bauherren wollen zudem den Aufstellungstermin wissen, denn den Aufbau ihres Fertighauses will kaum einer verpassen. Lediglich bei starkem Sturm kann wegen des Krans kein Hausaufbau stattfinden. Und wegen Betonarbeiten kann bei Frost kein Kellerbau stattfinden, ansonsten ist die Produktion beim Fertighaus wetter- und witterungsunabhängig.

Verladung des Fertighauses

Die Produktion ist bestens organisiert und durchgetaktet zwischen der Arbeitsvorbereitung und dem Aufbau liegen in der Regel nur wenige Tage. Als letzter Schritt in der Werkshalle des Fertighaushersatellers erfolgt die Verladung der vorgefertigten Elemente auf einen LKW. Ein spezieller Verladeplan garantiert die richtige Reihenfolge. Für ein Einfamilienhaus benötigt man ca. mehrere LKW-Ladungen. Gut geschützt per Plane geht’s dann zur Baustelle. Mittels Autokran werden die ca. 700 bis 800 kg schweren Wandteile dann an Ort und Stelle gesetzt. Der Aufbau eines anderthalbgeschossigen Einfamilienhauses erfolgt in der Regel an einem Tag, bei zweigeschossigen Häusern werden zwei Tage angesetzt. Dann steht eine komplett geschlossene Hülle und der Innenausbau kann beginnen.

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