Feng Shui galt eine Zeitlang als einer der wichtigen Wohntrends. Inzwischen wurde es etwas ruhiger um die fernöstlichen Wohnweisheiten.

Wohnberatung von Feng Shui bis Wohnpsychologie

Um Feng Shui ist es ruhiger geworden, doch die fernöstlichen Wohnweisheiten werden weiterhin gern angenommen. Zusammen mit anderen esoterischen Ratschlägen von Vastu-Spezialisten und Radiästheten. Die der Wohnpsychologen sind dagegen fundiert, und sie kosten nicht so viel.

Die Wohnberatungs- Branche reagiert flexibel. Feng Shui, das Regelwerk fürs Leben und Wohnen in Harmonie mit dem Universum, ist nur ein Ansatz unter vielen im Portfolio der esoterischen Wohnberater. Der heutige Feng-Shui- Berater ist ein Hybrid. Wer empfänglich ist für die parawissenschaftlichen Erklärungen, dem kommt man mit Vastu, der indischen Variante, oder mit Feen, Nymphen, Geistern, Erdstrahlen und Wasseradern (siehe Kasten Radiästheten). Oder mit allem zusammen. Laut BDF, dem Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V., ist das Interesse unter den Bauherren jedenfalls weiter vorhanden.

Feng Shui – Die Lehre von Chi und Bagua

Nach Vorstellung der Feng-Shui- Anhänger ist überall um uns herum das Chi gegenwärtig. Es ist pure Lebensenergie, treibt und beherrscht Wind (Feng) und Wasser (Shui) und alles andere; es kann gelenkt und an bestimmten Orten konzentriert werden, sodass die Hausbewohner in Harmonie miteinander umgehen, ausgeglichen, glücklich und erfolgreich sind. Die sogenannte Kompass-Schule unterteilt einen Grundriss mittels eines quadratischen Drei-mal-drei-Felder-Rasters und ordnet den acht äußeren Zonen dieses Bagua, die mit den acht Himmelsrichtungen korrespondieren, bestimmte Werte oder Lebensaspekte zu, etwa „Reichtum“, „Partnerschaft“, „Kinder“, „Karriere“. Die Mitte bleibt leer. Fließt das Chi in diesen Zonen, klappt es auch im Leben. Wird es blockiert, drohen familiäre Probleme, Krankheiten, Arbeitslosigkeit. Skeptiker werfen den Beratern, die hierzulande für ihre Dienstleistung schnell 1.500 Euro oder mehr kassieren, ein „Geschäft mit der Angst“ vor.

Radiästheten – Wünschelrutengeher

Wünschelrutengeher – oder Radiästheten – haben weiterhin regen Zulauf von besorgten Mietern, Bauherren, Hausbesitzern, für die sie Wasseradern und schädliche Erdstrahlen aufspüren sollen. Da können Geologen tausend Mal darauf hinweisen, dass das Wasser im Erdboden immer in ganzen Schichten unterwegs ist, wie in einem großen Schwamm, und nicht in Adern. Und Geophysiker
können tausend Mal wiederholen, dass außer Wärme und Erdmagnetismus und vielleicht noch etwas Radon nichts aus dem Boden kommt. Auch keine Kraftlinien, kein Chi.

In nach wissenschaftlichen Kriterien durchgeführten Doppelblind-Tests haben die Radiästheten bisher immer versagt, doch können die Experten nicht ausschließen, dass die Probanden draußen auf dem freien Feld selber an ihre Fähigkeiten glaubten: Halte man die Wünschelrute nach Anleitung unter Spannung, reagiere sie auf minimale Bewegungen der Hände und Arme, auf die der Träger keinen bewussten Einfluss ausüben müsse. Wer mehr über diese und andere „Grenzgänger” wissen will, der schaue auf der Website der GWUP nach, der „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e. V.”: www.gwup.org.

Wohnpsychologie – Bewohner im Mittelpunkt

Wohnpsychologen stellen den Menschen in den Mittelpunkt, fragen die Bewohner. Methoden wie Ergebnisse präsentieren sich trocken und nüchtern. Gemäß der Hamburger Psychologin Antje Flade kann man die Wirkung der gebauten Umgebung in einem Koordinatensystem zwischen den vier Punkten Anregung und Entspannung sowie schlicht angenehmer und unangenehmer Empfindung darstellen. Die hohe Kunst der Architektur wie der Innenarchitektur besteht darin, die einzelnen Räume so zu planen, dass in jedem Zimmer die jeweils gewünschte Wirkung zustande kommt, durch Zuschnitt und Größe, Wahl der Farben, Lichteinfall. Angenehm soll der Aufenthalt natürlich überall sein, doch sollte beispielsweise dort, wo gearbeitet wird, die Atmosphäre anregen, im Schlafzimmer beruhigen. Antje Flade kritisiert in diesem Zusammenhang, dass Kinderzimmer immer noch zu klein angelegt werden, auf Kosten riesiger Wohn-Ess-Bereiche. Was zur Folge habe, dass die Sprösslinge im Wohnzimmer spielten, auf Kosten der Nerven der Eltern. Eine gewisse Angleichung der Raumgrößen ist also empfehlenswert, macht zudem den Grundriss offener für spätere Umnutzung.

Die Vorschläge der Wohnpsychologie klingen zuweilen banal und kosten wenig oder gar nichts, wertlos sind sie deswegen nicht. Schließlich beruhen sie auf überprüften und überprüfbaren Fakten. Eines können sie allerdings nicht – wie Feng Shui & Co. eine „entzauberte” Welt wieder verzaubern, unserer häuslichen Umgebung zwischen Sofa und Zimmerpflanze ihren Platz im Universum geben.

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