Ein Stadthaus, auch Stadtvilla genannt, zeichnet sich in der Regel durch zwei Vollgeschosse aus. Dadurch entstehen vollwertig nutzbare Räume auch im Obergeschoss.

Stadthäuser – Wohnen in City-Lage

Wohnen in der Stadt oder zumindest in Stadtnähe wünschen sich zahlreiche Baufamilien. Letztendlich bietet das städtische Umfeld mehr Möglichkeiten für kulturelle, sportliche und andere Aktivitäten wie Einkaufen, Gastronomie und Erlebnis.

Dafür kostet der Quadratmeter Bauland auch einige Euro mehr. Die Folge: Bezahlbare Grundstücke werden kleiner. und entsprechend die Hausabmessungen immer kompakter. Zur optimalen Ausnutzung der Fläche wird dann in die Höhe gebaut. Viele Haushersteller haben sich auf diese Situation eingestellt und bieten passende Architektur-Konzepte. Dabei kommt dem Dachgeschoss mehr Bedeutung zu, denn Bauherren können es sich nicht leisten, wertvollen Platz für Möbel und zum Wohnen durch schräge Wände einzubüßen. Wenn stattdessen die volle Raumhöhe zur Verfügung steht, gibt es keine Einschränkung.

Hier bieten sich sogenannte Stadt-Villen an. Deren zweigeschossige, oft quadratische Baukörper wirkt großzügig und klar. Die meist verwendete Zeltdachkonstruktion ermöglicht ein Dachgeschoss ohne Schrägen und unterstützt damit die Kopffreiheit sowie die Weitläufigkeitder oberen Etage. Aber auch bei anderen Formen, beispielsweise mit Pultdach oder versetztem Pultdach, kann durch einen hohen Kniestock (über zwei Meter) der gleiche Wohnflächen­gewinn erzielt werden.

Stadtvilla und Bauhausstil im Trend

Im Trend liegen neben der Stadt-Villa zweigeschossige Flachdach-Häuser, angelehnt an den Baustil der Moderne. Weiß verputzte Kastenarchitektur, Flachdächer und Fensterbänder prägen den Bauhausstil. Die sachliche Formensprache der Architekturepoche zu Beginn des 20. Jahrhunderts wirkt bis heute modern. Mehr denn je lassen sich Architekten durch die Entwürfe von Le Corbusier oder Walter Gropius beeinflussen. Dabei halten sie sich allerdings nicht unbedingt an die streng funktionalen Gestaltungsansätze der alten Meister, sondern bringen durchaus auflockernde Elemente: Einschnitte in die zumeist würfelförmigen Baukörper, Akzente an den Fassaden über Farbflächen und Verkleidungen, Dachterrassen oder Erkerbalkone. Den gestiegenen Anforderungen an eine energiesparende Bauweise kommen die einfachen geometrischen Baukörper entgegen. Der Bauhausstil an sich erweist sich als kostenneutral, den Preis bestimmen Größe, Ausführung und Ausstattung.

Quadratischer Grundriss

Wo kein Platz verschwndet werden soll, muss der Grundriss die Fläche optimal nutzen. Der quadratische Grundriss ist eine Möglichkeit. Ein Quadrat ist optimal für die Raumorganisation. Quadratische Grundrisse erlauben sowohl eine traditionelle Raumaufteilung als auch alternative Zuschnitte. Denn je schlauchartiger oder verwinkelter eine Grundfläche ist, desto schwieriger wird die Raumaufteilung. Das gilt vor allem für Familien, die viele Bedürfnisse gleichzeitig berücksichtigen müssen. Wie in einem quadratischen Zimmer die Möbel, so können in einem quadra­tischen Grundriss die Räume freier angeordnet werden. Wohn- und Schlafräume orientieren sich im Idealfall zur ruhigeren Seite des Grundstücks. Küche, Bad, Nebenräume und Diele dürfen auch auf der Straßenseite liegen. Bei Südgrundstücken lässt sich dies dann mit den optimalen Himmelsrichtungen kombinieren.

Quadratische Zimmer lassen sich besser möblieren als längliche, schmale Räume. Von der Raumform unabhängig, muss aber auf jeden Fall genügend Stellfläche für Möbel vorhan­den sein. Für einen großen Schrank benötigt man wenigstens drei Meter fortlaufende Wandlänge. Türen sollten so öffnen, dass sie mög­lichst wenig Stellfläche wegnehmen.

Wohnen und arbeiten

Die Raumaufteilung verläuft nach unterschiedlichen Mustern: Entweder gibt es zum sonst üblichen Wohn-, Ess- und Küchenbereich noch einen eigenen Eltern- oder Gästebereich mit Bad oder – inzwischen sehr im Trend – einen separaten Arbeits- und Bürobereich. Das Obergeschoss bleibt dann den Privaträumen für Eltern und Kinder überlassen.

Beruf und Familie – diese Lebensbereiche sind für Selbstständige meist schwer unter einen Hut zu bringen. Eine räumliche Lösung hilft, diese Situation zu meistern: Wohnen und arbeiten unter einem Dach. Der Vorteil ist offensichtlich, denn auf kürzestem Weg und ohne stressige Fahrtzeiten kann die Arbeit unterbrochen werden, um sich der Familie zu widmen. Ein einfacher Gang in die nächste Etage macht’s möglich.

Wichtig ist, vorab mit dem Bauamt zu klären, ob auf dem vorgesehenen Grundstück eine gemischte Nutzung überhaupt zulässig ist. Eine klare Trennung der Privat- und Geschäftsbereiche ist unerlässlich, damit es zu keinen Beeinträchtigungen kommt.

Wie sich diese Mehrfachnutzung in einem modernen Stadthaus durchdacht realisieren lässt, zeigen auch unsere Beispiele. Bei einer solchen Nutzung des Hauses ist auch der enorme Steuervorteil nicht zu verachten. Bei einer teilweisen geschäftlichen Nutzung des Eigenheims lassen sich sowohl die Baukosten als auch die Zinsen anteilsmäßig als Betriebskosten geltend machen.

Dachgeschoss als Vollgeschoss – Was erlaubt ist ...

Wenn die Fläche kleiner ist, wird halt in die Höhe gebaut, denken Sie. Das ist prinzipiell ganz logisch, aber nicht so einfach. Die geltenden Bauvorschriften für Ihr Grundstück müssen natürlich eingehalten werden. Aus dem Bebauungsplan ergeben sich konkrete Vorgaben – dazu gehören die Grundflächenzahl, die Geschossflächenzahl und die Zahl der Vollgeschosse.

Angenommen Ihr Grundstück besitzt eine anrechenbare Größe von 400 m². Beträgt die Grundflächenzahl 0,5, errechnet sich daraus eine bebaubare Grundfläche von 400 x 0,5 – also 200 m². Oder für Ihr Grundstück von 400 m² ist eine Geschossflächenzahl von 0,6 sowie eine Bebauung mit zwei Vollgeschossen vorgegeben. Dann errechnet sich daraus: 400 x 0,6 : 2 – erlaubt sind 120 m² pro Etage.

Die Baugenehmigung wird von der Baubehörde erteilt, allerdings ohne mögliche privatrechtliche Einschränkungen der Bebaubarkeit eines Grundstücks zu berücksichtigen. Es kann Ihnen also passieren, dass Ihre Baubehörde ein zweigeschossiges Stadthaus genehmigt, aber im Grundbuch vom früheren Besitzer eine so genannte Dienstbarkeit eingetragen ist, die nur eine eingeschossige Bauweise zulässt.

Was als Vollgeschoss definiert wird, regeln die jeweiligen landesrechtlichen Bauvorschriften, meist in einer Formel über die Proportion des Raumes (genauer: welcher Teil der Grundfläche über welche Höhe verfügen darf).

Weiterführende Informationen

Das könnte Sie auch interessieren:

oder zurück zum vorherigen Thema:

oder zurück zum Oberthema

Bücher zum Thema bei Amazon kaufen

Aktuelle TOP 100 Häuser: Individuell und attraktiv

Inhalt:
Individuell und attraktivGebundenes BuchHäuser, Häuser, HäuserHolzfassade, Putz, Beton; Flachdach oder Satteldach; klassisch, modern oder...

Autor: Thomas Drexel
Erscheinungsdatum: 2015-11-23
ISBN: 3421039232

Preis: EUR 29,99

Häuser des Jahres: Die 50 besten Einfamilienhäuser 2015

Autor: Wolfgang Bachmann
Erscheinungsdatum: 2015-09-23
ISBN: 9783766721662

Preis: EUR 59,95

Häuser des Jahres: Die 50 besten Einfamilienhäuser 2016

Autor: Wolfgang Bachmann
Erscheinungsdatum: 2016-09-23
ISBN: 3766722492

Preis: EUR 59,95

News Neubau