Die flexiblen Wohnkonzepte der Mini-Häuser

Wie viel Platz benötigen wir wirklich? Das Konzept der Mini-Häuser gehört zu einem innovativen flexiblen Wohnkonzept und bietet vor allem in der heutigen Zeit viele Vorteile. Das Mini-Haus kann sehr individuell und unterschiedlich umgesetzt werden, wobei die Hersteller vor allem auf bezahlbare Wohnideen setzen. Ob ständig auf Achse oder der Traum von einem Zweigeschosser, die Mini-Häuser können einiges bieten.

Klein - Fein - Mein: So flexibel sind die Mini-Häuser

Unsere Gesellschaft wandelt sich und wird mobiler, Lebenssituationen ändern sich. Das verlangt nach flexiblen Konzepten fürs Wohnen. Hersteller haben die Zeichen der Zeit erkannt und entwickeln neue, funktionelle und bezahlbare Wohnideen auf wenig Fläche - die Mini-Häuser.

Zum Beispiel für Menschen, die ein eigenes Heim besitzen und unabhängig von den explodierenden Mieten in den Ballungsräumen sein möchten, aber dennoch flexibel denken, anders leben möchten als die Gesellschaft es bisher kennt. Singles und Paare, die im Haus mit Garten leben möchten – dazu aber nicht sechs Zimmer benötigen, sondern vielleicht nur zwei bis drei. Rastlose Reisende und Menschen, die beruflich flexibel bleiben müssen: Für sie gibt es mittlerweile „mitreisende“ Häuser.

Und schließlich hat sich außerdem die Modulbauweise entwickelt: Heute zu zweit mit wenig Platz und morgen braucht man doch zwei zusätzliche Kinderzimmer? Kein Problem, das Modul wird einfach angebaut. Umgekehrt gibt es Eltern oder Großeltern, die den Platz eines ganzen Einfamilienhauses nicht mehr benötigen und das Haus deswegen an die Kinder mit Familie übergeben – selber zieht man dann in ein Mini-Haus.

So sind alle optimal untergebracht. Wenig Raum bedeutet wenig Arbeit. Allerdings: Ordnung ist hier nicht nur sprichwörtlich das halbe Leben.

  • Eine Zwei-Zimmer-Wohnung ohne Fußgetrappel von oben und Fernsehgeräusche von nebenan: Ein Mini-Haus bietet viel Privatsphäre auf wenig Raum. Foto: Max-Haus
  • Vollwertige Gemütlichkeit auf reduziertem Raum: Die erholsame Konzentration auf das Wesentliche im Tiny House kann ein ganz neues Lebensgefühl schaffen. Foto: SchwörerHaus
  • Durch geschickte Grundrissplanung mit offenen Strukturen und Schiebetüren können 92 Quadratmeter, verteilt auf zwei Geschosse, sehr geräumig wirken. Foto: ecohome 4.2 / Thomas Gründer

Wohin mit dem Haus?

Manche lassen sich ein Tiny House als Ferienhaus, Büro oder Gästehaus aufstellen oder bauen. Dieses wird dann aufs eigene Grundstück oder auf einen Stellplatz auf dem Campingplatz platziert.

Selbst die Voraussetzungen für Grund und Boden sind also etwas flexibler, doch Achtung: Der ständige Wohnsitz auf einem Campingplatz ist nicht überall gestattet und mancherorts nur geduldet. Wer solch ein „Damokles“-Schwert nicht über dem eigenen Wohnglück hängen haben möchte, ist mit dem eigenen Grundstück besser beraten.

In Deutschland bedeutet das aber zwingend, dass der Baugrund verkehrsmäßig erschlossen liegen und mit Wasser, Gas, Elektrizität und Kanalisation versorgt sein (technische Erschließung) muss. Für die Kanalisation besteht normalerweise Anschluss- und Benutzungszwang.

Egal, wie groß ein Haus am Ende ist, in Deutschland ist die Errichtung grundsätzlich genehmigungspflichtig. Die romantische Vorstellung, irgendwo zwischen Wald und Wiese sein Häuschen aufzustellen, bleibt leider ein Traum. Nicht einmal Zelte und Campingmobile dürfen in (fast) ganz Europa einfach irgendwo im Nichts stehen, die Realität führt vom Verbotsschild am sonnigen Seeufer immer hin zu überfüllten Campingplätzen. 

Kreativ & konsequent

Stil und Aufteilung ebenso wie die Ideen für den möglichst platzsparenden Innenausbau sind mittlerweile vielfältig bei den Hausherstellern zu bewundern. Wählt man die Modulbauweise, zeichnet sich diese meist durch eine kubus- bzw. quaderförmige Bauart aus, damit die Module problemlos aneinandergesetzt werden können.

Natürlich sind auch zweistöckige Varianten möglich, man spricht bei einem Mini-Haus nicht zwingend gleichzeitig von einem Bungalow. Richtigen Ferienhauscharakter haben meist Blockbohlenhäuschen. So wenig Wände wie nötig, so viel Stauraum wie möglich – so sind die meisten Mini- und Modulhäuser konzipiert.

Der Verzicht auf Überflüssiges ist hier nicht nur bei der Einrichtung, sondern auch bei den Habseligkeiten gefragt – doch genau das empfinden viele „Tiny House“-Besitzer als wohltuend. Kein Keller, der mit Dingen vollgestopft wird, die man „irgendwann mal wieder brauchen könnte“ und doch nie braucht. Keine Möglichkeit, 25 Hosen aufzuheben, wenn man doch nur fünf davon anzieht.

Und nicht zuletzt ist das Mini-Haus für diejenigen eine Alternative, die die exorbitanten Grundstücks- und Immobilienpreise nicht zahlen können und wollen. Kurze Bauzeiten sparen weitere Kosten. Wenn das Lebenskonzept es erlaubt, ist der Verzicht auf Quadratmeter ein großer Gewinn für die persönliche Freiheit, denn das flexible Wohnkonzept bietet viele Vorteile.

  • Gäste-WC, Hauswirtschaftsraum, Abstellraum, Schlafzimmer mit separater Ankleide, ein Home-Office-Bereich und das Bad: All das bringt das Single-Haus „One“ zusätzlich zum Wohnbereich auf knapp 80 m2 unter. Foto: Kern-Haus
  • Jeden Zentimeter klug nutzen: Keine fünf Meter ist dieses Haus breit, das auf einem extrem schmalen Grundstück erbaut wurde. Dennoch konnten sogar zwei komfortable Büroplätze auf der Galerie unter dem Dach untergebracht werden. Foto: FingerHaus

Tiny Häuser auf der Sonderschau in Hamburg

Auch auf der Verbrauchermesse home2, die im Januar 2019 in Hamburg stattfand, standen die Tiny Houses im Fokus der Sonderschau. Der Trend, der ursprünglich aus den USA stammt, wird auch in Deutschland immer beliebter. Denn für viele Menschen ist der bewusste Umgang mit unseren Ressourcen und die Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit besonders wichtig.

Die Mini-Häuser, die auf Trailern aufgebaut sind, verfügen über alles, was man zum wohnen braucht: einen Schlafbereich, eine Küchenzeile, einen gemütlichen Aufenthaltsbereich und ein Sanitärbereich mit Dusche und Toilette. Als Hausboot direkt am Wasser oder umgeben von der Natur, die Tiny Häuser finden überall eine passende Ecke.

  • Das kompakte Tiny House ist durch den Trailer jederzeit versetzbar. Foto: Habitat Wechselbrücken UG
  • Das Innere des Tiny Houses Retreat bietet Platz für alles wichtige Hab und Gut. Foto: Habitat Wechselbrücken UG
  • Das Tiny House "CoWorkLand" dient als mobiler Arbeitsplatz, wobei der Standort jederzeit flexibel gewechselt werden kann. Foto: Habitat Wechselbrücken UG

Tipp: Mini-Häuser auf Tour in München

Wer sich einmal eines der Mini-Häuser anschauen wollte, dem wurde in München vorübergehend die Möglichkeit geboten. In der bayerischen Hauptstadt wurden zwei Tiny House Projekte vorgestellt, aVOID und 35kubikHeimat, die vom 05.04.2018 - 08.04.2018 für kurze Zeit an der Pinakothek der Moderne, München, begutachtet werden konnten. Danach zogen die kleinen Häuser auf Rädern weiter und sind hoffentlich auch bald  in anderen Städten aus der Nähe zu betrachten. Hier finden Sie mehr Informationen zu den Tiny House Tagen in München.

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