Badplanung – Badgrundriss für individuelle Bedürfnisse

Bei der Planung des Badgrundrisses kommt es nicht nur auf die Größe des Raumes, sondern auch auf die Bedürfnisse der Bewohner an. 

Das Bad muss zahlreiche Aufgaben erfüllen. Zum einen sollte es praktisch eingerichtet sein, sodass die Morgenroutine leicht von der Hand geht. Zum anderen ist es jedoch auch ein Ort der Entspannung. Deshalb müssen bei der Badplanung verschiedene Faktoren berücksichtigt werden.

Die Bedarfsanalyse

Die realistische Bedarfsanalyse steht am Anfang jeder guten Badplanung. Sie beinhaltet u.a. folgende Punkte:

  • Anzahl der Badnutzer
  • spezielle Bedürfnisse (z.B. Kinder, Senioren, Rollstuhlfahrer, etc.)
  • Zukunftsplanung (z.B. Barrierefreiheit fürs Alter)

Ein Single-Bad ist anders als ein Familienbad, denn Kinder stellen bestimmte Bedürfnisse an das Badezimmer. Sie können beispielsweise den Waschtisch nicht ohne Hilfsmittel erreichen. Ähnlich ist es mit älteren Menschen oder bei körperlicher Einschränkung. Dann sind Barrierefreiheit sowie Sitzgelegenheiten und Griffe nötig.

Damit Sie Ihr individuelles Traumbad entwerfen können, stellen wir beispielhafte Badgrundrisse für zahlreiche Situationen vor und geben Tipps zur Grundrissplanung. 

Grundrissfreiheit durch Vorwandinstallation im Bad

Durch eine Vorwandinstallation lässt sich die Anordnung der Sanitärelemente spannender gestalten als nur „immer an der Wand entlang“. Dabei wird ein Metallständerwerk installiert, hinter dem Rohre und Anschlüsse verlegt werden. Anschließend wird das Ständerwerk verkleidet.

Durch halbhohe Elemente entstehen so z.B. schöne Raumteiler, Nischen und zusätzliche Ablageflächen im Bad. WC-Spülkästen versteckt man heute eigentlich immer in einer Vorwandinstallation, nur die schicke Drückerplatte bleibt sichtbar.

Der besondere Vorteil dieses Systems liegt darin, dass die Installation nicht zwingend dort er­folgen muss, wo die Leitung in der Wand verschwindet. Sie kann sich stattdessen an jeder beliebigen Stelle im Bad befinden, da die Leitung hinter der Wand beliebig verlegt werden kann.

Die Montage der Metallrahmen der Vorwandinstallation erfolgt genau so, dass sie die Verbindung zwi­schen Wandanschluss und Verbraucher herstellen. Die Installation wirkt außerdem schalldämmend, da die Leitungen nicht direkt in der Wand verlaufen. 

Einziger Nachteil: Die Vorwandinstallation nimmt Platz weg, sodass sie für kleine Bäder weniger geeignet ist. Jedoch bieten kleine Bäder meist ohnehin nur Platz für Anordnungen an der Wand.

Die Formgebung sowie die gestalterischen Möglichkeiten des Systems haben sich in den letzten Jahren gewandelt. Früher bestanden Vorwandinstallationssysteme aus schlichten, rechteckigen Bauelementen.

Mittlerweile bieten viele Hersteller dreieckige, runde und trapezförmige Systeme an. Kunden haben die Wahl zwischen unterschiedlichen Höhen, die miteinander kombinierbar sind. So ist eine sinnvolle Platzierung der Keramikobjekte möglich und für die Badarchitektur ergibt sich deutlich mehr Spielraum.

Die unterschiedlichen Installationssysteme sind von den Herstellern zu einem kompatiblen Komplettangebot ausgebaut worden. Anschlüsse, Armaturenhalterungen und Spülkästen können problemlos eingesetzt werden.

Installationen sinnvoll anordnen

Bei der Grundrissplanung im Bad kommt es vor allem darauf an, dass alle Installationen sinnvoll angeordnet sind. Dadurch kann man die Nutzung erleichtern und den Komfort erhöhen.

Wer z.B. den Badheizkörper in der Nähe der Dusche installiert kann ihn gleichzeitig als Handtuchwärmer nutzen. So liegt direkt nach der Dusche ein warmes Handtuch parat, das komfortabel zu erreichen ist. 

Falls Waschmaschine oder ein Wickeltisch integriert werden müssen, bieten sich gemauerte Nischen an. Da man sich im Bad oft barfuß und wenig bekleidet aufhält empfiehlt sich außerdem die Installation einer Fußbodenheizung, um den Komfort zu erhöhen. 

Badezimmer mit Dachschräge

Bei Bädern in einer Dachgeschosswohnung muss außerdem die geringe Kopfhöhe unter den Dachschrägen beachtet werden. Am sinnvollsten ist es dort die Badewanne unterzubringen, da im Liegen weniger Platz nach oben benötigt wird.

Doch auch die Dusche kann unter der Dachschräge platziert werden, vorausgesetzt komfortables Stehen ist möglich. Maßangefertigte Duschkabinen werden passgenau für die entsprechende Dachneigung angepasst. 

Familienbad

Falls mehrere Personen gleichzeitig das Bad nutzen, beispielsweise im Familienbad ist eine Aufteilung mit Raumtrennern sinnvoll.

Häufig wird die Dusche oder das WC so angeordnet, dass ein Sichtschutz besteht, falls gleichzeitig ein anderes Familienmitglied am Waschbecken steht. 

Auch die Montage eines Doppelwaschtisches kann bei Familienbädern sinnvoll sein, damit man sich am Morgen nicht gegenseitig im Weg steht, sondern gleichzeitig Zähne putzen kann.

Darüber hinaus ist auch ein separater Schminktisch eine Option. Dann kann die Dame des Hauses sich in Ruhe fertig machen, ohne den Waschtisch zu blockieren. 

Damit die Kleinen bequem alles erreichen können, sollte außerdem ein standsicherer Hocker bereitstehen, auf den sie sich knien oder gar stellen können. Achten Sie jedoch immer auf die Sicherheit!

Alternativ bieten einige Hersteller höhenverstellbare Waschtische und Toiletten an. Diese lassen sich per Knopfdruck auf die gewünschte Höhe einstellen.

Auch für körperlich eingeschränkte Personen bieten diese Produkte erhöhten Komfort. In diesem Fall ist auch die Installation eines Waschtisches, der mit einem Rollstuhl unterfahrbar ist sinnvoll. 

Kleines Bad

Ein kleiner Badgrundriss, gar mit Schrägen unter dem Dach ist kein Grund zum Verzweifeln. Lässt man die Bodenfläche möglichst frei und gestaltet sie einheitlich, wirken kleine Räume viel großzü­giger.

Viele Badmöbelhersteller bieten heutzutage spezielle Gästebad- oder Kleinbadkollektionen. Die Möbelstücke sind extra schmal konzipiert und bieten viel Stauraum auf wenig Platz.

Auch die trendigen Walk-In-Duschen eignen sich ideal für kleine Bäder, denn sie sind türlos, frei begehbar und oft nur mit einer einzelnen Glasabtrennung begrenzt. Das spart Platz. Außerdem öffnet die bodengleiche Dusche optisch den Raum; die Funktionsbereiche gehen ineinander über.

Allerdings kann auch bei einer empfohlenen Mindestbreite von 1,20 m ab und zu mal Spritzwasser neben der eigentlichen Dusche landen. Bei geschickter Platzierung kann das Wasser jedoch auf ein annehmbares Minimum reduziert werden. 

In offenen Duschen werden daher meist Regen- oder Schwallduschen eingebaut, bei denen das Wasser sanft plätschert. Denn Spritzwasser lässt sich von Anfang an vermeiden, wenn mit geringem Druck geduscht wird.

Details nicht vergessen

Zum Gesamtkonzept gehören auch Details wie die Öffnungsrichtung und der Radius sämtlicher Türen, Lage und Anzahl von Steckdosen und Schaltern sowie die Planung der Lichtquellen und die gewünschte Lichtstimmung.

Spiegelleuchten z. B. rechts und links geben schattenloses, blendfreies Licht und gehören zu jedem gelungenen Lichtkonzept. Verschiedene Lichtquellen akzentuieren einzelne Funktionsbereiche.

Wer gerne ein Schaumbad in der Wanne nimmt und das Bad als Erholungsort versteht, sollte dimmbares Licht oder Farblichtwechsler in das Raumkonzept einbeziehen. So wird das Bad im neuen Haus einer Ihrer Lieblingsräume.

Zahlreiche beispielhafte Badgrundrisse finden Sie auf der nächsten Seite.