Grundrissgestaltung fürs Bad

Die Badplanung

Die realistische Bedarfsanalyse steht am Anfang jeder guten Badplanung:

  • Wie viele Personen nutzen das Bad?
  • Müssen spezielle Bedürfnisse von Kindern oder Senioren mit auf die Liste?
  • Sollte Ihr eigenes Älterwerden berücksichtigt werden?

Hier finden Sie hilfreiche Tipps auf Ihrem Weg zum Traumbad.

Die Bedarfsanalyse

Im Familienbad machen Sitzgelegenheiten, Einstiegshilfen zur Wanne, ein durch Schiebetür oder Zwischenwand separiertes WC sowie viel Stauraum Sinn. Für die Eigenständigkeit der Kinder kann z. B. ein höhenverstellbarer Waschtisch angedacht werden. Durch einen Doppelwaschtisch mit Becken auf unterschiedlichem Höhenniveau, am besten noch unterfahrbar, sind Sie für alle Nutzer, Bedarfs- und Notfälle gerüstet.

  • So kommen kleine Kinder und ältere Menschen sicher in die (Kombi-)Wanne: Erst bequem hinein, dann Tür zu und Wasser marsch. Bei Platzmangel ist außerdem keine extra Dusche notwendig. Foto: Repabad
  • Foto: Duscholux
  • Foto: Artweger
  • Komfortables Bad für jedes Alter und jede Lebenslage: Platz zum Sitzen am Waschtisch, ein auf Knopfdruck höhenverstellbares WC-Element, eine bodengleiche Dusche mit Sitzgelegenheit und eine leicht bedienbare Wannenarmatur. Foto: Viega

Bodenbündig eingebaute, großzügige Duschen (Walk-In-Duschen) sind ohnehin stark im Trend und überzeugen neben ihrer puristischen Optik auch mit barriereloser Bewegungsfreiheit.

  • Barrierefreie Walk-In Dusche mit Laser-Motiv Aquarell. Foto: glasdouche
  • Großzügig: Walk-In Dusche mit wegklappbaren Duschwänden aus Glas. Foto: Koralle
  • Walk-In Dusche von Koralle. Foto: Koralle
  • Barrierefreie Walk-in Dusche von Repabad. Foto: Repabad

Wird das Bad – zum Beispiel morgens – von mehreren Personen gleichzeitig genutzt?
In diesem Fall ist ein Doppelwaschtisch ratsam, mit großem Spiegelschrank. Türen an Möbeln, Duschen etc. empfehlen sich als Schiebetür-Ausführung zugunsten der Bewegungsfreiheit. Für eine entspannte Doppelbenutzung sollte der Badgrundriss mindestens acht Quadratmeter umfassen. Wer nicht viel Platz für das Bad im Haus erübrigen kann, findet in Kombiwannen (Badewanne mit erweitertem Duschbereich und Glasabtrennung) sowie in den neuen wegklappbaren Duschwänden seine Favoriten.

Müssen Waschmaschine oder Wickeltisch integriert werden?
Dann bieten sich gemauerte Nischen an.

Wie viel Stauraum wird für Handtuchstapel und Badutensilien benötigt?
Tipp: Wandhängende Möbel und Sanitär-Elemente – evtl. mit einer pflegeleichten Oberfläche – erleichtern die Reinigung des gesamten Badezimmers.

Grundrissfreiheit durch Vorwandinstallation im Bad

  • Schöner, als immer nur der Wand entlang. Foto: Geberit
  • Eine beliebte Raum-Lösung: Das WC wird durch ein Installationselement abgeschottet. Fotos: Geberit
  • Eine saubere Sache ... Foto: Geberit
  • Das Bad in der Trockenbauphase mit Metallständerwerk. Foto: Geberit

Durch Vorwandinstallationselemente lässt sich die Anordnung der Sanitärelemente spannender gestalten als nur „immer an der Wand entlang“. Durch halbhohe, ganz nach Wunsch verkleidete Elemente entstehen schöne Raumteiler, Nischen und zusätzliche Ablageflächen im Bad. WC-Spülkästen versteckt man heute eigentlich immer in einer Vorwandinstallation, nur die schicke Drückerplatte bleibt sichtbar.

Das System ist einfach, die Vorteile zahlreich. Die Vorwandinstallation besteht aus einem Metallständerwerk, in denen alle Zu- und Abflussleitungen sowie die Anschlüsse der einzelnen Sanitärobjekte untergebracht sind (Trockenbauweise). Die Leitungen bestehen aus fle­xiblem Kunststoff.

  • Foto: Pelipal
  • Foto: roca
  • Foto: Ytong Bausatzhaus

Vorteil dieses Systems: Die Installation muss nicht zwingend dort er­folgen, wo die Leitung in der Wand verschwindet. Sie kann sich statt dessen an jeder beliebigen Stelle im Bad befinden. Die Metallrahmen werden so aufgestellt, dass sie die Verbindung zwi­schen Wandanschluss und Verbraucher herstellen.

Früher bestanden Vorwandinstallationssysteme aus schlichten, rechteckigen Bauelementen. Mittlerweile bieten viele Hersteller dreieckige, runde und trapezförmige Systeme an, in unterschiedlichen Höhen und miteinander kombinierbar. Gerade in engen Bädern wird dadurch eine sinnvolle Platzierung der Keramikobjekte ermöglicht und für die Badarchitektur ergibt sich deutlich mehr Spielraum.

Die unterschiedlichen Installationssysteme sind von den Herstellern zu einem kompatiblen Komplettangebot ausgebaut worden. So können die verschiedenen vorgefertigten Elemente, die zum Beispiel 1,20 oder 2,10 Meter hoch sind, untereinander kombiniert werden. Anschlüsse, Armaturenhalterungen und Spülkästen können problemlos eingesetzt werden.

Geschickt angeordnet

An welcher Wand soll der Heizkörper Platz finden?
Am besten nahe an der Dusche, denn moderne Bad-Heizkörper dienen auch als Handtuchwärmer – so hat man das warme Badetuch direkt zur Hand, wenn man tropfend die Dusche verlässt. Eine Kombination mit einer Fußbodenheizung schafft das perfekte Wohlfühlklima im Bad. Dachschrägen müssen nicht schrecken, denn maßgefertigte Duschwände oder gar eine Sauna können hier durchaus ihren Platz finden. Die Badewanne ist hier auf jeden Fall gut aufgehoben. 

Badezimmer neben Schlafzimmer?

  • Foto: anapont
  • Foto: emco
  • Foto: Flockbek
  • Foto: roca

Die Vorteile von Vorwandinstallationssystemen sind aber nicht nur die flexible, schnelle Montage nahezu ohne Schmutz und Dreck, sondern auch der bessere Schallschutz gegenüber einer herkömmlichen Installation. Kein Wunder, schließlich übertragen Spülkästen, die an der Wand montiert sind, das Rauschen des Wassers direkt in die angrenzenden Räume. Der Montagerahmen der Vorwandinstallation steht dagegen vor der Wand und absorbiert den Schall wesentlich besser.

Darüber hinaus ergeben sich durch die rund 17 bis 25 Zentimeter breiten Installationsblöcke willkommene Ablagemöglichkeiten für Badutensilien und zwar unabhängig davon, ob der Block in den Raum hineinragt oder einfach vor die Wand gesetzt wurde.

Kleines Bad?

Ein kleiner Badgrundriss, gar mit Schrägen unter dem Dach ist kein Grund zum Verzweifeln. Lässt man die Bodenfläche möglichst frei und gestaltet sie einheitlich, wirken kleine Räume viel großzü­giger. Für die Möblierung kleiner Bäder eignen sich am Besten wandhängende Badmöbel und Sanitärobjekte, eine bodenbündige Duschtasse mit transparenter Duschkabine und ein durchgängiger Bodenbelag.

  • Foto: studio 3001
  • Foto: Jonastone
  • Ein kleines Bad geschickt ausgenutzt durch Vorwandinstallation. Foto: Geberit
  • Foto: Geberit
  • Foto: Geberit
  • Dezent gemusterte Zementfliesen und helles Holz setzen harmonische Kontrapunkte im ansonsten ganz in Weiß gehaltenen Bad. Fotos: Matthias Rosin

Im Trend liegen auch sogenannte Walk-In-Duschen. Sie sind türlos, frei begehbar und oft nur mit einer einzelnen Glasabtrennung begrenzt. Diese bodengleiche Dusche öffnet optisch den Raum, die Funktionsbereiche gehen ineinander über. Allerdings lässt sich auch bei einer empfohlenen Mindestbreite von 1,20 m Spritzwasser nicht ganz wegreden. Mit ein wenig davon muss man also leben. Bei geschickter Platzierung kann das Wasser jedoch auf ein annehmbares Minimum reduziert werden. In offenen Duschen werden daher meist Regen- oder Schwallduschen eingebaut, bei denen das Wasser sanft plätschert. Denn Spritzwasser lässt sich von Anfang an vermeiden, wenn mit geringem Druck geduscht wird.

Details nicht vergessen

Zum Gesamtkonzept gehören Details wie die Öffnungsrichtung und der Radius sämtlicher Türen, Lage und Anzahl von Steckdosen und Schaltern sowie die Planung der Lichtquellen und die gewünschte Lichtstimmung. Spiegelleuchten z. B. rechts und links geben schattenloses, blendfreies Licht. Verschiedene Lichtquellen akzentuieren einzelne Funktionsbereiche. Wer gerne ein Schaumbad in der Wanne nimmt und das Bad als Erholungsort versteht, sollte dimmbares Licht oder Farblichtwechsler in das Raumkonzept einbeziehen. So wird das Bad im neuen Haus eines Ihrer Lieblingsräume.

Vorsicht Kopf! Beispiel einer gelungenen Badplanung unterm Dach

  • Die T-förmige Vorwandinstallation trennt Wanne, den WC-Bereich und die bodengleichen Dusche rechts im Hintergrund vorneinander ab. Foto: Viega
  • Unter der Schräge schafft die bodengleiche Dusche Platz und Komfort. Die Viega-Duschrinne „Advantix“ mit Designrost und schwarzem Einscheibensicherheitsglas integriert sich sehr harmonisch in den Fliesenboden. Foto: Viega
  • Die WC-Betätigungsplatte wurde fliesenbündig eingebaut und verschmilzt so fast zu einer Einheit mit der Wand. Foto: Viega
  • Enormer Vorteil: Wasserleitungen und Abwasserrohre verschwinden in der Vorwand, die mit Gipskartonplatten beplankt wird. Foto: Viega
  • Hier die bereits mit Gipskartonplatten versehene Installation. Foto: Viega
  • So normal und eher spannungslos sah die attraktive Wellness-Oase unterm Dach vorher aus. Foto: Viega

Nur 11 qm Platz unter dem Dach für ein neues Bad.
Gelöst wurde die Aufgabe mit einer Vorwandinstallation von Viega. Sie teilt das Bad in drei Zonen und nimmt auf der Vorderseite die Wanne sowie auf der Rückseite WC und Dusche inklusive sämtlicher Verrohrung auf. Schöner Nebeneffekt: Die Vorwand verhindert einen direkten Blickkontakt zum WC. Der Freiraum in den Elementen wird als Stauraum in Unterputzlösung für WC-Bürstengarnitur und Toilettenpapierhalter genutzt.

Vorsicht Kopf! Denn nur wenn eine ausreichende Raumhöhe gegeben ist, können WC und Dusche ihren Platz unter der Schräge einnehmen. Gelöst wurde die Aufgabe hier durch den Einbau einer bodengleichen Dusche. Sie spart einiges an Höhe ein und ermöglicht, da sie maßgenau eingearbeitet werden kann, einen deutlichen Gewinn an Standfläche.

Die Vorwandinstallation bietet Planern und Handwerkern enorme Vorteile. Mit ihr lassen sich Räume flexibel gestalten. So verschwinden Wasserleitungen und Abwasserrohre in dem Metallständerwerk, das mit Gipskartonplatten beplankt wird. Halbhohe Wände können als Ablage genutzt werden.
Design: Ulrich Verwoorts

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