Unabhängige Wohneinheiten nebeneinander

Wichtigste Aufgabe des Architekten Dipl.-Ing. Klaus Huber aus Ottobeuren war bei diesem Projekt, neben der gewünschten räumlichen Nähe, auch genügend Freiraum und Selbstständigkeit für die einzelnen Familienmitglieder zu schaffen. So hat er nicht einfach eine Einliegerwohnung im Haupthaus integriert, sondern durch eine geschickte Grundrissanordnung zwei unabhängige Wohneinheiten entworfen, die im Inneren durch einen Zwischenbau miteinander verbunden sind. Der Neubau wurde an der Stelle errichtet, an der seit den 30er-Jahren das Haus der Großmutter gestanden hatte. Mehrmals umgebaut und erweitert, genügte das alte Gebäude nicht mehr den Wohnwünschen der nächsten Generation. Auch energetisch war es nicht für die Zukunft gerüstet. Das bestehende Wohngebäude wurde abgerissen und ein zeitgemäßes Haus errichtet, das aus zwei Baukörpern besteht und sich durch die zur Straßenseite giebelständigen Satteldächer schön in die bestehende, kleinteilige Siedlungsstruktur integriert.

Separate Eingänge
Der linke, größere Baukörper ist der Bauherrenfamilie vorbehalten und erstreckt sich mit rund 170 m2 über zwei Wohnetagen. Ein großzügiger Büroraum befindet sich im Untergeschoss und wird über einen Lichtgraben ausreichend mit Tageslicht versorgt. Im rechten Baukörper, ebenfalls auf zwei Geschosse verteilt, sind die Einliegerwohnung der Großmutter mit 82 m2 sowie eine im Haus integrierte Doppelgarage untergebracht. Beide Wohneinheiten sind im Erdgeschoss über separate Eingänge zugänglich. Durch eine so genannte Schmutzschleuse gelangt man auch von der Doppelgarage aus in die Wohnungen. Über einen Windfang erreicht man im Hauptgebäude eine Empfangsdiele, von der aus alle weiteren Wohnbereiche der Bauherrenfamilie erschlossen werden. Von hier aus sind ein Gäste-WC, das weitläufige Wohn-Ess-Zimmer sowie die Küche mit Speisekammer zugänglich. Ein weiterer Abstell- und Garderobenbereich führt in den Garten und in die Garage bzw. hinüber in die Einliegerwohnung der Großmutter. Dominiert wird das Erdgeschoss durch das fast 50 m2 große Wohnzimmer – Dreh- und Angelpunkt der Familie. Mit großen, bodentiefen Fensterfronten ist es lichtdurchflutet und gewährt durch breite Terrassentüren uneingeschränkte Ausblicke in den Garten. Die Küche ist mit einem verglasten Erker ebenfalls hell und freundlich. Ein fast zwei Meter breiter Durchgang zum Wohnbereich, der im Bedarfsfall mit zwei Schiebetüren geschlossen werden kann, bezieht die Küche zusätzlich in den Wohn- und Essbereich mit ein. In der Diele führt eine einläufige Treppe in die Schlafräume im Obergeschoss. Das Kinder- und ein Gästezimmer verfügen über einen gemein-
samen Balkon zur Gartenseite. Vom Eltern-Schlafzimmer aus ist ein Schrankraum mit Wäsche-Abwurfschacht – direkt zum Haushaltsraum im Keller – zugänglich.

Seniorengerecht
Für den Fall einer Pflegebedürftigkeit der Großmutter wurde das Erdgeschoss der Einliegerwohnung altengerecht gestaltet: mit stufenlosen Zugängen, einem hellen und freundlichen Schlafzimmer zur Gartenseite sowie einem rollstuhlgerechten Sanitärbereich. Ein direkter Zugang vom Haupthaus über den Verbindungsbau sorgt im Ernstfall für rasche Hilfe. Das Dachgeschoss im „Nebenhaus“ präsentiert sich als großer offener Raum mit Küchenbereich, WC, Schlafzimmer und Balkon und kann im Bedarfsfall als eigenständiger Wohnbereich für Pflegepersonal umfunktioniert werden.

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Mehrgenerationenhäuser: Planen und Bauen: Wohlfühlen unter einem Dach

Autor: Astrid Barsuhn
Preis: EUR 10,00
Erscheinungsdatum: 2006-09-01
ISBN: 3893676414


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