Haushersteller und Virtual Reality

Haushersteller suchen stets nach Innovationen. Eine davon lautet Virtual Reality.

Innovation durch Virtual Reality

Die Hausbaubranche sucht stetig nach Innovationen. Dabei zeichnet sich ein Trend stark ab: Virtual Reality. Plötzlich wird ein Haus noch vor dessen Baubeginn begehbar. Dadurch wandern Bauherrschaften schon vor dem ersten Spatenstich durch Wohnzimmer, Bad und Küche. Praktisch daran ist, dass der Grundriss jederzeit verändert und die Möbel oder Ausstattung getauscht werden können. Die Absprache und tatsächliche Umsetzung durch den Architekten bleibt dennoch nicht aus. Ein erster Eindruck kann allerdings vermittelt werden.

Ein Haushersteller, der auf die neue Technik setzt, ist Vario-Haus. Entsprechend haben wir Experten Daniel Gruber (Assistenz der Geschäftsleitung und Leitung IT bei Vario-Haus) um ein Interview gebeten. Dabei wird Virtual Reality und deren Relevanz aus Haushersteller-Sicht beleuchtet.

Interview "Virtual Reality fördert aktiv das Vorstellungsvermögen"

Virtual Reality (VR) wird zunehmend beliebter – auch bei der Hausplanung. Kann ein Kunde ein Haus ausschließlich in der Virtual Reality planen?
Daniel Gruber
: Virtual Reality ist bei Vario-Haus das Ergebnis einer vorangegangenen zweidimensionalen Planung. Der Bauherr startet also auf jeden Fall mit der Gestaltung eines zweidimensionalen Grundrisses, welchen er dann im nächsten Schritt in einer Virtual-Reality-Umgebung erleben kann. VR fördert aktiv das Vorstellungsvermögen der Bauherren, eignet sich aber nicht für die genaue Umsetzung rechtlicher Vorgaben. So muss zum Beispiel zwischen der Grundgrenze und dem Haus ein Mindestabstand eingehalten oder auch Raumhöhen und andere Abmessungen eingehalten werden. Das lässt sich in VR aufgrund der fehlenden Maßstabstreue nicht umsetzen und die zweidimensionale Welt wird nicht aus dem Planungsalltag verschwinden.

Gibt es auch Nachteile, wenn ein Haus in Virtual Reality geplant wurde?
Zum aktuellen Zeitpunkt ist die Einhaltung der Landes- bzw. der Gemeindebauordnung im Planungsprozess noch nicht automatisiert überprüfbar, da diese Bauordnung oft Interpretationsspielraum bieten. Somit müssen die Planungen der Bauherren auf jeden Fall durch einen rechtskundigen Bauprofi überprüft und eventuell angepasst werden, um auch die Bewilligungsfähigkeit sicherstellen zu können. In diesem Bereich sind auch wir gespannt, was künstliche Intelligenz in Zukunft bieten wird, um die baurechtliche Situation beim Bauen klarer zu gestalten. Allgemein ist das aber kein Problem von VR an sich – selbiges passiert ja auch, wenn der Bauherr Handskizzen seines Hauses anfertigt.

Die Kosten für VR können hoch sein. Wann bzw. in welchen Bereichen oder Größenordnungen macht VR Sinn?
Ich denke, dass VR nicht zwingend ein Kostenthema ist. Es gibt bereits viele VR/Ar-Apps auf dem Markt, welche entweder kostenlos oder zu wirklich geringen Kosten für jeden Bauherren in den App-Stores verfügbar sind. Diese bieten dann, je nach App, unterschiedliche Qualitätsmerkmale und Anwendungsgebiete. Die von Vario-Haus auf der Homepage sowie in den Musterhäusern eingesetzte App "Roomle" zum Planen und Erleben des eigenen Traumhauses ist zum Beispiel für Endnutzer kostenlos verfügbar und erfreut sich großer Beliebtheit bei den Nutzern.

Auf der anderen Seite stehen die Bauunternehmen, welche solche Lösungen einsetzen. Für den professionellen Einsatz solcher oder vergleichbarer VR-Lösungen müssen diese oftmals schon tiefer in die Tasche greifen, um den Bauherren auch ein tolles Erlebnis bieten zu können.

Ist VR auch ein Marketing-Tool für Haushersteller?
In der eher konservativen und von großen Innovationen tendenziell nicht besonders beglückten Baubranche sind viele Haushersteller auf der Suche nach Innovationen, welche dem Bauherrn einen Mehrwert bieten. VR zähle ich zu einer solchen Innovation. Als Fertighaushersteller wissen wir, wie positiv unsere Kunden die Möglichkeit der Online-Planung auf unserer Webseite einsetzen und wie viele Stunden mit dem Experimentieren vergehen, bis ein aus Sicht der Bauherren toller Grundriss entstanden ist.

Bei Vario-Haus sehen wir das Thema Online-Planung und VR aber nur als ein hilfreiches Marketing-Tool. Viele andere Dinge wie ein Kalkulator zur groben Bestimmung der Kosten des gesamten Hausbauprojektes sind ebenso von großer Bedeutung und unterstreicht, dass der Service- und Beratungsleistung beim Bauen immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden muss, um bei den Bauherren die entsprechende Sicherheit sowie das wichtige Vertrauen gewinnen zu können.

Häuser online besichtigen

Bilder, Videos und Grundrisse eines Hauses haben eine Gemeinsamkeit: Sie vermitteln einen Eindruck des zukünftigen Hauses. Allerdings gibt es eine Möglichkeit, um das Haus vorab zu "erleben".

Vario-Haus arbeitet dafür mit der App "Roomle". Die ermöglicht es, einen Grundriss zu verändern und direkt im Anschluss zu besichtigen – entweder im Browser oder noch besser per VR-Headset beziehungsweise Cardboard. Dadurch ist es möglich, das eigene Haus weit vor Baubeginn anzuschauen. Die App geht sogar so weit, dass auch Möbel getauscht werden können. Dadurch soll das Erlebnis so nah wie möglich an den Vorstellungen der Bauherrschaft sein.

Fazit: Das Ausprobieren der App lohnt sich und macht zudem Spaß – auch ohne Bauvorhaben.

Welche Pläne haben Sie zukünftig mit VR?
Wir sehen eine rasche Entwicklung des Themas VR auf dem Markt und sind davon überzeugt, dass dieses Thema auch verstärkt von Bauherrenseite bei deren Baupartner eingefordert wird. Bauunternehmen, die hier keine passenden Lösungen anbieten können, werden es künftig schwerer haben, Kunden zu gewinnen. Zukünftig werden wir VR wohl nicht nur in der Planungsphase einsetzen, sondern denken auch die Nutzung von VR im Rahmen der Bemusterung an. Bei der Bemusterung kann der Bauherr, der sich bereits für einen Anbieter entschieden hat, die Detailausstattung wie Fliesenböden, Wandfarben, Gestaltung von Fenstern und so weiter aussuchen.

Zur besseren Vorstellung ist ein Erleben des zukünftigen Wohnzimmers mit dem ausgesuchten Bodenbelag, den richtigen Fenstern und der dazu passenden Wandfarbe ein zusätzlicher Sicherheitsaspekt, damit sich die Bauherren sicher sein können, dass sie eine gute Wahl getroffen haben, die ihnen gefällt. Somit entfällt die Überraschung auf der Baustelle.

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