Baukindergeld für Familien mit Kindern

Das neue Baukindergeld: sichern Sie sich die Förderung für Familien. Foto: Getty/LightFieldStudios

Baukindergeld: Jetzt Antrag stellen! Die wichtigsten Tipps für Familien

Baukindergeld unterstützt Familien beim Hausbau und Erwerb einer Immobilie. Was Antragsteller jetzt unbedingt wissen sollten.

Seit Dienstag, 18. September 2018 können die Anträge bei der KfW gestellt werden. Familien mit Kindern dürfen sich freuen!

Es gibt nun eine endgültige Einigung der Regierungsparteien, was die Ausgestaltung des Baukindergelds betrifft.

Die 13 wichtigsten Tipps zum Baukindergeld, die Familie wissen müssen:

1) Sie haben die Wahl:
Die Förderung gibt’s für den Ersterwerb eines selbstgenutzten Eigenheims oder einer selbstgenutzten Wohnung, ob gebaut oder gekauft wird, spielt keine Rolle. Wer also bereits eine Immobilie in Deutschland besitzt – egal, ob er selbst darin wohnt oder sie vermietet hat – geht leer aus.

2) Nicht jedes Kind zählt beim Baukindergeld:
Pro Kind und Jahr werden für 10 Jahre 1.200 Euro gewährt. Vorausgesetzt, die Kinder sind unter 18 und wohnen noch zuhause. Familien oder auch Alleinerziehende müssen also mindestens mit einem Kind unter 18 Jahren in die Immobilie einziehen. Kommt nach Antragstellung noch ein Kind zum Haushalt dazu, gibt es dafür kein Baukindergeld.

3) Nur für Sie selbst:
Die Förderung gibt’s nur für selbstgenutztes Wohneigentum. Eltern und Kinder müssen also selbst in der Immobilie wohnen und dürfen sie nicht vermieten. Und das während des gesamten Förderzeitraums von 10 Jahren.

4) Haben Sie genügend Eigenkapital?
Eine Eigenkapitalquote von 20 bis 30 Prozent ist als Voraussetzung in der Diskussion, sinnvoll ist sie allemal, die finanzierenden Banken erwarten dies ebenfalls. Wichtig: Das Baukindergeld zählt nicht zum Eigenkapital.

5) Unabhängig von der Größe Ihres Eigenheims:
Die zwischenzeitlich einmal diskutierte Quadratmeterbegrenzung auf eine Wohnfläche von 120 Quadratmetern ist vom Tisch. Es gibt keine Flächenbegrenzung für die Immobilie.

6) Prüfen Sie Ihr Einkommen:
Die Einkommensgrenze fürs Baukindergeld liegt bei einem zu versteuernden jährlichen Haushaltseinkommen von 90.000 Euro pro Jahr. Für jedes Kind darf dieses um 15.000 Euro höher liegen. Das zu versteuernde Jahreseinkommen ist nicht das Bruttoeinkommen. Den genauen Betrag ermittelt das Finanzamt. Relevant sind die durchschnittlichen Einkünfte der beiden Kalenderjahre vor der Antragstellung für die Förderung.

7) Noch hat man nichts verpasst beim Baukindergeld:

Das Baukindergeld gibt es rückwirkend ab dem 1. Januar 2018 für alle abgeschlossenen Bau- und Kaufverträge. Anders als bei den üblichen KfW-Förderungen kann man das Baukindergeld erst beantragen, wenn man den Kauf oder Bau abgeschlossen hat. Der Kaufvertrag bzw. die Baugenehmigung muss also zwischen dem 1.1.2018 und dem 31.12.2020 abgeschlossen sein.

8) Nicht lange warten:

Angeblich werden Anträge fürs Baukindergeld nur bis Ende des Jahres 2020 angenommen. Den staatlichen Zuschuss soll es also nur geben, wenn bis Ende 2020 der Kaufvertrag unterzeichnet ist oder die Baugenehmigung vorliegt. Entschiedend ist der Einzugstermin! Die Antragstellung muss innerhalb von 3 Monaten nach dem Einzug erfolgen (spätestens bis zum 31.12.2023) – durch eine Online-Registrierung bei der KfW. Die KfW reserviert dann den Zuschussbetrag für die Familie. Einen Rechtsanspruch auf die Förderung gibt es nicht, auch wenn der Antragsteller alle Bedingungen erfüllt. Das Angebot gilt nur solange, bis die von der Bundesregierung zur Verfügung gestellten Mittel von wohl vier Milliarden Euro aufgebraucht sind.

Eine für 2018 einmalige Ausnahmeregelung lässt zu, dass selbst wenn der Einzug länger als drei Monate zurückliegt, der Antrag aufs Baukindergeld noch bis 31.12.2018 gestellt werden kann.

9) Richtiger Adressat für den Antrag aufs Baukindergeld:
Anträge können online im KfW-Zuschussportal der staatlichen KfW-Förderbank gestellt werden. Gehen Sie einfach dazu auf www.kfw.de/zuschussportal.
Um den Zuschuss zu erhalten, muss man sich online registrieren. Dann kann man direkt online den Antrag für den Zuschuss stellen. Dazu müssen Sie Angaben zur Person, zu Ihrer Immobilie und zu Ihrem Kind bzw. Ihren Kindern machen.

10) Langfristig die Finanzierung planen:
Nach Auslauf der Förderung steht den Familien weniger Geld zur Verfügung. Rechtzeitig an die Anschlussfinanzierung für die Immobilie denken, da häufig nach zehn Jahren auch Zinsbindungen enden.

11) Offizielles Merkblatt der KfW mit allen wichtigen Informationen
Alle Informationen zur Antragstellung und Förderung sind in dem KfW-Merkblatt Baukindergeld hinterlegt. Die URL lautet: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Förderprogramme-(Inlandsförderung)/PDF-Dokumente/6000004381_M_424_Baukindergeld.pdf

12) Zum Baukindergeld noch KfW-Förderung bekommen
Die Förderung durch die KfW-Bank ist sehr beliebt. Es gibt sie in Form von zinsgünstigen Darlehen und als Zuschuss zur Tilgung. Anders als beim Baukindergeld muss der Antrag vor Beginn des Baus oder des Kaufs der Immobilie gestellt werden. Es gibt keinerlei Einschränkungen, Familien können also alle Förderprogramme nutzen wie das Wohneigentumsprogramm und das Programm „Energieeffizient bauen“, sofern sie die Auflagen der KfW erfüllen. Insgesamt dürfen Förderungen also kombiniert werden, aber in der Gesamtsumme die Kosten für den Neubau natürlich nicht übersteigen.

13) Sonderzuschuss in Bayern mitnehmen, aber auf den Termin achten:
Alle im Bundesland Bayern ansässigen Baufamilien dürfen sich freuen: Der Freistaat zahlt pro Kind und Jahr noch einmal 300 Euro zusätzlich. Darüber hinaus gibt es eine einmalige Eigenheimzulage von 10.000 Euro. Eine Familie mit zwei Kindern erhält in Bayern also 40.000 Euro Förderung, im Vergleich zu den 24.000 Euro in allen anderen Bundesländern. Die „bayerische Eigenheimzulage“ von 10.000 Euro erhalten übrigens auch kinderlose Bauherren. Seit dem 1. September 2018 können bayerische Bürger dies beantragen, der Immobilienkauf oder das Baugenehmigungsverfahren darf allerdings nicht vor dem 1. Juli 2018 abgeschlossen worden sein. Dieser Termin ist also abweichend vom bundesweiten Baukindergeld.

Endlich die angespannte Wohnraumsituation in großen Teilen Deutschlands mit einer breit angelegten Förderung von Familien mit Kindern zu verbessern – das war der Beschluss des Fraktionsgipfels von Union und SPD hoch oben auf der Zugspitze am 8. Mai 2018.

Die verabschiedete Wohnrauminitiative beinhaltet ein ganzes Bündel von Maßnahmen. Bauwillige Familien können sich hier vor allem über das Baukindergeld freuen. Allerdings ist der Zuschuss nicht unumstritten. Ob sich Familien mit Kindern damit wirklich die eigene Immobilie werden leisten können, bezweifeln viele. Zählt der Zuschuss doch nicht zum Eigenkapital. Manche befürchten gar, die Preise für Immobilien werden dadurch noch angeheizt.

Wir haben die Daten und Fakten zusammengefasst und eine Link-Liste mit detaillierten weiterführenden Informationen angehängt.

Förderumfang

  • 1.200 Euro pro Kind und Jahr erhält jede Familie für einen Zeitraum von 10 Jahren. Das ist zusammen immerhin ein Zuschuss von 12.000 € pro Kind.

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