Hygiene im Haushalt

Für ein hygienisch sauberes Zuhause: Von berührungslosen Armaturen über reinigungsfreundliche Oberflächen bis zu antibakteriellen Belägen. 

Das Zuhause ist gerade in Zeiten einer Pandemie wie der Coronakrise unser Zufluchtsort. Während wir draußen auf Abstand gehen und einen Mund-Nasen-Schutz tragen, finden wir in den eigenen vier Wände die Ruhe, Nähe und Erholung, die wir so dringend benötigen.

Allerdings muss dazu unsere Wohnung hygienisch sauber sein. Damit wir keinesfalls täglich stundenlang mit Putzen beschäftigt sind, gibt es viele nützliche Produkte, Materialien und Hilfsmittel.

Ohne Berührung

Was man nicht anfassen muss, hält unsere Hände sauber – und das ist gerade angesichts der Coronakrise hilfreich.

Das beginnt bei modernen berührungslosen Armaturen, die genau dann Wasser spenden, wenn wir es brauchen. Und geht weiter bei intelligent gesteuerten Lichtsystemen, die per Sprachsteuerung, Winken oder via Bewegungsmeldung das Licht ein- und ausschalten können. Der Fingerdruck auf einen Lichtschalter entfällt. Bis hin zu automatischen, batteriebetriebenen Seifenspendern oder Spülmittelspendern. Einfach die Hand kontaktlos unter den Seifenspender halten und durch den Infrarot-Sensor wird eine ausreichende Menge Seife ausgegeben, die individuell einstellbar ist.

Auch im Eingangsbereich funktioniert es schon ohne direkten Kontakt: Eine Türsprechanlage mit elektronischem Türöffner bietet mehr Komfort und Sicherheit – ganz ohne Berührung. Electronic-Keys, beispielsweise von Siedle, sind clevere Helfer, die auf Distanz zur verbauten Technik funktionieren. In Kombination mit einem automatischen Schloss öffnet sich die Tür wie von selbst.

Ob im Büro oder zu Hause: Auch auf Türgriffen können sich Viren und Bakterien sammeln. Türgriffe gehören mitunter zu den am stärksten von Keimen befallenen Oberflächen. Handfrei-Türöffner minimieren die Virengefahr an Türklinken.

Das hilfreiche Tool ermöglicht das hygienische Türöffnen mit dem Ellbogen oder dem Unterarm. Der Türöffner gibt dem Ellenbogen besseren Halt, die Hände kommen dabei nicht mit der Klinke in Berührung.

Der Handfrei-Türöffner ist universell einsetzbar und kann ohne Bohren einfach und schnell an jeder Türklinke angebracht werden. Die Montage des ergonomischen Türklinkenaufsatzes erfolgt durch eine Rasteraufnahme und mit Edelstahlschrauben. Das Produkt ist sowohl für runde als auch eckige Griffe mit einem Durchmesser von 16 bis 24 Millimeter geeignet. 

Selbstreinigend und pflegeleichte Oberflächen

Moderne Materialien, wie sie vor allem im Badbereich zum Einsatz kommen, sorgen dafür, dass das Wasser und mit ihm Schmutzpartikel schneller abperlen. Selbstreinigend ist sicherlich zu viel gesagt, aber diese reinigungsfreundlichen Oberflächen müssen weniger häufig und weniger intensiv gereinigt werden. 

Der Hersteller Villeroy & Boch beispielsweise bietet mit CeramicPlus eine Keramikoberfläche, die durch einen Prozess der Veredelung in der Lage ist, Schmutzpartikel und Wasser regelrecht abzustoßen.

Das Wasser samt den darin enthaltenen Verunreinigungen zieht sich bei der Berührung mit der Keramik zu Tropfen zusammen, die auf den geneigten Flächen der Keramik weitestgehend abperlen und von alleine in den Ausguss rollen. Somit ist CeramicPlus ganz leicht – nur mit einem feuchten Tuch und Wasser – zu reinigen. Und selbst wenn durch hartes Wasser Kalk einmal antrocknet, lässt sich dieser auch noch nach Wochen ganz leicht entfernen.

Veredelte Fliesen

Die HT-Veredelung (Hydrophilic Tiles), wie sie beispielsweise die Deutsche Steinzeug anbietet, soll laut Herstellerangaben das Wachstum von Schimmel, Bakterien und anderen Mikroorganismen hemmen.

Zudem vereinfacht die Beschichtung die Reinigung der Fliesenoberfläche und hilft Luftschadstoffe wie Formaldehyd und Gerüche im Raum abzubauen.

Bei dem Verfahren wird Titandioxid (TiO2) wird bei hoher Temperatur unlöslich und dauerhaft in die Keramikoberfläche eingebrannt. Zur Aktivierung der Reaktion genügt Licht. Dadurch entsteht aktivierter Sauerstoff und eine hydrophile, wasserfreundliche Keramikoberfläche.

Dusch-WCs

Ob beim Waschen, Kochen oder Putzen: Intelligente Technik findet immer mehr Einzug in private Haushalte, um Zeit und Kraft zu sparen und ein sauberes und komfortables Zuhause zu garantieren. Und das ist sicherlich auch über die Coronakrise hinaus sinnvoll.

Mit einem modernen Dusch-WC, wie sie zum Beispiel Grohe anbietet, gehören aggressive Reinigungsmittel und unschöne WC-Bürsten der Vergangenheit an. Denn eine spezielle Oberflächenbeschichtung, das spülrandlose WC und die effektive Spülpower erschweren ein Festsetzen von Schmutzpartikeln.

Zudem wird die Luft direkt am WC abgesaugt. Das vermeidet unangenehme Gerüche. Die abgeführte Luft wird mit einem Aktivkohlefilter gereinigt. Eventuellen Keimen und Bakterien in der Luft wirkt die HyperClean-Technologie entgegen. Sie tötet dank Silberionen Keime in der Raumluft ab und reduziert Bakterienbildung zu 99,9 Prozent.

Sauberes Glas

In vielen Haushalten gibt es Duschabtrennungen aus Glas. Hersteller wie Hüppe bieten seit vielen Jahren mit "Anti-Plaque" eine pflegeleichte Glasveredelung.

Im Gegensatz zur "einfachen" Beschichtung von Scheiben mit einem unsichtbaren, dünnen und fest haftenden Film, sorgt diese Veredelung dafür, dass Beschichtung und Glas durch eine chemische Reaktion eine stabile Verbindung eingehen.

Anhängende Fluorgruppen setzen die Oberflächenspannung des Glases weit herab, Wasser, Schmutz und Öle finden kaum Haftung und lassen sich daher leicht entfernen. Reiniger, heißes Wasser, Lösungsmittel oder Kalk können diesem Schutz nichts anhaben.

Saubere Raumluft

Konrollierte Wohnraumlüftung sorgt für frische Luft, ohne Energie zu verschwenden. Eine solche Lüftungsanlage kann mit CO2-Senor gekoppelt werden, d.h. sobald die Raumluft schlechter wird, sorgt die Anlage automatisch für einen Luftaustausch.

Es gibt kleine, kompakte Geräte zur raumweisen Lüftung, im Neubau jedoch ist die Zentralanlage die bessere Wahl. Sie besteht aus der hängeschrankgroßen Zentraleinheit mit zwei Ventilatoren und Wärmetauscher sowie zwei separaten Kanalsystemen. Über das eine wird verbrauchte Luft aus Bad, WC, Küche abtransportiert, über das andere Frischluft in Wohnzimmer, Kinder- und Schlafzimmer geleitet, von wo aus sie in die Ablufträume gelangt. Zentralgerät, Auslässe und Abluftventile sind mit Filtern ausgestattet.

Zudem gibt es Luftfilter als Einzelgeräte. Der „Pure Air Genius“ von Rowenta zum Beispiel filtert mit seinem Filtersystem laut Herstellerangaben 99,99 Prozent der Allergene und Feinstaub.

Ein Vorfilter entnimmt der Luft zunächst gröberen Staub, Partikel und (Tier)haare. Im nächsten Schritt kommt ein 2-in-1-Filter zum Einsatz, dessen Aktivkohle Rauch, Gerüche und flüchtige organische Verbindungen entnimmt, während der integrierte Partikelfilter Feinstaub bis 2,5 μm filtert. Zu guter Letzt zersetzt der NanoCaptur-Filter Formaldehyd in seine unschädlichen einzelnen Bestandteile.

Wischroboter

Sauber und smart – Hilfe beim lästigen Hausputz leisten Saugroboter und Wischroboter. Klein, wendig und vor allem selöbstständig entfernen sie nicht nur Staub und Flusen, sondern auch Feuchtigkeit, Dreck und Schlieren auf dem Boden. Die Bedienung erfolgt per Fernbedienung, App oder Sprachsteuerung.

Alternative Putztipps

Und hier noch ein paar alternative Putztipps zum Schluss – schließlich sorgt Putzen während der Coronakrise auch für ein wenig Ablenkung:

  • Im Badezimmer rückt man Schmutz und Kalkablagerungen mit Borax zu Leibe, statt WC-Reiniger kommt ein Päckchen Backpulver zum Einsatz.
  • Essig ist fast überall gern gesehen: als Spiegel- und Fensterreiniger, um Fett und Schmutz von Böden und anderen Oberflächen zu entfernen und gegen Kalk (in Bad und Küche).
  • Empfindliche Nasen können anstelle von Essig oder Essigessenz auch Zitronensäure verwenden – die ersetzt (in Wasser aufgelöst) auch ganz unkompliziert den Weichspüler. 
  • Ein, zwei Esslöffel Soda in lauwarmes Wasser gemischt macht sich gut als Allzweckreiniger oder Spülmittel. Diese natürlich effektive Mischung sorgt dafür, dass Fett und Verkrustungen sich auflösen und Oberflächen wieder fettfrei glänzen.
  • Alternativ können Sie anstatt Soda auch Backpulver verwenden, denn in Backpulver ist Soda bereits enthalten.
  • Schwämme und Tücher aus Microfaser reinigen dank ihrer speziellen Oberfläche gründlich und zuverlässig auch nur mit Wasser. Das schont die Umwelt und den Geldbeutel. Solche Tücher sind maschinenwaschbar.

Rezepte, Ideen und Tipps für selbstgemachte Putz- und Reinigungsmittel gibt es genug. Man muss sich nur einmal die Mühe machen, sich damit auseinanderzusetzen und das eine oder andere Pülverchen eigenhändig anzurühren. Im Interesse der eigenen Gesundheit und der Umwelt sollte das eigentlich ein bisschen Arbeit wert sein.

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