10 Dos and Don'ts zum Einbruchschutz

Zum Ziel von Einbrechern kann heute jeder werden. Doch längst nicht alles, was man landläufig glaubt, wirkt auch wirklich.

1. Hilft nicht: Vogelstrauß-Taktik

„Das kann mir nicht passieren, bei mir gibt es ja nichts zu holen“. Das ist leider immer noch bei vielen die Denkweise, wenn es um Einbruchschutz geht.

Doch die Statistiken beweisen etwas anderes, eingebrochen wird überall und zu jeder Jahreszeit. Verstärkt zwar im Winter, aber weder in der Stadt noch auf dem Land ist man wirklich sicher.

In jedem Haus gibt es Dinge von Wert. Der Glaube, dass nur Prunkhäuser zum Ziel werden und speziellen Einbruchschutz benötigen, ist Wunschdenken. Gerade für reisende Einbrecherbanden macht es die Masse. Hier ein Laptop, da eine Küchenmaschine, im nächsten Haus eine gute Armbanduhr, machen in der Summe auch fette Beute.

2. Hilft: Fenstersicherungen

Einbrecher gehen den Weg des geringsten Widerstandes – und der liegt meist bei Fenstern im Parterre.

Sofern man nicht gleich beim Einbau auf einbruchhemmende Fenster setzt, bei denen die Verriegelungszargen T-förmig sind, braucht man nur einen dicken Schraubenzieher und es macht binnen Sekunden „knack“.

Die Polizei informiert

Die Polizei bietet regelmäßig praktische Infoabende an.

Gegen diese häufigste Einbruchmethode haben sich Fenstersicherungen als höchsteffektiv erwiesen. Sie sind einfach aufgebaut, sind im Fachhandel für kleines Geld zu erstehen und bestehen aus wenig mehr als einem drehbaren Hebel-Element, welches vom Rahmen vor das zu öffnende Fenster gekippt wird.

Die Folge: Das Fenster lässt sich, auch mit Gewalt, nicht aufhebeln. Und das Einschlagen der Scheibe scheuen viele Einbrecher, weil es viel Lärm verursacht und man sich an den Scherben schneiden kann und so beste DNA-Spuren hinterlässt.

3. Hilft nicht: Schlüssel verstecken

Sie finden sich in jedem Baumarkt: Outdoor-Deko-Elemente, die innen hohl sind und somit als Versteck für Reserveschlüssel angepriesen werden.

Doch gerade diese Dinge geben trügerische Sicherheit, denn was Einbrecher anbelangt, darf man immer eine Maxime im Hinterkopf behalten:

Einbrecher kennen jedes Versteck und wissen sehr genau, worauf sie achten müssen

Selbst ein „gut“ versteckter Schlüssel wird höchstwahrscheinlich gefunden. Und wenn das zu einem erfolgreichen Einbruch führt, hat man ein gewaltiges Problem.

Denn in dem Fall wird die Versicherung die Zahlung verweigern können, weil es der Besitzer sich ziemlich fahrlässig verhalten hat – Schlüssel sollten entweder „am Mann“ sein oder im verschlossenen Haus.

4. Hilft: Tresore

Die zuvor genannte Maxime zieht sich auch auf alle Orte, an denen man Wertgegenstände verstecken könnte. Bloß dass dabei meist noch hinzukommt, dass Einbrecher auf der Suche Verwüstungen anrichten.

Doch muss man sich mal kurz in einen Normal-Einbrecher eindenken:

  1. Er ist auf Schnelligkeit aus. Zehn Minuten, länger darf die Aktion nicht dauern
  2. Er ist „leicht“ unterwegs. Handschuhe, Taschenlampe, Schraubendreher.

Weder haben Einbrecher die Zeit noch die Talente und Werkzeuge, um sich selbst mit einfachen Safes auseinanderzusetzen.

Allerdings bedingt das, dass der Wertschrank sicher verankert ist, sonst könnte es zum Versuch kommen, den Safe selbst mitzunehmen.

Falsch hingegen ist der Glaube, dass ein Safe Einbrechern erst recht vermitteln würde, dass es etwas zu holen gibt – im Zweifelsfall lässt er sich ja auch so installieren, dass er nicht sofort (von außen) bemerkt wird.

5. Hilft nicht: Geld offen hinlegen

In den vergangenen Jahren hat sich ein Phänomen herausgebildet: Nicht wenige Menschen glauben, dass sie weitere Einbruchschäden verhindern könnten, wenn sie im Haus Geld offen hinlegen.

Der Gedanke dahinter, der Kriminelle wird die leichte Beute nehmen und verschwinden, ohne sich weiter umzusehen. Leider ein absoluter Trugschluss. Das Geld nimmt er. Aber er wird trotzdem seine weitere Routine durchziehen, das Einstecken der Scheine nimmt ihm ja keine Zeit.

6. Hilft: gutes Rundum-Sichtfeld

Es gibt Menschen, die schirmen ihr Haus regelrecht durch Hecken, bewachsene Zäune und sonstige Varianten von Einfriedungen ab – in dem Glauben, dass dadurch auch das Haus von Einbrechern übersehen würde.

Leider ist das die falscheste aller Annahmen, vergleichbar mit „wenn ich meine Augen schließe, sieht er mich nicht“. Das Gegenteil ist der Fall: Einbrecher lieben Sichtdeckung über alles.

Nimmt man ihnen die, durch ein frei einsehbares Haus, das zudem durch Bewegungsmelder ringsherum beleuchtet wird, schreckt man automatisch ab.

7. Hilft nicht: Kamera-Attrappen

Videoüberwachnung waren lange Zeit eine teure Angelegenheit. Dadurch bildete sich ein Markt für Attrappen, gern mittels roter LED noch realistischer gemacht.

Leider gilt auch hier: Einbrecher sind nicht dumm. Sie schauen sich sehr genau um, lernen, echte von falschen Kameras zu unterscheiden.

Attrappen schützen niemals – wenngleich natürlich echte Kameras, die auch aufzeichnen und nicht nur in Echtzeit übertragen, ein guter Schutz sind, weil sie zur Aufklärung beitragen können.

8. Hilft: Kamerad Hund

In vielen Ländern werden in Gefängnissen regelmäßig Umfragen unter einsitzenden Einbrechern durchgeführt, um herauszufinden, was sie wirklich abschreckt.

Das unterscheidet sich zwar in Details von Land zu Land, aber immer wieder wird dabei eine Tatsache genannt: Hunde. Und zwar jeglicher Rassen.

Denn Hunde, sofern sie wirklich anschlagen, wenn sich jemand am Haus zu schaffen macht, alarmieren die Besitzer und mit Glück auch die Nachbarschaft.

Der Faktor Beißen hingegen ist nur eine Dreingabe, die gerade von Laien überbewertet wird. Dazu müsste der Einbrecher ja erst einmal ins Objekt kommen.

9. Hilft nicht: Schilder

„Wachsame Nachbarn“, „Achtung, Hund“, „Einbruch zwecklos“, „Vorsicht, kameraüberwacht“. Es gibt auf dem Markt eine ganze Reihe von Schildern und Stickern, mit denen es möglich sein soll, Einbrecher von ihrem tun abzuhalten.

Bloß gilt auch hier die Attrappen-Regel: Das schönste Schild nützt überhaupt nichts, wenn, dahinter nichts von Substanz steht.

10. Hilft: Ein strenges Sicherheits-Regiment

Der alte Spruch „Gelegenheit macht Diebe“, er gilt auch heute noch unbedingt. Denn so viele Einbrüche geschehen, weil Hausbesitzer es den Kriminellen zu einfach machen. Fenster bleiben gekippt, Türen werden nur zugezogen.

Schon wenn man gute, grundsätzliche Regeln zum Einbruchschutz einhält, kann man das Einbruchrisiko gewaltig reduzieren – der teuerste Spezial-Schließzylinder ist keinen Cent wert, wenn er nicht verriegelt wird. Daher gilt:

  • Bei jedem Verlassen, egal wie kurz es dauert, alle Fenster schließen und verriegeln
  • Niemals nur die Tür hinter sich zuziehen, immer abschließen
  • Keine Abwesenheitsbotschaften auf dem AB oder in den sozialen Netzen

Das allein kann schon Einbrüche verhindern – und den Rest besorgen wirksame Maßnahmen zum Einbruchschutz.

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