Halleigenschaften mit Akustikdecken verbessern

Übermäßiger Hall in Innenräumen kann zmithilfe von Akustikdecken vermieden werden.

Hallende Wände stellen eine erhebliche Beeinträchtigung der Wohnqualität dar. Sie erschweren das Verständnis gesprochener Sprache, nehmen Filmabenden ihren Reiz und lassen Räume deutlich ungemütlicher wirken.

Um übermäßigen Hall zu kompensieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine davon besteht im Anbringen von Akustikdecken. Die abgehängten Trockenbaudecken absorbieren die Schallwellen und senken so die Nachhallzeit im Raum.

Was ist eine Akustikdecke?

Bei einer Akustikdecke handelt es sich um eine abgehängte Unterdecke, die an der tragenden Decke befestigt wird. Üblicherweise wird sie mit Metallprofilen realisiert, in die Trockenbauplatten eingelegt sind. Die Befestigung der Profile an der Decke erfolgt meistens mit federnden Abhängungen. Dadurch wird eine möglichst hohe Schallentkopplung erreicht.

Zusätzlich sind die aus Gipskarton, Holz oder Metall bestehenden Trockenbauplatten gelocht oder geschlitzt. Dadurch wird ein Teil der eintreffenden Schallwellen nicht wieder in den Raum reflektiert, sondern verschwindet im Hohlraum zwischen Geschoss- und Unterdecke. Zusätzlich sind die Trockenbauplatten rückseitig mit Vliesen oder Dämmstoffauflagen beschichtet. Auf diese Weise kann der eingefangene Schall vollständig absorbiert werden.

Daneben gibt es auch Akustikdecken ohne Löcher. Hier verwendet man wahlweise vollständig offenporige Plattenmaterialien oder man füllt die Zwischenräume mit schalldämpfenden Materialien wie Glas-, Mineral- oder Steinwolle.

Physikalischer Hintergrund

Wenn man von Raumakustik spricht, stehen drei Parameter im Vordergrund:

  • Schallabsorption
  • Schallreflexion
  • Schallart

1. Schallabsorption und -reflexion

Die Schallabsorption ist der wichtigste Faktor, wenn es um die akustischen Eigenschaften eines Raums geht. Von ihr ist es abhängig, wie stark ein Raum hallt und wie laut Geräuschquellen innerhalb des Raums wirken

Die Schallabsorption ist definiert als die Minderung der Schallenergie in einem Raum durch Energieverluste von Schallwellen an Oberflächen. Überall, wo der Schall auf Hindernisse trifft, wird er entweder reflektiert oder aufgenommen. Wie gut Materialien den Schall schlucken, hängt von ihrer Oberflächenqualität ab. Perforierte, grobe und offenzellige Materialien absorbieren ihn besonders gut. Glatte Oberflächen wiederum reflektieren ihn stark, wodurch unerwünschter Hall entsteht.

Der von uns wahrgenommene Klangeindruck setzt sich aus dem Direktschall aus der Schallquelle und den von den Oberflächen zurückgeworfenen Schallwellen zusammen. Hält der Nachhall zu lange an, erschwert er das Verständnis. Andererseits darf er auch nicht zu kurz sein, da wir Töne dadurch nicht deutlich genug hören und der natürliche Klangeindruck verschwindet.

Richtwerte für die Nachhallzeit bei verschiedenen Raumgrößen findet man in der DIN 18041 ("Hörsamkeit in kleinen bis mittleren Räumen"). Diese Werte geben Anhaltspunkte, bis zu welchen Grenzwerten der Klang in einem Raum vom Menschen noch als angenehm empfunden wird.

2. Verschiedene Schallarten

Je nachdem, auf welchem Weg der Schall in benachbarte Räume gelangt, unterscheidet man verschiedene Arten. Hier sind vor allem der Direkt-, Längs-, Tritt- und Umgebungsschall zu nennen. Bei Akustikdecken ist vor allem der Längsschall relevant, der über flankierende Bauteile wie abgehängte Decken über den Deckenhohlraum in einen benachbarten Raum eindringt. Hier spielt in erster Linie die Längsschalldämmung eine Rolle.

Tipp: In der immer wieder beliebten Anlageklasse der Denkmalimmobilien kommt es aufgrund der für Altbauten typischen hohen Decken gelegentlich zum Problem einer übermäßigen Hallentwicklung. Auch hier können Akustikdecken einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der klanglichen Eigenschaften und damit zum Wohngefühl leisten.

Auswahlkriterien bei Akustikdecken

Welches Maß an Schallabsorption notwendig ist, hängt immer vom spezifischen Einzelfall ab. Hier spielen unter anderem die Größe und Geometrie des Raumes sowie die Wand- und Deckenmaterialien eine Rolle. Handelt es sich um Räume mit sehr harten Oberflächen ist in der Regel eine stärkere akustische Nachbesserung erforderlich als bei offenporigen Oberflächen.

Weiterhin ist bei der Auswahl der Akustikdecke auch die Möblierung zu berücksichtigen. Schließlich schlucken auch Vorhänge, Sessel und Tapeten Schall. Nicht zuletzt spielt die Anzahl der Menschen eine Rolle, die sich normalerweise in den Raum aufhält

Üblicherweise geht es vor allem darum, Schallwellen in tieferen Frequenzbereichen zu absorbieren. Hohe und mittlere Frequenzen werden meistens bereits durch die vorhandenen Wand- und Deckenmaterialien absorbiert. Akustikdecken, die eine starke Absorption bei tiefen Frequenzen aufweisen, sind Ausführungen mit einer Mineralwollauflage. Weiterhin gilt, dass der Absorptionsgrad bei tiefen Frequenzen umso höher ist, je größer die Abhänghöhe der Decke ist.

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