Ohne Umbau nachträglich Schallschutz verbessern

Dünne Wände, unverklebtes Parkett, laute Kinder oder ein passionierter Musiker zuhause – ohne genügenden Lärmschutz in der Wohnung scheint der Ärger mit dem Nachbarn programmiert.

Dauerhafte Lösungen bieten Renovierungen: Quietschende Böden müssen ausgetauscht, neue, von Wand und Boden entkoppelte Wände gebaut und Schaumstoffe in die Decke gelegt werden. Insbesondere in Mietwohnungen sind solche Renovierungen oft jedoch keine Option.

Aber auch ohne Sanierungen gibt es effiziente Möglichkeiten, die Schallisolierung der eigenen Wohnung zu verbessern.

Trittschall reduzieren

Um den eigenen Trittschall zu reduzieren, müssen nicht unbedingt gleich alle Fußodenbeläge ersetzt werden: Schalldämmende Teppiche wirken nicht nur behaglich, sondern verringern den Trittschall erheblich.

Schon dünne Teppiche zeigen hier Wirkung. Noch effektiver sind jedoch Varianten mit Hochflor oder mit einer Basis aus Kork. Wem das nicht genügt, kann schallschluckende Matten unter den Teppich legen.

Und wer nicht die gesamte Wohnung mit Teppich auslegen möchte, sollte sich auf diejenigen Areale konzentrieren, in denen am meisten Lärm entsteht – beispielsweise im Kinderzimmer. Spezielle, weiche Bodenschutzmatten machen besonders unter Sportgeräten wie etwa Rudermaschinen oder lärmintensiven Geräten, zum Beispiel Waschmaschinen, Sinn.

Akustikfarben

Ist eine Wohnung sehr hellhörig, sind häufig die Wände schuld. Wer aber nicht bereit ist, Trockenbau abzureißen und besser gedämmt neu aufzuziehen, kann die Lärmisolierung der eigenen vier Wände schon durch eine neue Wandgestaltung mit einem frischen Anstrich verringern.

Mittlerweile gibt es sogar spezielle, lärmisolierende Farbe, die Hall reduzieren soll. Solche Akustikfarben werden jedoch in der Regel nur für Akustikdecken und kaum für den Heimgebrauch eingesetzt.

Schall mit Stoffen und Möbeln absorbieren

Wer seine Wohnung kuschelig einrichtet, verursacht gleichzeitig weniger Lärm: Textilien eignen sich ideal, um Raumschall zu reduzieren. Schwere Vorhänge – insbesondere solche aus Filz – und große Polstermöbel können darum einen merklichen Unterschied machen. Auch Wandbespannungen oder Tapisserien absorbieren Geräusche.

Wer sich die Wand mit einem besonders lauten Nachbarn teilt, sollte, wenn möglich, an genau diese Wand ein großes Sofa stellen. Alternativ bieten sich für solche Wände große Bücherregale an. Eine gut gefüllte Heimbibliothek schluckt den Schall außerordentlich effektiv.

Insgesamt gilt: Je voller der Raum ist, desto besser für den Lärmschutz. Jedes Möbelstück bricht den Raumschall und sorgt so für mehr Ruhe nebenan.

Schaumstoff

Wer ein Tonstudio besitzt oder ein Instrument spielt, sollte gegebenenfalls auf Schaumstoffmatten zurückgreifen, um die eigenen Wände zusätzlich zu isolieren und gleichzeitig die Raumakustik zu verbessern.

Das muss nicht trist aussehen – als Alternative zum klassischen, schwarzen Noppenschaumstoff gibt es mittlerweile auch stylische Schallabsorber in geometrischen Formen oder sogar dekorative Wandbilder aus dämmendem Material.

Damit die Schaumstoffmatten Wirkung zeigen, müssen die Wände übrigens nicht flächendeckend beklebt sein – schon eine einzelne Matte hilft dabei, Raumschall drastisch zu reduzieren.

Fazit

Auch wer die eigene, hellhörige Wohnung nicht renovieren kann oder will, hat viele Möglichkeiten zur Schallisolierung. Im Akustik-Vergleich verlieren minimalistische Einrichtungsstile gegenüber gemütlichem Mobiliar: Große Textilsofas, Bücherwände und flauschige Teppiche machen eine Wohnung nicht nur heimelig, sondern verschaffen auch dem Nachbarn Ruhe vor dem eigenen Lärm.

Nur in manchen Fällen kommt man um harte Geschütze wie Dämmschaum nicht herum – das kann mit ein wenig Kreativität jedoch toll aussehen.

 

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