Seniorenfreundliches Haus in Hanglage

Das Baugrundstück mit einer Größe von ca. 3.000 m2 in einem Villenviertel bot optimale Bedingungen für ein Traumhaus: Es fällt nach Südost ab und offeriert einen grandiosen Ausblick in das Tal. Der Entwurf von Prof. Bernd Gläser nutzt die Hanglage so adäquat, dass bereits aus dem Erdgeschoss der freie Blick über die davor liegenden Häuser möglich ist.

Der Architekt griff die funktionalen, räumlichen und formalen Wünsche der Bauherrschaft als feste Projektvorgaben auf: „Bereits zur ersten Besprechung brachte das Paar selbst gefertigte Skizzen mit“, erinnert sich Bernd Gläser, „es gab konkrete Vorstellungen bezüglich der Erschließung und auch die halbrunde Ausbuchtung im Wohnbereich war eine Vision der Bauherrin. Sie nannte sie ‚Das Schwalbennest’.“

Platz für Gäste und Pflegekraft

Prof. Bernd Gläser entwarf das Wohnhaus von innen nach außen und verteilte das Raumprogramm unter Ausnutzung der Hanglage über drei Geschosse. Der Hauptzugang des Hauses liegt im Gartengeschoss. Hier plante er eine 47 Quadratmeter große Einliegerwohnung mit Wohn- und Kochbereich, Schlafzimmer und Bad sowie mit großem überdachtem Freisitz. „Diese Wohnung kann im Bedarfsfall einmal einer Haushaltshilfe oder einer Pflegekraft zur Verfügung gestellt werden“, sagt der Architekt.

In der mittleren Etage befindet sich die Hauptwohnung mit 114 m2 Wohnfläche auf einer Ebene. Der Wohn-Essbereich erhielt einen direkten Zugang zum Schlafzimmer und Bad sowie einen Nebenzugang von der großen Sonnenterrasse mit angrenzendem Teich. Eine halbgewendelte Treppe führt ins Dachgeschoss, das Gästen vorbehalten ist. So haben die erwachsenen Kinder der Eigentümer mit ihren Familien einen großen Rückzugsbereich, wenn sie zu Besuch sind.

Seniorengerechte Planung

Um den Bewohnern maximalen Bewegungsspielraum bis ins hohe Alter zu sichern, verband Prof. Bernd Gläser das Garten- und Erdgeschoss mit einem Personenaufzug. „Den Aufzug bis ins Obergeschoss zu führen, war bei der gewählten Dachform nicht möglich“, erklärt er. „Das Zeltdach ist ein wesentlicher visueller Bestandteil der umgebenden Bebauung im Stil und Zeitgeist des vergangenen Jahrhunderts. Aus städtebaulichen Gründen wollten wir deshalb nicht darauf verzichten.“

Im Übrigen achtete der Architekt bei der seniorengerechten Planung des Erdgeschoss-Grundrisses vor allem auf breite Türen und Durchgänge sowie großzügige Verkehrs- und Stellflächen „damit sich keine Möbel als Hindernisse im Raum aufbauen“. Im Sitzen sollte im Wohnbereich zudem das gleiche Raumgefühl mit dem allseitigen Sichtbezug zum Außenraum entstehen wie im Stehen, deshalb wurden die Brüstungen niedriger angelegt.

Komfort im Alter

Bei einer altersgerechten Planung geht es jedoch nicht zuletzt auch darum, den Komfort zu erhöhen – indem man zum Beispiel durch umsichtige Planung überflüssiges Bücken und Strecken vermeidet. So ließ Prof. Bernd Gläser die Steckdosen, wo möglich, in entsprechender Höhe anbringen. Moderne Technik erleichtert den Alltag zusätzlich: Licht und Rollläden werden zentral über den Computer gesteuert. „Und wenn man mal den Schlüssel vergisst, ist das auch nicht schlimm – die Haustür lässt sich dank Lesegerät per Daumenabdruck öffnen.“

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