Umbau zum Mehrgenerationenhaus

Dem Siedlungshaus des Ehepaares Schöttinger in Gütersloh sieht man die 50 Jahre nicht an. Mit der weißen Fassade und den großen Fenstern wirkt es fast wie ein Neubau. Die Wohnflächen von je 70 Quadratmetern im Erd- und im Obergeschoss und die kleinen Räume entsprachen allerdings nicht den derzeitigen und künftigen Anforderungen der beiden Senioren. Axel Schöttinger: „Wir haben uns intensiv Gedanken gemacht, wie und wo wir künftig wohnen und leben wollen.“

Die Alternative lautete: Verkaufen oder altersgerecht modernisieren? In dieser Entscheidungsphase brachte ihr Sohn Jörg eine neue Idee ein: „Er fragte uns, was wir davon hielten, wenn er und seine Frau Monja hier einziehen würden. Wir waren sofort dafür – hatten aber auch unsere Bedenken. Obwohl wir uns bestens verstehen, haben wir doch andere Bedürfnisse als die jungen Leute,“ erzählt Axel Schöttinger. Das sahen Sohn Jörg und seine Frau ähnlich: „Wir wollen Gemeinsamkeit, aber bei größtmöglicher Selbstständigkeit. Jeder braucht seine Rückzugsmöglichkeiten.“

Altersgerecht modernisieren

Der Bielefelder Architekt Thomas Lampe erarbeitete eine perfekte Lösung für beide Generationen: „Mit einem Anbau konnten wir zwei eigenständige, große Wohnungen realisieren.“ Der Planer schlug vor, das Erdgeschoss zu einer Seniorenwohnung umzubauen und die Wohnfläche durch einen zweigeschossigen Anbau mit Dachterrasse zu vergrößern.

Im Anbau wurde ebenerdig ein geräumiges Senioren-Schafzimmer inklusive Ankleide geschaffen, das man barrierefrei vom bestehenden, modernisierten Wohnzimmer im Altbau aus erreicht. Architekt Lampe: „Das Wohnen der Eltern spielt sich jetzt im Erdgeschoss ab, während die Jüngeren im Ober- und Dachgeschoss ihr Zuhause haben.“ Die obere Wohnung ist über eine außen liegende Stahltreppe zu erreichen, die in den Verbindungstrakt zwischen Neu- und Altbau führt.

Der Grundriss wurde völlig neu konzipiert. Sämtliche Räume im Erdgeschoss sind barrierefrei. „Besonders schön ist unser neues Bad geworden, das früher als Gästebad diente“, freut sich Axel Schöttinger. „Zusammen mit dem vorgelagerten Terrassenbereich haben wir nun eine klar gegliederte, überschaubare Wohnung, die auch unseren künftigen Bedürfnissen gerecht wird." 

Ruhiges, komfortables Wohnen

Besonderen Wert hatten die beiden Senioren auf den Schallschutz ihrer Wohnung gelegt, denn auf die gewohnte Ruhe im Haus wollten sie keinesfalls verzichten. Deshalb hatten sie sich für den hervorragend schalldämmenden Wandbaustoff von KS-Original entschieden. Eine Wahl, mit der auch das junge Paar sehr einverstanden war. „Uns war die ökologische Unbedenklichkeit der verwendeten Baustoffe sehr wichtig“, erläutert Schöttinger junior. „Und Kalksandstein besteht ausschließlich aus Kalk, Sand und Wasser, also rein natürlichen Bestandteilen ohne chemische Zusätze.“

Mit den Obergeschossen von Alt- und Anbau sowie dem ausgebauten Spitzboden verfügt die junge Familie Schöttinger nun über eine repräsentable Wohnfläche von rund 130 Quadratmetern. Vom geräumigen Schlafzimmer mit Ankleide im Dachgeschoss gelangt man durch die neue Fenster-Tür-Verglasung des Giebels direkt auf die Dachterrasse. Monja Schöttinger: „Von hier aus haben wir einen herrlichen Blick in die freie Natur.“

Die Kostenseite

Erfreulich: Der finanzielle Aufwand für die Modernisierung des Hauses hielt sich im Rahmen. Die Baukosten für den hochwertigen Anbau betrugen ca. 60.000 Euro – das entspricht einem Quadratmeterpreis von 923 Euro. Die Sanierung des Altbaus kostete 30.000 Euro (Gebäudekosten nach DIN 276, Kostengruppen 300 und 400). Durch den zeitlich geschickt geplanten Bauablauf konnten Axel Schöttinger und seine Frau während der gesamten Bauzeit in ihrem Haus wohnen – was weitere Kosten vermied.

Fotos: baulampe architekten
Architekt: Thomas Lampe/baulampe architekten/www.baulampe.de

Die Schichten der KS-Funktionswand

  • Die KS-Außenwand-Konstruktion des neuen Anbaues bietet beste bauphysikalische Werte, da sie die Baustoffe mit den jeweils günstigsten Eigenschaften in einem Schichtaufbau kombiniert. Als Tragschale fungiert der natürliche Kalksandstein, der aufgrund seiner hohen Rohdichte schon in geringen Stärken beste statische Eigenschaften mitbringt und damit Grundfläche spart.
  • Das Material bietet außerdem einen hervorragenden Schall- und Brandschutz sowie hohe Wärmespeicherfähigkeit – was im Sommer für kühle Räume sorgt. Für niedrige Heizkosten und warme Innenwände sorgt die außen angebrachte Wärmedämmung. Sie wird von einer armierten Putzschicht vor Wind und Wetter geschützt. Der Innenputz schließlich ist für die Luft- und Schalldichtheit der Funktionswand verantwortlich.

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