Intelligentes Haus

Wenn Frau K. ihre dunkle Wohnung betritt, geht das Licht ganz von alleine an. Wacht die Seniorin morgens auf, ist PAUL bereits an ihrer Seite. Ein Druck auf die Bildschirm-Oberfläche des „Persönlichen Assistenten für Unterstütztes Leben“ (PAUL) auf ihrem Nachttisch und der mobile, hand­­liche Computer gibt das Signal, die Rollläden hochzufahren und das Radio einzuschalten. Licht, Telefon, die Türkamera und weitere Elektrogeräte kann die ältere Dame über das übersichtlich gestaltete Display steuern. Darüber hinaus beherrscht PAUL spezielle Zusatzfunktionen, die das Leben für Senioren noch sicherer machen kann. So etwa erinnert er daran, dass es Zeit ist, die Tabletten einzunehmen oder wählt eine Notrufnummer, wenn die Sensoren in der Wohnung eine starke Abweichung der Lebensaktivitäten feststellen.

PAUL ist ein speziell für Senioren entwickeltes elektronisches Assistenzsystem („Assisted-Living“), das auf der Vernetzung der Gebäudetechnik basiert und seine Praxistauglichkeit seit einigen Jahren in einem von Senioren bewohnten Mehrfamilienhaus in Kaiserslautern tagtäglich unter Beweis stellt. Es ermöglicht den Bewohnern ein eigenständiges, komfortables Leben in ihrer vertrauten Umgebung.

Die Technik für das KNX-System

Dieser Komfort hat in den letzten Jahren auch in viele Privathäuser Einzug gehalten. Möglich wird er durch die „KNX“-Technik. Vom Haustürschloss bis zum Rollladen, vom Herd bis zur Beleuchtung, von der Videosprechanlage bis zum Fernseher sind alle elektrischen Verbraucher des Hauses über eine zweiadrige Steuerleitung miteinander verbunden.

Die beiden Adern verlaufen parallel zu den Stromkabeln in der Wand und dienen zur Übertragung elektronischer Signale. Als einheitliche „Sprache“, die alle angeschlossenen Verbraucher verstehen, hat sich der internationale KNX-Standard durchgesetzt. Die verschiedenen, KNX-fähigen Teilnehmer können einzeln oder in Gruppen, miteinander vernetzt werden – ganz nach den individuellen Komfortwünschen und Sicherheitsbedürfnissen der Bewohner.

Hausautomatisierung: Entdecke die Möglichkeiten

Per Fernbedienung oder durch Dämmerungssensoren gesteuert fahren zum Beispiel die Rollläden hoch und runter, mit Elektromotoren ausgestattete Türen und Fenster öffnen und schließen sich per Knopfdruck oder Fernbedienung. Scheint die Sonne, wird die Markise ausgefahren, droht Sturm oder Regen geben Sensoren den Befehl, sie wieder einzufahren. Bleibt über längere Zeit der Niederschlag aus, bewässert das System den Garten. Beim Verlassen des Hauses reicht das Verriegeln des Türschlosses, um den Herd vom Stromnetz zu trennen, die Heizung zu drosseln, die Fenster zu schließen und die Alarmanlage „scharf“ zu stellen. Bei verdächtigen Geräuschen in der Nacht braucht nur der Panikschalter neben dem Bett angetippt zu werden, um die gesamte Beleuchtung in Haus und Garten einzuschalten, die Rollläden hochzufahren und einen Notruf an die Nachbarn oder einen Sicherheitsdienst zu senden. Unzählige weitere Szenarien sind mit Hilfe intelligenter Haustechnik denkbar.

Einstieg in die KNX-Vernetzungstechnik

Eine Erneuerung der Elektroinstallation bietet die beste Chance zum Einstieg in die moderne KNX-Vernetzungstechnik. Selbst wenn Sie die Steuerleitungen nicht gleich mit verlegen lassen, sollten Sie zumindest Leerrohre vorsehen, um die Technik später problemlos nachrüsten zu können.

Automatisch zum idealen Raumklima

So können miteinander vernetzte Heiz-, Lüftungs- und Klimageräte nicht nur automatisch ein optimales Raumklima sicherstellen, sondern auch Energiekosten einsparen – was angesichts der meist niedrigeren Einkünfte im Alter ein wichtiges Kriterium ist. Immerhin verursachen Heizung und Warmwasser mehr als 80 Prozent der Gesamt-Energiekosten eines Gebäudes. Zwar arbeiten moderne Heizungen bereits hocheffizient, indem sie ihre Leistung abhängig von der Außentemperatur und den Einstellungen der Heizkörperthermostate regeln. Trotzdem geht mehr Heizwärme als nötig verloren – einfach, weil sie gar nicht benötigt wird. So braucht z. B. das Bad nur morgens und abends wohlige 23 °C. Den Rest des Tages reichen 20 °C völlig aus.

 

Mit programmierbaren Heizkörperventilen, die einfach gegen die vorhandenen ausgetauscht werden, lässt sich Abhilfe schaffen. Kombiniert man das System mit Meldekontakten an den Fenstern, machen die Thermostate dicht, sobald ein Fenster offen steht. So wird keine Heizenergie verschwendet. Ist eine kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage installiert, messen Sensoren die Feuchtigkeit und Qualität der Raumluft. Wenn niemand im Haus ist, regelt die Anlage ihre Leistung herunter. Halten sich hingegen mehr Menschen als gewöhnlich in einem Raum auf, schaltet die Lüftungsanlage eine Stufe höher und die Heizkörper drosseln die Wärmeabgabe aufgrund der zusätzlichen Wärmequellen.

Integrieren Sie darüber hinaus die motorisierten Rollläden, sorgt die Elektronik dafür, dass diese an kalten Winterabenden rechtzeitig herunterfahren – auch wenn Sie nicht zu Hause sind. Das spart weitere Heizenergie. Wenn die Beleuchtung des Hauses ebenfalls mit von der Partie ist, lässt sich ein perfektes Anwesenheitsszenario programmieren, das bei Abwesenheit der Bewohner abgespielt wird und potenzielle Einbrecher abschreckt.

Per Funkbus vernetzt

Auch für Altbaubesitzer bleibt der KNX-Komfort nicht unerreichbar. Hier bietet sich jedoch alternativ die Übertragung der Signale und Daten per Funk an. Funksysteme kommen ganz ohne Steuerleitung aus. Sie können von der Einzellösung bis zum vernetzten Ganzen ausgebaut werden. Die Funktionen werden am Gerät selbst eingestellt. Über Wandtaster und Handsender lassen sie sich bequem ansprechen. Wer das System mit einem zentralen „Home-Manager“ erweitert, kann von dort aus zentral Steuerbefehle geben und Statusmeldungen abrufen, die Verbindung zu weiteren Geräten herstellen und bei Abwesenheit sogar übers Telefon eingreifen – ganz so wie bei einem KNX-vernetzten Haus.

Gefahr durch Elektrosmog bei Funksystemen?

Bisweilen hört man Vorbehalte gegenüber einem mit Funk vernetztem Haus, weil man hohe Belas­tungen durch Elektrosmog befürchtet. Experten und Hersteller weisen jedoch darauf hin, dass die Leistungen von Funksystemen lediglich ein Hundertstel bis ein Tausendstel der Handyleistung betragen und dies auch nur für die Dauer der Impulssendung, die im Bereich von Millisekunden liegt.

Konnex und weitere Informationen

Kompetente Ansprechpartner rund um die Vernetzung der Haustechnik und Adressen und Telefonnummern von Handwerksbetrieben finden Sie auf den Internetseiten der „Konnex Association“ www.knx.de und des Zentralverbandes Elektrotechnik und Elektronikindustrie e.V. www.intelligentes-wohnen.com. Daneben gibt’s viele weitere Informationen, unter anderem auch Listen von KNX-zertifizierten Produkten.

Viele Menschen wird der Gedanke an ein intelligentes Haus faszinieren, andere vielleicht aber auch ein wenig abschrecken oder ängstigen. Wichtig ist in jedem Fall, dass sich der Umfang der Vernetzung an den individuellen Bedürfnissen ausrichtet. Es spricht nichts dagegen, klein anzufangen und Teilbereiche – zum Beispiel per Funk – zu automatisieren. Man sollte jedoch darauf achten, dass das gewählte System erweiterbar ist. Die eingehende Beratung durch einen kompetenten Fachmann ist gerade bei dieser komplexen Technik unentbehrlich – wenn sie überschaubar und problemloser Helfer im Alltag sein soll.

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