Bauchemie - Der Wohngesundheit auf der Spur

Verschiedene Stoffe der Bauchemie und Wohngesundheit sind Themen, die eng miteinander verbunden sind. Ob man ihn nun Montageschaum, Dichtschaum oder schlicht Bauschaum nennt – der gelblich weiße Polyurethanschaum wird gerne beim Hausbau, beim Innenausbau und für Reparaturen eingesetzt. Die Anwendung ist simpel, erfordert allerdings ein wenig Vorsicht und kann unter Umständen erhebliche gesundheitliche Risiken mit sich bringen.

Bauchemie und Wohngesundheit

Die meisten Menschen kommen mit Polyurethanschaum oder kurz PU-Schaum nie direkt in Berührung:

Solange sie nicht als passionierte Heimwerker selbst beim Hausbau oder Innenausbau anpacken, bekommen sie ihn nicht einmal zu Gesicht, da er in der Regel in ausgedämmten Hohlräumen verschwindet oder sich hinter eingebauten Türzargen verbirgt. Dann muss man sich über den Schaum oder seine Inhaltsstoffe auch keine weiteren Gedanken machen, da er im ausgehärteten Zustand stabil ist und keine Stoffe an die Raumluft abgibt.

Beim Verarbeiten sieht das schon anders aus, deshalb sollte man hier mit Bedacht zu Werke gehen, da die eigene Gesundheit an erster Stelle stehen sollte.

Inhaltsstoffe

Meist verwendet man bei Reparaturen oder Einbauten im privaten Umfeld einkomponentige Schäume. Dabei befinden sich in der Dose zwei Grundstoffe: sogenannte Polyalkohole (Polyole) und sogenannte Polyisocyanate. Die beiden Stoffe vermischen sich durch kräftiges Schütteln und reagieren beim Austritt aus der Dose mit der Luftfeuchtigkeit zu Polyurethan. Sie schäumen dann auf und erstarren nach einiger Zeit. Während des Aufschäumens kann das Material einen erheblichen Druck auf die zu montierenden Bauteile ausüben. Deshalb verkeilt man beispielsweise Türzargen sicher, während man die Hohlräume zwischen Wandöffnung und Tür ausschäumt – die Zarge könnte sonst nach innen gedrückt werden. Alternativ erhält man für Montageaufgaben auch spreizdruckfreie PU-Schäume.

Die Reaktion mit der Luftfeuchtigkeit kann man unterstützen, indem man Kontaktflächen anfeuchtet. Der Schaum härtet dann sicherer und schneller und haftet besser.

Reaktionsprodukte

Bei der Schaumbildung entsteht Kohlendioxid. Das ist nicht weiter beachtenswert, wohl aber eine andere Stoffgruppe, die freigesetzt werden kann: Methylendiphenylisocyanate, kurz MDI. Diese Stoffe stehen unter dem Verdacht, krebserregend zu sein. Einige Jahre lang durften deshalb PU-Schäume nicht als Selbstbedienungsware verkauft werden, wenn sie mehr als 1% MDI enthielten. Das Verbot ist zwar Anfang 2017 gefallen, doch als Privatkunde greift man sinnvollerweise gleich nach MDI-verminderten Produkten, die stets frei verkäuflich waren. Oder man verwendet MDI-freien Schaum, der auf einer anderen Reaktionstechnik basiert.

Die letztgenannten PU-Schäume enthalten allerdings als Treibmittel Propan oder Butan – hochentzündliche Gase, die sich nicht in der Raumluft konzentrieren sollten. Wer bei der Arbeit gut lüftet, vermeidet hier Gefahren und reduziert Gesundheitsrisiken.

Klebrig

Montageschäume sind deshalb so wirksam, weil sie hervorragend haften – das gilt leider auch für Spritzer oder herabfallende Tropfen. Man kann zwar auch getrockneten Schaum mechanisch entfernen und Reste dann mit Aceton beseitigen, doch Aceton greift etliche Materialien an, entfettet die Haut sehr stark und gibt irritierende Dämpfe ab. Deshalb ist es allemal besser, die Arbeitsbereiche sorgfältig abzudecken, Spritzer sofort mit einem feuchten Tuch zu entfernen und während des Hantierens mit PU-Schaum Handschuhe zu tragen. Übrigens: Geben Sie nur vorsichtig Schaum in den zu füllenden Hohlraum. Das Volumen nimmt gewaltig zu, und man verbraucht leicht zu viel Schaum. Wenn es doch einmal passiert ist, kann man getrocknete Überstände jedoch leicht mit einem Messer abschneiden.

Tipp

Dosen-Recycling

Selbst leere PU-Schaum-Dosen gelten als Sondermüll, denn es bleibt immer ein Rest darin zurück, der nicht ausgetrieben werden kann. Deshalb gehören die Gebinde nicht in den Rest- oder Verpackungsmüll, sondern ins geordnete Recycling. Einzelne Dosen können meist problemlos bei einer örtlichen Sondermüll-Sammelstelle abgegeben werden. Alternativ kann man sie in vielen Baumärkten abgeben – dort sind häufig spezielle Sammelboxen aufgestellt.

Weitere Informationen

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