Kinderspielzeug ohne Schadstoffe

Schönes, gesundes Spielzeug: Damit gelangen keine gesundheitsbedenklichen Schadstoffe in die Hände oder den Mund der Kleinen.

Schönes, gesundes Spielzeug – für unsere Kinder nur das Beste, ist doch selbstverständlich oder? Leider nicht. Mit Teddy und Co. sind unsere Kinder täglich im engen Kontakt. Aber oft gelangen damit gesundheitsbedenkliche Schadstoffe in die Hände oder den Mund des Nachwuchs. Achten Sie daher nicht nur auf die Ausstattung im Kinderzimmer, sondern auch kritisch auf das Spielzeug Ihrer Kleinen.

Kleine Kinder sind gefährdeter

Mit Kinderspielzeug sollte ein unbeschwertes Spielen möglich sein. Darf man bei Spielzeug generell von gesundheitlich unbedenklichen Produkten ausgehen? Leider nicht. Dabei werden mögliche Schadstoffe direkt vom Kind aufgenommen, wenn es das Spielzeug in den Mund nimmt. Dabei gilt: Je kleiner das Kind, um so gefährdeter.

Richtlinien für Spielzeug

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass Kinderspielzeug keine Schadstoffe enthält. Schließlich gibt es die EU-Spielzeugrichtlinie. Diese Vorgabe steht aber in der Kritik: Die Kritiker wünschen sich anspruchsvolleren Schutz für Spielzeug, das in die Hände von Kindern gelangt. Doch nicht nur Phthalate in Kunststoffen bereiten Probleme, sondern auch krankmachende Farbstoffe in Plüschtieren.

Spielzeug aus Plastik

Plastik-Puppen und Gummi-Tiere als Spielzeug müssen besonders kritisch kontrolliert werden. Am meisten Probleme verursachen Spielzeuge aus Plastik. Insbesondere solche, die aus chinesischer Produktion stammen, sind häufig mit gesundheitsbeeinträchtigenden Chemikalien behandelt. Es werden immer wieder Spielzeuge aus dem Handel genommen, weil sich bei Tests nicht akzeptable Schadstoffkonzentrationen gezeigt haben.
Produkte aus Plastik, so zum Beispiel Puppen, können die gefürchteten Phthalate (Weichmacher) enthalten, die im Verdacht stehen, krebsauslösend zu sein und den Hormonhaushalt von Kindern massiv zu beeinflussen. Ebenso bedenklich sind Quietscheentchen und andere Gummitiere, die häufig einen hohen Anteil an den Weichmachern enthalten. Nehmen die Kleinen sie über den Speichel auf, können sie Leber, Nieren und Hoden schädigen. Auch die harmlos wirkenden Luftballons, die auf keinem Kindergeburtstag fehlen dürfen, enthalten nicht selten einen hohen Anteil an Nitrosaminen. Die Stoffe sind stark krebserzeugend und entstehen bei der Herstellung von Gummi.

Spielzeug aus Holz oder Metall

Holzklötze und Metallautos finden sich ebenfalls fast in jedem Kinderzimmer. Wer glaubt, mit Holzspielzeug auf der sicheren Seite zu sein, irrt: Auf lackierten Oberflächen von Holzspielzeug fanden sich Schadstoffe wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Formaldehyd oder Nickel. Solche Stoffe stehen im Verdacht, das Erbgut zu schädigen und möglicherweise Krebs auszulösen. In Puzzles, die aus Sperrholzplatten bestehen, fand man Formaldehyd, das auch zu den Krebs auslösenden Stoffen gezählt wird.
Und selbst Spielzeugautos aus Metall können eine Gefahr für die Gesundheit darstellen: Die Farben können einen hohen Anteil des giftigen Schwermetalls Blei aufweisen. Eine hohe Bleibelastung kann bei Kindern zu Störungen der Hirnfunktionen und Nervenschäden führen.

Spielzeug aus Schaumstoff – Squishies

Bedenklich sind auch die beliebten Squishies – bunte Figuren aus Schaumstoff, die sich wie ein Anti-Stress-Ball zusammendrücken lassen. Sie verströmen einen intensiven süßlich-beißenden Geruch und gelten als stark schadstoffbelastet. Das dänische Umweltministerium hat die Squishies überprüfen lassen: Alle zwölf getesteten Squishies setzen in großen Mengen schädliche Chemikalien frei, darunter Dimethylformamid, Styrol und Toluol. 
Dimethylformamid gilt als sehr besorgniserregender Stoff. Toluol kann Organe schädigen, Reizungen und Allergien auslösen. Die dänische Regierung hat deshalb eine offizielle Warnung ausgesprochen und die Bürger aufgefordert, die Squishies wegzuwerfen. Inzwischen warnen auch andere Länder wie Norwegen, Schweden oder Finnland generell vor Squishies. In Deutschland sind Squishies weiterhin im Handel erhältlich. Der BUND rät dringend vom Kauf der Spielfiguren ab. Grundsätzlich sollten Eltern jegliches Plastikspielzeug, das einen intensiveren Geruch verströmt, aus dem Kinderzimmer verbannen.

Buntstifte ohne Schadstoffe

Die meisten Kinder lieben es zu malen – und so kann man schon den Jüngsten mit ein paar einfachen Buntstiften eine große Freude machen. Dabei denkt kaum jemand an Schadstoffe – die farbigen Griffel sehen ja auch absolut harmlos aus. Aber der Schein trügt: Ökotest wies in den vergangenen Jahren bedenkliche Stoffe in unterschiedlichen Buntstiften nach. Auch in seinem letzten Test (veröffentlicht im ÖKO-TEST Jahrbuch für 2020) wies Ökotest wieder Schadstoffe in Buntstiften nach. 
Besonders bedenklich ist dabei, dass viele Kinder auf den Stiften herumkauen oder an ihnen knabbern. Durch Schweiß und Speichel werden dann weitere Schadstoffe gelöst, die über die Mundschleimhaut vom Kind aufgenommen werden. Auch wenn die von den Kindern aufgenommenen Mengen gering ausfallen, so ist doch unklar, wo man wirklich einen Grenzwert für Kleinkinder setzen soll. Am besten kaufen Eltern nur solche Stifte, die überhaupt keine krebserzeugenden oder krebsverdächtigen Stoffe enthalten.
Von den von Öko-Test getesteten Stiften erzielte das Buntstifte-Set von BIC (BIC Kids Tropicolors) ein „Sehr gut“, gefolgt vom Buntstifte-Set von Staedler (Staedler Ergo Soft 12 dreikant) und dem Stylex 12er-Set mit einem „Gut“. Zweimal gab es das Ergebnis „befriedigend“ (Herlitz und Pelikan), alle anderen getesteten Sets erhielten ein „Ungenügend“. Öko-Test bezeichnet die Ergebnisse als „katastrophal“ und wies auch darauf hin, dass der Kauf von Marken keine Sicherheit bringt. So schneiden Faber-Castell Buntstifte genauso schlecht ab wie die Buntstifte von Stabilo, Lyra, Lamy oder Ökonorm.

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