Wohngesundes Holz als Baumaterial

Ein Haus aus wohngesundem Holz, das klingt nach Leben mit der Natur. Das trifft auch durchaus zu. Ob konstruktiver Baustoff oder Material für den Innenausbau – der Bauherr muss wissen, woher das Holz stammt und wie und mit welchen Stoffen es behandelt und bearbeitet wurde.

Wohngesundes Holz - eine lange Tradition

Denkt man an Holzhäuser, dann kommt vielen Menschen als Erstes das typische Blockhaus nordamerikanischer Siedler in den Sinn. Doch so weit in die Ferne schweifen muss man gar nicht, denn das Bauen mit Holz hat eine lange europäische Tradition und ist heute noch allgegenwärtig – man erkennt einen Holzbau nur nicht immer auf den ersten Blick.

Traditionell Stamm auf Stamm

Das fällt tatsächlich bei Blockhäusern am leichtesten. Sie werden heute noch – mit moderner Technik – gebaut und lassen keinen Zweifel daran, welcher Baustoff hier zum Einsatz kommt. Meist verwendet man dafür inzwischen Blockbohlen, also zu einem mehr oder weniger rechteckigen Querschnitt gehobelte Stämme, die mit zimmermannsmäßigen Holzverbindungen ineinandergefügt werden und sowohl die Außen- als auch die Innenwände bilden. Blockhäuser aus Rundhölzern werden ebenso gefertigt, allerdings wirken sie sehr rustikal. Technisch sind beide Varianten etwa gleichwertig, welche man wählt, ist also in erster Linie eine Geschmacksentscheidung. Wichtig ist es dennoch auf ressourcenschonende und wohngesunde Baumaterialien zu achten.

Als Baumaterial dient in der Regel Nadelholz. Dabei spielt vor allem die Polarkiefer eine wichtige Rolle, denn sie ist durch das Wachstum in kalten Regionen und die deshalb besonders eng stehenden Jahresringe sehr stabil und belastbar.

Einen guten Teil des Blockhausmarktes nehmen Bausatzhäuser ein. Hier werden die einzelnen Blockbohlen vorgefertigt und nummeriert an die Baustelle geliefert und müssen dort nur noch zum Rohbau zusammengesteckt werden. Solche Bausatzhäuser sind bei Selbstbauern beliebt. Sie gelten zudem als besonders geeignet für Allergiker und fördern die Wohngesundheit. Unabhängig davon bieten Blockhäuser eine unverwechselbare Wohnatmosphäre – die aber natürlich dem eigenen Geschmack entsprechen muss.

Ein wenig problematisch ist es, bei Blockhäusern einen zeitgemäßen Dämmstandard zu erzielen, ohne die natürliche Optik zu beeinträchtigen. Das lässt sich entweder über die Dicke der verwendeten Bohlen erreichen oder durch den Bau zweischaliger Wände. Eine nachträgliche Verbesserung der Wärmedämmung ist bei Blockhäusern immer eine komplexe Angelegenheit – hier sollte man nichts ohne den Rat von bauphysikalisch geschulten Fachleuten entscheiden oder veranlassen.

Alles im Rahmen

Weiter verbreitet als Blockhäuser sind Gebäude, bei denen Holzrahmen ein tragendes Gerüst bilden, das anschließend mit einer Dämmung versehen und innen wie außen beplankt wird. Die Beplankung der Holzrahmen kann mit verschiedenen Platten-Baustoffen erfolgen, also etwa mit Holzwerkstoffen wie Sperrholz, Span- oder OSB-Platte. Für den Wetterschutz ist außen dann eine weitere Bekleidung erforderlich – hier kann Putz aufgebracht werden, eine Verbretterung, Leichtmetall oder auch ein ausgewachsenes Wärmedämmverbundsystem.

Mit Häusern in Holzrahmenbauweise lassen sich recht problemlos aktuelle Effizienzwerte erreichen. Durch die Möglichkeit, das tragende Gerüst weitgehend vorzufertigen, sind zudem vergleichsweise kurze Bauzeiten erreichbar. Zweifel und Vorbehalte hinsichtlich der Stabilität und Dauerhaltbarkeit sind zu einem guten Teil wohl auf die in Deutschland tief verwurzelte Vorliebe für den Massivbau zurückzuführen. Blickt man auf den Vorläufer des Holzrahmenhauses, nämlich das traditionelle Fachwerkhaus, dann relativiert sich das sehr schnell, denn Fachwerkhäuser stehen ähnlich wie andere Holzkonstruktionen teils schon seit Jahrhunderten stabil und sicher.

Rahmenbau aus der Fabrik

Gar nicht mehr allzu weit vom Haus in Holzrahmenbauweise entfernt sind Gebäude in Tafelbauweise. Die verwendeten Materialien sind weitgehend dieselben, der Unterschied liegt vor allem in der Produktion und im Grad der Vorfertigung.

Für Häuser in Tafelbauweise werden die einzelnen Bauteile im Herstellungsbetrieb aus Holzrahmen und Beplankung einbaufertig produziert. Häufig ist die Dämmung bereits eingebracht, teilweise sogar schon Elemente der Installationen. Die fertigen Wand-, Decken- oder Dachtafeln müssen dann nur noch zur Baustelle transportiert werden und lassen sich dort in kurzer Zeit zu einem Haus zusammensetzen, das sofort wind- und wetterfest ist. Nach Abschluss der Installation und des Innenausbaus ist das Haus dann bezugsfertig.

Tafelbauweise

Der Tafelbau ist hierzulande vor allem durch Holzfertighäuser bekannt geworden. Viele Anbieter fertigen Häuser vor, die sich nach den Vorstellungen der Bauherren entweder nach einem Modulprinzip aus verschiedenen Standardelementen zusammensetzen lassen oder die auch völlig frei geplant werden können – letztlich wie ein Architektenhaus in Massivbauweise.

Wie sehr bei der Rahmen- oder Tafelbauweise noch der Eindruck entstehen kann, in einem Haus aus dem Naturbaustoff Holz zu wohnen, hängt allein von der gewählten Außenverkleidung, Dämmung und Innenausstattung ab. Das entscheidet letztlich der Bauherr, und er kann dabei schon sehr viel erreichen: Mit Holzfaserplatten gedämmt, mit einer Holzschalung bekleidet und innen mit Holzprofilen und -böden ausgebaut, kann auch ein modern produziertes Haus echtes, natürliches Holzhaus-Ambiente und traditionelle Handarbeit ausstrahlen.

Tipp

Brandgefährlich

In einem Haus leben, dessen Baumaterial anderswo als Brennstoff dient? Solche Bedenken kann man durchaus verstehen, doch sind sie meist unbegründet. In Holzbauten brechen nicht häufiger Brände aus als in Massivhäusern – wer einmal versucht hat, einen dicken Holzklotz mit einem Streichholz anzuzünden, versteht das sofort.

Wenn es erst einmal brennt, hat Holz trotzdem den Nachteil, dass es als „nor- mal entflammbar“ (Baustoffklasse B2) oder mit brandhemmender Beschichtung immer noch als „schwer ent ammbar“ (Baustoffklasse B1) einzustufen ist – es kann also durch Feuer vernichtet werden. Das bedeutet aber zumindest keine erhöh- te Gefahr für das Leben der Bewohner: Je nach geltender Landesbauordnung müs- sen kritische Bauteile durch ihre Konstruk- tion bestimmte Feuerwiderstandsklassen einhalten, also beispielsweise 30, 60 oder 90 Minuten einem Brand standhalten, ohne zusammenzubrechen. Der notwen- dige Feuerwiderstand ist nachzuweisen und so großzügig bemessen, dass eine Rettung oder Flucht der Bewohner unter normalen Umständen sicher gewährleistet ist – wie bei einem massiv gebauten Haus.

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