Wohngesundheit im Bad - Wellness in schadstoffreier Umgebung

Das Bad ist der Bereich im Haus, in dem sich die Bewohner regenerieren möchten und neue Kraft tanken. Das setzt eine schadstofffreie und wohngesunde Umgebung voraus. Mit welchen Tipps und Tricks Sie sich selbst und der Umwelt etwas Gutes tun können, zeigen wir Ihnen hier!

Präzise Planung im eigenen Badezimmer

Mit den tollen Studioaufnahmen von Herstellern und Hochglanzmagazinen haben die wenigsten Bäder etwas gemeinsam: Nur rund acht Quadratmeter misst ein deutsches Badezimmer im Schnitt. Da sind die meisten im Studio aufgebauten Bäder deutlich größer. Aber auch auf wenig Fläche kann man viel Komfort einbauen. Wie ein neues oder saniertes Bad aussehen soll und welche Ausstattung man gerne hätte, sollte man sich gemeinsam mit Fachleuten gut und rechtzeitig überlegen. Eine schadstofffreie Materialwahl ist dabei oberstes Gebot.

Schimmel und Schadstoffe vermeiden

Das größte gesundheitliche und optische Problem im Bad ist der Bewuchs durch Schimmel in Ecken und auf Silikonfugen. Gerade in kleinen Bädern ist dem nur schwer beizukommen. Konsequentes Lüften ist das Mittel der Wahl. Wenn kein oder nur ein kleines Fenster vorhanden ist, hilft ein elektrischer Lüfter in der Außenwand. Diese gibt es auch mit Feuchtesteuerung, dann läuft der Ventilator automatisch so lange, bis die Luftfeuchte wieder im unkritischen Bereich liegt. Ansonsten kann konsequentes Trockenwischen des Duschbereichs die Schimmelbildung einschränken. Silikonfugen im Nassbereich sind aber Verschleißteile. Die fungizide Wirkung der Dichtmassen lässt irgendwann unweigerlich nach, da hilft nur rauskratzen und neu verfugen (lassen).

  • Die Qualitätsinitiative deutsche Fliese besitzt mit der Nachhaltigkeitszertifizierung des Instituts Bauen und Umwelt ein Siegel, das seitens der Verbraucherschützer mit der Bestnote ausgezeichnet wurde. Foto: Deutsche Fliese/ Engers
  • Vegane Badmöbel aus schadstoffgeprüftem Kiefernholz sind konsequent ökologisch und werden ohne tierische Stoffe hergestellt. Foto: Allnatura

Emissionsarme Produkte reduzieren die Luftbelastung nach den Arbeiten. Hilfreich sind auch großformatige Fliesen mit schmalen Fugen. Das sieht gut aus und verringert die Verschmutzungsneigung. Trotz toller Optik sollte man hier technische Aspekte nicht vernachlässigen. In Nassbereichen ist die Rutschfestigkeit ein wichtiges Sicherheitsmerkmal. Die Bewertungsklassen dafür reichen von R 9 bis R 13. R 9 entspricht den geringsten, R 13 den höchsten Anforderungen. Normalerweise ist R 9 für den privaten Bereich ausreichend, wer zum Beispiel für das Alter oder bei planschenden Kindern vorsorgen will, schaut nach höheren Einstufungen. Speziell für „nassbelastete Barfußbereiche“, so der Fachbegriff, gibt es zusätzlich die Bewertungsgruppen A bis C. Für das Laufen mit nassen Füßen reichen Bodenfliesen der Gruppe A und B, in einer bodenebenen Dusche sollten Fliesen der Gruppe C verlegt werden.

  • Kalk-Glattspachteltechnik sorgt für gesunde, diffusionsoffene Wände im Bad. Durchs Duschen und Baden ist in diesem Raum die Luftfeuchtigkeit immer besonders hoch... Foto: Auro
  • ...das erfordert einen entsprechenden Wandbelag, um Schimmelbildung zu vermeiden. Foto: Auro
  • Gleichzeitig sind die optischen Ansprüche nicht minder relevant. Foto: Auro

Wo kein Wasser hinspritzt, sind an den Wänden und Decken Putze und Farben ideal, die Feuchtigkeit gut aufnehmen und wieder abgeben können. Lehm- und Kalkputze gehören dazu. Letztere entziehen durch ihre hohe Alkalität Schimmelpilzen die Lebensgrundlage. Das funktioniert auch mit Silikat- oder Kalkfarben, ganz ohne biozide Zusätze.

Dusche statt Wanne

Zum Beispiel eine bodengleiche Dusche oder wenigstens eine niedrige Duschtasse einbauen lassen. Die steht ganz oben auf der Liste der Badwünsche. Dazu noch eine schicke Glasabtrennung und schon hat das Bad eine ganz neue Ausstrahlung. Wer den Duschbereich nicht komplett neu fliesen lassen will, findet auch mit vielfältigen Motiven bedruckte Paneele aus Schichtstoff, die die Dusche reinigungsfreundlich aufpeppen. Wichtig ist eine gute Abdichtung. Ein entsprechender Sperranstrich und sauber verlegte Dichtbänder sind unabdingbar. Wenn der Platz nur für Dusche oder Wanne reicht, entscheiden sich immer mehr Badrenovierer für den Austausch der Badewanne gegen eine schöne große Dusche. Daraus wird aber dann doch rasch eine Komplettsanierung samt neuem Estrich und neuen Fliesen im ganzen Bad. Ausschlaggebend ist häufig die Abwasserführung. Die liegt bei einer Wanne höher als bei einer flachen Dusche.

Bei Problemen hilft ein gestalterischer Trick: Anstatt massiv in die Deckenkonstruktion und die Abwasserverrohrung einzugreifen, zieht man ein etwa acht bis zehn Zentimeter hohes Podest ein. Dort kann dann die Dusche bodengleich eingebaut und darunter die Leitungen verlegt werden. Wichtig ist die sogenannte Sperrwasserhöhe im Geruchsverschluss: Das Wasser muss nach Norm im Siphon mindestens 50 Millimeter hoch stehen, sonst kommt es beim Austrocknen zu unangenehmen Geruchsbelästigungen aus der Kanalisation.

Armaturen ohne Nickel und Blei

Egal für welches Material Sie sich am Ende entscheiden, ein hoher Trinkwasserschutz sollte vorhanden sein. Die wasserführenden Materialien dürfen weder Nickel noch Blei an das Wasser abgeben, um einer Verschmutzung vorzubeugen. Messing, Edelstahl und Kunststoff geben im Regelfall keine Schadstoffe an das Wasser ab. Belegte Sicherheit erhalten Sie bei Armaturen mit geprüften oder zertifizierten Materialien. Achten Sie darauf, dass auch die Anschlussschläuche den Auflagen unterliegen – über die zapft ein Wasserhahn schließlich die Ressourcen am Eckventil an.

Sparsamer Umgang mit Trinkwasser

Ein weiterer Mega-Badtrend sind großflächige Duschköpfe. Dafür muss man aber nicht die kompletten Wände aufstemmen. Aufputzarmaturen oder Duschpaneele bringen Wellnessgefühl von oben und eine praktische Handbrause in einem mit, ein eingebauter Thermostat hält die Wassertemperatur konstant. Das Wasser, das man durch längeres Duschen zusätzlich verbraucht, kann man durch sparsame Armaturen mehr als einsparen.

Das meiste Trinkwasser rauscht bei der Toilettenspülung durchs Rohr, etwa 40 Liter pro Person und Tag. Moderne Spülkästen sparen bis zur Hälfte an Wasser gegenüber ihren Vorgängern. Modelle mit zwei Tasten fürs kleine und große Geschäft haben das meiste Potenzial. Nur drei beziehungsweise sechs Liter Wasser pro Spülung werden noch benötigt, vorausgesetzt, die Toilette passt dazu.

Sparduschköpfe und Waschtischarmaturen mischen dem Wasser Luft bei, so wirkt der Strahl trotzdem füllig. Die Latte liegt bei fünf bis sechs Liter pro Minute für Wasserhähne und bei sechs bis neun Liter für Sparduschköpfe, dann allerdings ohne Regenschauerfeeling.

Weitere Informationen

Vielleicht interessieren Sie sich auch für diese Themen: 

Wohngesunde und ökologische Bodenbeläge: Natur pur

Gesund Wohnen an der Stadtmauer - Homestory

Zurück zur Übersicht: Wohngesundheit

Zurück zur Startseite

News Ratgeber