Gewährleistung bei Baumängeln

Ein Baumangel kann während der Gewährleistungsfrist eingefordert werden. Der Beweis dafür muss allerdings eindeutig sein.

Baumängel dokumentieren

Der Bauherrenschutzbund empfiehlt bei Mängeln während der Verjährungsfrist den Mangel mit Fotos zu dokumentieren und den Unternehmer schriftlich per Einschreiben aufzufordern, den Mangel in einer kalendermäßig genau bestimmten Frist zu beseitigen.

Lehnt dieser ab oder bestreitet den Mangel ist der nächste Schritt die Mängelfeststellung im Rahmen einer Beweissicherung.

Falls man die Rechnung des Unternehmens noch nicht komplett bezahlt hat, sollte man vom Zurückbehaltungsrecht Gebrauch machen und das Zweifache des voraussichtlichen Aufwandes zur Mängelbeseitigung einbehalten.

Arglistig verschwiegene Baumängel

Stellt ein Bauherr nach Jahren fest, dass beispielsweise nicht das angebotene Material verarbeitet wurde, sondern ein minderwertigeres, gilt grundsätzlich eine Verjährungsfrist von 30 Jahren.

Viel Zeit also, dem Betrug auf die Schliche zu kommen und nachbessern zu lassen – vorausgesetzt der Auftragnehmer existiert noch.

Ansprüche durchsetzen

Der Bauherr hat das Recht auf Beseitigung der Baumängel, Minderung oder Schadensersatz. Die Mängelbeseitigung kann durch Nachbesserung oder Neuherstellung erfolgen. Reagiert ein Unternehmen auf die Mängelrüge nicht innerhalb der gesetzten Frist, erlaubt das BGB die Selbstvornahme durch den Bauherrn.

Das heißt, er kann ein anderes Unternehmen mit den Nachbesserungsarbeiten beauftragen und die Kosten dem Verursacher in Rechnung stellen. Nachteilig ist, dass der Bauherr in Vorleistung gehen muss.

Bei Mängeln, die nur mit unverhältnismäßig großem Aufwand zu beheben wären, wie zum Beispiel Fehler in der Grundrissaufteilung, muss der Bauherr damit leben, hat aber Anspruch auf Minderung.

Sind durch den Mangel Kosten entstanden, kann darüber hinaus Schadensersatz gefordert werden, sofern der Bauherr ein Verschulden des Unternehmens nachweisen kann. Dazu können unter anderem die Kosten für ein Sachverständigengutachten gehören.

Unternehmen bleiben in der Pflicht

Was tun, wenn die Baufirma während der Gewährleistungsfrist die Rechtsform ändert? Möglicherweise ist aus der GmbH in der Zwischenzeit eine Kommanditgesellschaft (KG) geworden. Der Verband Privater Bauherren e.V. gibt Entwarnung.

Für Bauherren, die einen Mangel rügen möchten, hat sich der alte Vertragspartner dadurch nicht einfach in Luft aufgelöst. Die Firma muss auch in der neuen Rechtsform für ihre alten Pflichten – und damit die Mängelbeseitigung – gerade stehen. Auf der Suche nach dem richtigen Rechtsnachfolger hilft der Blick ins Handelsregister.

Wenn eine Firma in Konkurs geht, bleibt der Bauherr auf den Kosten sitzen. Mit einer Gewährleistungsbürgschaft beugt man diesem Risiko vor. Sie wird vom Bauträger oder Handwerker bei einer Bank hinterlegt und greift im Falle einer Pleite bei der Beseitigung nachträglich auftretender Mängel.

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