Ausbau des Dachgeschosses

Der Dachausbau ermöglicht nicht nur ein Wohngefühl mit besonderer Perspektive, sondern ist auch eine günstige Möglichkeit, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, als "Kinderzone", Büro oder Schlafzimmer.

Ein einfaches Satteldach mit einer Dachneigung zwischen 35 und 55 Grad bietet besonders gute Voraussetzungen. Ist das Dach flacher geneigt, kann die Anhebung des Daches durch eine Erhöhung des Kniestocks die Lösung sein.

Große Dachfenster sind das A und O für ein wohnliches Dachgeschoss. Besonders komfortabel: Elektrofenster. Alle Elektrokomponenten wie Steuersystem, Fenstermotor und Regensensor sind ab Werk integriert. Rollladen oder Außenmarkise können dazugeschaltet werden.

Beim Dachausbau können Holzbalken und -pfosten gut in die Raumgestaltung eingebunden werden – das macht den neu entstandenen Wohnraum besonders gemütlich für die ganze Familie.

Der Fußboden im Dachgeschoss

Der Fußbodenaufbau im modernisierten Dachgeschoss sollte ein möglichst geringes Gewicht haben. Besonders "schlanke" Trockenestrich-Elemente lassen sich auch leicht verarbeiten.

In vielen Altbauten stellt die Holzbalkendecke besondere Anforderungen. Meist knarren die Dielen, Trittschall wird ungefiltert in die darunterliegenden Wohnräume weitergegeben. Wer vermeiden will, dass aus dem Wohntraum im Dachgeschoss ein Albtraum für die restlichen Hausbewohner wird, kommt an einer Schalldämmung nicht vorbei. Abhilfe schafft ein spezielles Wabendämm­system von Fermacell. Die Estrichwaben werden einfach ausgelegt und ihre Hohlräume mit einer Wabenschüttung aufgefüllt. Hierauf kommen dann die Gipsfaser-Estrichelemente, die mit einer aufkaschierten Trittschalldämmschicht aus Holzfasern oder Mineralwolle versehen sind. So lässt sich problemlos
eine enorme Schalldämmung erreichen. Auf Betonböden können die Estrich-Elemente direkt verlegt werden. Unebenheiten werden im Bedarfsfall vorher mit einer Ausgleichsschüttung nivelliert.

Wohnfläche trotz Kniestock oder Drempel

Entscheidenden Einfluss auf die Wohnfläche unter dem Dach haben Faktoren wie ob der Kniestock 40 oder 80 cm beträgt und ob die Dachneigung 30 oder 45 Grad hat. Je größer die Fläche, auf der eine Stehhöhe von zwei Metern gegeben ist, desto einfacher lassen sich Räume unterbringen. Je schneller man jedoch an die Dachschräge stößt, umso geschickter muss man planen. Wenn gar kein Kniestock – auch Drempel genannt – vorhanden ist, vermeidet eine Wand, die nach innen gezogen wird, „tote“ Ecken. Mit einer kleinen Seitentür ergibt sich dahinter Stauraum für seltener benötigte Gegenstände.

Dachausbau Genehmigung

Ein Dachausbau ist eine "wesentliche Änderung" des Gebäudes und daher genehmigungspflichtig. Nur "Bauvorlageberechtigte" dürfen die Pläne einreichen, Architekten, Bauingenieure, in manchen Bundesländern auch Zimmer- und Maurermeister. Standsicherheit muss gewährleistet sein.

Zwei Fluchtmöglichkeiten sind zwingend vorgeschrieben: übers Treppenhaus sowie über ein mindestens 90 mal 120 Zentimeter großes Fenster, das die Feuerwehr mit der Leiter erreichen kann.

Meist werden zwischen 220 und 240 Zentimeter lichter Höhe über mindestens der Hälfte der Grundfläche (in einigen Bauordnungen: zwei Drittel) gefordert. Die Fensterfläche muss mindestens 12,5 Prozent der Grundfläche betragen. Gauben erfordern eine Genehmigung, Fenster in der Regel nicht.

In manchen Bundesländern entfällt für den Ausbau zwar die Genehmigungspflicht, doch eine Erkundigung muss sein. Bei Bau- und Denkmalämtern, Architekten oder Handwerksbetrieben lässt man sich über Vorgaben für Brand- und Schallschutz, Wärmedämmung oder Statik beraten.

Wichtig sind auch die Bestimmungen der Energieeinsparverordnung (www.enev-online.de). Sie schreiben den Bauherren bestimmte Dämmwerte unter dem Dach vor, um den Heizwärmebedarf und damit die laufenden Kosten zu senken.

Statik vor Dachgeschossaubau prüfen

Als Nächstes heißt es Statik und Deckmaterial checken (lassen) – zum Beispiel, ob die tragende Konstruktion ausreichend Platz zum Wohnen bietet und den Belastungen des Dachgeschossausbaus standhält.

Denn zusätzlich zu den vorhandenen Lasten wie zum Beispiel dem Dachdeckungsmaterial, der Wind- und Schneelast, kommen bei einem ausgebauten Dach die entsprechenden Lasten durch die Dachgeschossnutzung zu Wohnzwecken hinzu. Tragfähigkeit und Verstärkungsmöglichkeiten sollte in jedem Fall ein Statiker oder Architekt prüfen.

Die Überprüfung der Dacheindeckung durch den Fachmann ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitungen. Mängel wie lose, fehlende oder defekte Ziegel, beschädigte Dachanschlüsse am Schornstein sowie Risse im Mauerwerk müssen noch vor Baubeginn behoben werden. Gleiches gilt natürlich bei einem Befall des Dachstuhls mit Holzschädlingen.

Heizleistung anpassen

Ein Installateur prüft, ob die Zentralheizung im Keller stark genug für eine Erweiterung ist, wie viele Heizkreise eingebaut werden müssen und wie viele Heizkörper nötig sind. Er entscheidet, ob eventuell eine kompakte, wandhängende Etagenheizung mehr Sinn macht. Sollen mehrere Räume entstehen, sind Trockenbauwände schnell und unkompliziert errichtet.

Wohnfläche unter der Dachschräge mit Dachgauben

Zwei Möglichkeiten gibt es, mehr aus den Schrägen rauszuholen: Entweder man bringt hier niedrige Einrichtungsgegenstände wie das Bett – oder bei Bädern die Badewanne – unter und hält die „begehbaren“ Flächen dadurch frei. Oder – sofern baurechtlich möglich – man schafft mehr Kopffreiheit durch Gauben.

Diese verbessern die Wohnqualität vor allem dann erheblich, wenn trotz niedriger Kniestöcke mehrere Räumen untergebracht werden müssen. Damit umgeht man den Trapezcharakter, der unter Satteldächern entstehen kann, wenn rechts und links des Firstes je ein Zimmer liegt. Mit einer Gaube erhalten die Zimmer eine ganz andere Spannung. Soll dagegen ein großzügiges Studio unterm Dach Platz finden, stellt sich die Situation ganz anders dar. Da entsteht Charme gerade weil die Zimmerdecke mittig bis in den First reicht und Tageslicht durch großzügige Dachflächenfenster nach innen flutet. Die brauchen allerdings Sonnenschutz, sonst wird der gemütliche Rückzugsort im Sommer zur unerträglichen Hitzefalle.

Dachboden ausbauen – Praxistipps

Dachgeschossausbauten müssen möglichst sauber über die Bühne gehen. Deshalb wird auf Fließestrich oder gemauerte Innenwände verzichtet. Auf den Boden kommt Trockenestrich, der einfach in Platten verlegt wird und zudem den Trittschallschutz verbessert. Die Wände werden als Trockenbauwände erstellt, das heißt, dass Holz- oder Metallständerrahmen beidseitig mit Gipskartonplatten beplankt werden, mit innen liegender Dämmschicht. Sie sind schnell montiert, erfüllen alle brand- und schallschutztechnischen Bedingungen und sind trotzdem sehr stabil. Mit speziellen Hohlraumdübeln können sogar schwere Küchenoberschränke daran gehängt werden. Und wenn sich der Raumbedarf wieder ändern sollte, lassen sich neue Raumzuschnitte einfacher realisieren.

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